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Seite: Fragen + Glauben
25.05.2012
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Sr. M. Erphonia und Sr. M. Aloysi

Schwester M. Erphonia (l.) und Schwester M. Aloysi im Schwesternhaus St. Klara, einem Ort der Stille und des Gebets.

Schwesternhaus St. Klara in Telgte

Türen, Ohren und Herzen öffnen

Telgte. "Wir sind für sie da" - diese Zusage gilt jederzeit. Auch dann, wenn die drei Schwestern sich gerade zum Gebet in der Hauskapelle versammelt haben. Wenn jemand an der Tür des Schwesternhauses St. Klara klingelt und um ein Gespräch bittet, nehmen sich Schwester M. Erphonia, Schwester M. Aloysi und Schwester M. Berntrud Zeit. "Derjenige, der kommt, hat dann Vorrang", sagt Schwester M. Erphonia. "Wir lassen uns zu jeder Zeit von Menschen stören, die uns ihre Sorgen und Nöte anvertrauen möchten."

Das Fachwerkhaus in der Herrenstraße in unmittelbarer Nähe der Telgter Wallfahrtskapelle ist als Haus der Stille und des Gebets bekannt. Seit 20 Jahren leben dort Schwestern des Ordens der Mauritzer Franziskanerinnen. "Wir leben in Stille und im Gebet, um all die Menschen vor Gott zu tragen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht dazu kommen." Dabei seien sie keine Fachleute, sagen die Schwestern. "Wir machen das aus dem Inneren heraus", beschreibt es Schwester Aloysi. "Die Menschen können mit uns über ihre Probleme sprechen und ihre Anliegen äußern, und wir nehmen sie mit ins Gebet."

Das Porträt von Pater Christoph Bernsmeyer erinnert die Schwestern an ihren Ordensgründer, der im 19. Jahrhundert das Fachwerkhaus in Telgte bewohnte.

Dem Ordensgründer verbunden

Ihrem Ordensgründer, Pater Christoph Bernsmeyer, fühlen sich die drei Schwestern in besonderer Weise verbunden: "Unser Ordensgründer hat hier im Haus gelebt", erzählt Schwester M. Erphonia. "Er war Franziskanerpater und kam als Pilgerseelsorger nach Telgte." Dort lernte er die Not und die Sorgen der kranken und alten Menschen in der ländlichen Umgebung kennen. Er ermutigte eine Gruppe von Frauen, für Kranke und Hilfsbedürftige zu sorgen. Mit ihnen gründete er 1844 die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen.

Pater Christoph Bernsmeyer bewohnte die erste Etage des Hauses, das damals als Vikarie der Gemeinde diente. Aus diesem Grund bekommen die drei Franziskanerinnen oft Besuch von Schwestern der Gemeinschaft. Besonders die ausländischen Schwestern würden auf der Suche nach den Wurzeln des Ordens auch gerne das Wohnhaus des Gründers besichtigen, erzählt Schwester Aloysi. Das sei ähnlich wie bei Familien, die ihren Stammbaum zurückverfolgten. "Für uns wächst daraus eine besondere Verbindung und auch eine Verpflichtung, das Erbe weiterzugeben", sagt Schwester M. Erphonia.

In ihrer Hauskapelle treffen sich die Ordensschwestern täglich zur Anbetung und zum Gebet.

Fünf Niederlassungen in Telgte

Heute gibt es in Telgte insgesamt fünf Niederlassungen mit etwa 100 Franziskanerinnen, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen einsetzen: Im St.-Rochus-Hospital engagieren sich Schwestern im heilenden Dienst, im angegliederten Haus Maria Hilf verbringen ältere Schwestern ihren Lebensabend, in der geriatrischen Klinik Maria Frieden sind Schwestern in den unterschiedlichsten Diensten tätig, das Christoph-Bernsmeyer-Haus neben der St.-Clemens-Kirche wird als Haus der Begegnung genutzt, und die Schwestern im Haus St. Klara laden zu Stille und Gebet ein.

Jeden Abend beten die drei Franziskanerinnen gemeinsam mit den Schwestern vom Bernsmeyerhaus in der Wallfahrtskapelle die Vesper. Seit der Adventszeit 2009 halten sie außerdem ein Mal in der Woche stille Anbetung in der Kapelle. Dann herrsche - anders als sonst - kein reges Kommen und Gehen, hat Schwester M. Aloysi beobachtet. "Es ist ein Innehalten. Einige Menschen beten die ganze Stunde mit."

Gebet bestimmt den Alltag im Haus

Das regelmäßige Gebet bestimmt auch den Alltag der drei Franziskanerinnen im Schwesternhaus St. Klara. "Wir beten das Stundengebet mit allen Tagzeiten", sagt Schwester M. Erphonia. Die Zeiten dazwischen nutzen die drei für Stille, Meditation, gemeinsame Schriftlesung, Anbetung und für das Gebet. Oder eben für Gespräche mit Menschen, denen die Schwestern jederzeit ihre Türen, Ohren und Herzen öffnen.

Kontakt:

Schwesternhaus St. Klara
Herrenstr. 7
48291 Telgte
Tel. 02504/72086

Text: Almud Schricke | Fotos: Almud Schricke
01.02.2010

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