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Seite: Fragen + Glauben
25.05.2012
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Pater Christoph Beesten

Pater Christoph Beesten vor einer Karte, die den Schülern des Gymnasiums zeigt, wo auf der Welt die Mariannhiller Missionare aktiv sind.

Klosterfürbitte: Mariannhiller Missionare

Festes Glaubensfundament vermitteln

Reken-Maria Veen. Wie in einem Bus sitzt die Klasse 5c des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare auf dem Schulhof. Am Ende der beiden Stuhlschlangen zeigt Schulseelsorger Pater Thomas Winzenhörlein auf einen von drei Gegenständen. Mit Klopfzeichen auf Rücken und Kopf von Vordermann oder -frau geben die Kinder weiter, welchen Gegenstand der Teamkapitän an der Spitze greifen soll. Nicht immer klappt die Kommunikation ohne Worte.

Ein ganzes Wochenende bleibt die Klasse im Jugendhaus Mariannhill auf dem Klostergelände. Bis zur Klasse 10 werden sie drei Mal zu solchen Tagen der Begegnung zusammenkommen. "In der fünften Klasse sollen sie zusammenwachsen, in der siebten sind oft eigene Probleme Thema, und in der zehnten geht es mehr um Persönlichkeitsfindung, den eigenen Platz im Leben", erklärt Pater Christoph Beesten, der dem Kloster Maria Veen als Superior vorsteht.

Keinzelle des Orts

Mitten zwischen den Schülern sitzt Schwester Kitonyi, fiebert mit ihrer Mannschaft und ärgert sich herzlich mit ihr, wenn die Punkte ans gegnerische Team gehen. Die 27-jährige Missionsschwester vom kostbaren Blut stammt aus Kenia und ist eine von vier Schwestern, die gemeinsam mit acht Mariannhiller Missionaren in Maria Veen leben. Das Kloster ist Keimzelle des kleinen Orts, der heute zur Gemeinde Reken gehört. Und bis heute prägt es das Dorf. Das ordenseigene Gymnasium besuchen mehr als 950 Schüler, das Jugendhaus ist Treffpunkt für Klassen und Jugendgruppen, die zu Tagen religiöser Orientierung zusammenkommen, und das Kloster ist immer wieder Ziel von Missionaren aus aller Welt. Gerade ist Bischof Oswald Hirmer aus Südafrika zu Gast.

Schwester Kitonyi studiert in Münster katholische Religion und Deutsch auf Lehramt. In wenigen Tagen beginnt für sie das dritte Semester. Die Wochenenden und Semesterferien verbringt sie in Maria Veen. Dann hilft sie im Jugendhaus der Mariannhiller Missionare, das der Orden nach der Auflösung des Internats in den 1980er Jahren einrichtete. Pater Christoph Beesten hofft, dass sie eines Tages am Gymnasium in Maria Veen unterrichtet. Der 76-Jährige selbst war bis vor vier Jahren als Lehrer tätig.

Die Welt nach Maria Veen holen

Die Klostergemeinschaft ist in den vergangenen Jahren bunter geworden. Die Mariannhiller Missionare wollen die Welt nach Maria Veen holen. Sie wollen so auch den Schülern zeigen, wo auf dem Globus der Orden aktiv ist und wie unterschiedlich der Glaube auf den unterschiedlichen Kontinenten gelebt wird. Nach einem Jahr in Simbabwe ist Bruder Tymoetusz Telega aus Polen nach Maria Veen gekommen. Der 34-jährige Sozial- und Religionspädagoge mischt im Jugendhaus mit. Dass er noch einmal in Afrika zum Einsatz kommt, glaubt er nicht. "Afrika hat so viel afrikanische Hilfe, die Brüder dort brauchen nicht unsere missionarische Unterstützung", ist er überzeugt.

Geschichte und Gegenwart des Ordens sind in der Schule immer gegenwärtig. Eine Karte in einem der langen Flure zeigt, wo in Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien die insgesamt 400 Patres und Brüder leben. In einem anderen Flur erinnert eine Ausstellung an Abt Franz Pfanner, der erst im südafrikanischen Mariannhill das weltweit größte Trappistenkloster aufbaute und dann einen eigenen Orden gründete.

Trappisten kamen ins Westmünsterland

Vor mehr als 100 Jahren kamen die Trappisten auch ins Westmünsterland, um das Moor trockenzulegen. Damals gab es in der Gegend nur einige wenige Einödhöfe. Nach und nach entwickelte sich ein Dorf, dem das Kloster schließlich den Namen gab: Maria Veen. In den 1950er Jahren übernahmen die Mariannhiller Missionare das Kloster und eröffneten das Gymnasium. Wo in den Pausen heute Schüler plaudern, gingen die Trappisten einst schweigend und mit gesenktem Kopf ihrer Wege. Rote Streifen auf dem Boden zeigen die Pfade, die Brüder und Patres nur selten verließen.

Bis zur Fusion der vier Rekener Pfarrgemeinden vor drei Jahren war die Klosterkirche St. Marien auch Pfarrkirche von Maria Veen. Heute leitet ein Mitbruder, Pater Mario Muschik, die neue große Gemeinde St. Heinrich. Zum Mittagessen und manchmal auch abends kommt er ins Kloster, ansonsten lebt er im Pfarrhaus in Groß Reken.

Perspektiven fürs Leben vermitteln

Es ist lange her, dass sich ein Schüler dem Orden als Novize anschloss. Ein festes Glaubensfundament und Perspektiven für ihr Leben wollen die Missionare ihren Schülern heute vermitteln. Die Identifikation mit der Schule ist groß. Viele Absolventen halten auch nach dem Abitur die Verbindung zum Gymnasium. Beim Schulfest Mitte September haben fast 200 von ihnen bis spät in die Nacht zusammengesessen.

Verbindung schaffen auch die Projekte des Ordens, für die sich die Schulgemeinschaft regelmäßig stark macht. Unter dem Titel "Hand in Hand mit Afrika" will im kommenden Sommer eine Gruppe nach Kenia reisen, um in einer Missionsstation in Pfarrei, Kindergarten, Schulen und Waisenhaus mitzuhelfen. Im Sommer 2011 soll der Weltjugendtag in Madrid dann Jugendliche aus Maria Veen und Kenia noch einmal zusammenführen. Dann sollen sie spüren, was Bruder Tymoteusz Telega vor zwölf Jahren motivierte, ein Mariannhiller Missionar zu werden. "Das Leben hier ist wie in einer Familie."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedkirchensite.de-Heiligenkalender: Franz Pfanner

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.gymnasium-maria-veen.de
  2. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.mariannhill.de

 

Kontakt

Missionshaus Maria Veen
Am Kloster 9
48734 Reken
Tel. 02864 / 94930

Text: Andrea Hertleif | Foto: Andrea Hertleif
01.10.2009

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