
Pater Ernst Schmitt (l.) und Pater Gabriel Simon auf der Gartentreppe des Reihenhauses der Gemeinschaft am Bohlweg in Münster.
Arnsteiner Patres in Münster
Pilgerherberge
im Reihenhaus
Münster. Das Reihenhaus am Bohlweg ist unscheinbar, beinahe würde man achtlos vorbeifahren. Zunächst fällt vor allem die warme dunkelrote Farbe auf der weißen Fassade auf. Erst bei näherer Betrachtung bemerkt man links neben der Tür ein blaues Schild mit gelben Symbolen und Aufschriften. Zwei Herzen mit Kreuz und Flamme stehen dabei für die Bewohner des Hauses, die Arnsteiner Patres. Das stilisierte Rathaus verweist auf die Stadt Münster. Die Jakobsmuschel daneben weist das Haus als offizielle Pilgerherberge aus.
"Das ist ein ganz neuer Aspekt von Seelsorge", sagt Pater Ernst Schmitt. Etwa 50 Pilger seien es im letzten Jahr gewesen, die auf dem westfälischen Jakobsweg von Osnabrück nach Wuppertal Station gemacht hätten in Münster bei der "Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes" – so der offizielle Name.
Orden wurde 1800 gegründet
Im Jahr 1800 gründeten Marie-Joseph Coudrin und Henriette Aymer de la Chevalerie den Orden mit Frauen-, Männer-, und weltlichem Zweig im französischen Poitiers. Durch sein erstes deutsches Kloster in Arnstein an der Lahn erhielt der Orden im deutschsprachigen Raum seinen Namen. In 40 Ländern ist er mittlerweile weltweit vertreten und vor allem im schulischen und sozialen Bereich und in der Pfarrseelsorge aktiv.
In diesem Jahr haben in Münster bereits 40 Pilger die Herberge der Arnsteiner Patres aufgesucht, meist in Kleingruppen von drei, vier Personen, erzählt Pater Ernst. "Meist mit Voranmeldung, aber es gibt auch Spontanpilger, die dann einfach hier vor der Tür stehen." Die vier Patres, die am Bohlweg leben, pflegen ohnehin einen offenen Austausch mit ihren Mitmenschen. So nutzt derzeit auch ein Student die Möglichkeit, mit der Gemeinschaft im Haus zu leben und zu beten.
Beruflich eingespannt
Der Tag beginnt für die Männer um 6.30 Uhr mit der Meditation und der Laudes. Nach dem Frühstück geht es schnell weitaus geschäftiger zu. Pater Manfred Kollig ist als stellvetretender Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Bischöflichen Generalvikariat Münster tätig. Mit der Geschichte des Ordens, besonders der deutschen Ordensprovinz, befasst sich Pater Gabriel Simon, früher Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster.
Pater Ernst Schmitt hilft als Pfarrer in der Pfarrgemeinde St. Mauritz. Auch der leitende Pfarrer dieser Gemeinde, Pater Hans-Ulrich Willms, gehört zur Kommunität der Arnsteiner Patres; er schläft und arbeitet im Pfarrhaus an der Mauritzkirche. Pater Ernst Schmitt betont jedoch, auch Pater Hans-Ulrich lebe "mit seinen Brüdern zusammen".
Freie Fürbitten im Gottesdienst
Um 18.30 Uhr finden sich die Ordensleute in der hauseigenen Kapelle zur Abendmesse zusammen, wenn nicht andere Dienste anstehen. Ein fester Termin ist auf jeden Fall der Montag, wenn sich die Patres nach der Eucharistie zum Kommunitätsgespräch treffen.
In den Gottesdiensten sei auch immer Platz für freie Fürbitten, erläutert Pater Gabriel. Über das Fürbittbuch der Gemeinde St. Mauritz seien der Gemeinschaft die Sorgen und Anliegen der Menschen durchaus vertraut. Daher zögerten die Arnsteiner Patres nicht lange, die Klosterfürbitte für "kirchensite.de" zu übernehmen - schließlich ändere sich lediglich das Medium im Vergleich zum Fürbittbuch. "Das passt in unser Gebetsleben", findet Pater Ernst Schmitt.
Kontakt:
Arnsteiner Patres
Bohlweg 46
48147 Münster
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Text: Juliane Plöger | Foto: Juliane Plöger
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