
Freunde sollten füreinander da sein.
Geistlicher Impuls
Zuflucht
Wenn Du am Ende bist, dann brauchst Du einen guten Freund, auf den Du Dich hundertprozentig verlassen kannst. Leichter gesagt als getan. Jedenfalls bin ich im letzten Jahr damit ganz schön hereingefallen. Ich dachte, ich hätte einen solchen Freund. Zumindest hat er das immer gesagt: "Ich bin für Dich da. Ich lasse Dich nicht hängen." Aber als es mir richtig dreckig ging, da war es mit den Versprechen nicht mehr so weit her. Er hatte keine Zeit, es gab Wichtigeres zu tun.
Eine Zeit lang habe ich das hingenommen. Klar, man hat ja auch Verständnis. Aber irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten, habe versucht zu sagen, dass ich verzweifelt bin und Hilfe brauche. – Ein müdes Lächeln war die Antwort.
Die Enttäuschung war bitter. Ausgerechnet der, der mir am meisten versprochen hatte, lässt mich im Stich. Die Freundschaft war nur vorgetäuscht, die Freundlichkeit nur Fassade.
Ein anderer Freund hat mir in dieser Zeit einen Bibelspruch gesagt, an dem er sich immer wieder festhält: "Besser sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen." (Ps 118,8) Mir war das erst zu pessimistisch. Aber inzwischen glaube ich, das was dran ist. Und das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich kann mit Menschen befreundet sein und trotzdem meinen letzten Halt in Gott suchen. Er ist immer für mich da. Er wird mich nie enttäuschen. Und ich kann nicht tiefer fallen als in seine Hand.
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Text: Stephanie Lichters | Foto: Norbert Ortmanns
07.07.2009
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