
Pater Felix Rehbock bei einem Jugendgottesdienst.
Oblatenkloster Mariengarden
In der Stille Gott erfahren
Borken-Burlo. Der Name "Mariengarden" ist erstmals für das Jahr 1398 bezeugt, und ein halbes Jahrhundert später zogen Zisterzienser in das Kloster Burlo ein. Nach wechselvoller Geschichte kamen 1920 die Oblatenmissionare der Makellosen Jungfrau Maria (OMI) nach Borken-Burlo und begannen kurz danach mit der Einrichtung einer Privatschule, die Ende der 1960er Jahre zum Gymnasium wurde.
Das Internat ist inzwischen geschlossen, das 2008 renovierte Gästehaus mit 120 Plätzen steht aber stets für Exerzitien, Besinnungstage oder Freizeiten offen - für alle, die Gäste der Oblatenmissionare sein wollen. Das Gymnasium besuchen derzeit etwa 750 Schüler, die von zwei Patres und 43 weltlichen Lehrern unterrichtet und von Pater Felix Rehbock, dem Schulseelsorger, begleitet werden.
Im Oblatenkloster leben und arbeiten zurzeit 14 Patres und Brüder. Sechs weitere Oblatenmissionare leben im eigenen Seniorenheim "Haus der Vorsehung" in Borken. Die Patres der Kommunität sind, soweit es Alter und Gesundheitszustand erlauben, unter anderem in der Seelsorge der umliegenden Gemeinden tätig. Ein Pater ist Pfarrer der Pfarrei Heilig Kreuz in Borkenwirthe, der Superior Pater Martin Benning ist Pfarrer der St.-Marien-Gemeinde in Burlo, die ihre Gottesdienste in der Klosterkirche feiert.
Anliegen vor Gott bringen
Natürlich gehören zum Tagesablauf in der Klostergemeinschaft die regelmäßigen Gebetszeiten wie Laudes, Sext und Vesper sowie die Gottesdienste in der Pfarrkirche und in der Hauskapelle des Klosters. Die Gemeinschaft betet nicht nur in eigenen Anliegen. Immer werden fürbittend die Anliegen vor Gott getragen, die Menschen von außen an die Gemeinschaft herantragen.
"Wir werden natürlich auch die Bitten, die uns über das Internet erreichen, aufnehmen und jede einzelne im Gebet benennen", sagt Pater Felix. "Wer sich an uns wendet, braucht seinen Namen nicht zu nennen, wir beten für jede und jeden, der sich an uns wendet. Und wenn keine konkrete Bitte an uns gerichtet ist, beten wir für die Anliegen der Welt, für unsere Familien, die Schüler und Lehrpersonen unseres Gymnasiums", sagt der Pater. Vor allem die älteren Mitbrüder nähmen sich über das Gemeinschaftsgebet hinaus in besonderer Weise der Gebetsanliegen an.
"Aufladestation"
Pater Felix ist die Betrachtungsstunde am Abend vor der Vesper besonders wichtig, eine halbe Stunde in Gemeinschaft, eine halbe allein für sich, so wie es der Ordensgründer, der heilige Eugen von Mazenod, in die Ordensregel geschrieben hat. "Als Missionare ist der Tag für viele von uns ziemlich vollgepackt, da brauchen wir diese Stunde", sagt Pater Felix. "Da kann man sich Gott aussetzen, da findet Beziehung zu Gott statt." Das sei seine "Aufladestation", meint der Pater.
Aber man könne seine Aktivitäten und die Anliegen der Menschen und der Kirche Gott nur anbieten; jeder müsse das seine dazutun. "Wir sind ja keine Macher. Aus uns alleine können wir gar nichts tun. Wir brauchen diese Beziehung und die Rückbindung an den, der uns beauftragt und sendet", so der Pater, der neben der Schulseelsorge in der Jugendpastoral tätig ist. Das ist einer der Schwerpunkte der Oblatenmissionare. In Burlo gibt es 15 Kinder- und Jugendgruppen mit fast 200 so genannten OMI-Kids und OMI-Jugendlichen. So kommt der Jugendpater häufig mit jungen Menschen in Kontakt, weiß um ihre Probleme und Nöte.
Bild von der Gurke
Oft kommen Jugendliche zum Pater, und er spürt: trotz Schule, Disco, I-Pod, Auto und Freundin sind sie nicht zufrieden. "Mein Leben ist irgendwie fad", erzählen sie ihm, "ich habe alles, aber das alles führt mich nicht weiter." Pater Felix verwendet dann gern das Bild von der Gurke: Die Gurke an sich, frisch und saftig, schmeckt eigentlich nach nichts. Erst wenn sie in die Salatsoße oder in die Marinade kommt, schmeckt sie. Und er meint es nicht despektierlich, wenn er dann schließt: "Ich setze mich in die Marinade Gottes, dann bekomme ich Geschmack." Das biete er den Jugendlichen auch als Gebetshilfe an, denn ihm sei klar geworden: "Ohne die Beziehung zu Gott wird unser Leben geschmacklos - und leider auch immer mehr Menschen."
Jugendseelsorger sind eben praktische Menschen und nah am Puls der Menschen. "Wenn ein Jugendlicher mit Problemen oder Anliegen zu mir kommt, reden wir miteinander. Zum Schluss versuchen wir, miteinander zu beten", sagt Pater Felix. "Manchmal wird dann ja ein kleines Samenkorn gelegt, das weiter wächst und irgendwann Frucht bringt."
Nichts beweisen
Viele Menschen kreisten um sich selbst, täten alles, damit die anderen sie mögen. Eine Grundangst der Menschen sei, von anderen nicht geliebt zu werden. Wer sich auf Gott einlasse, erfahre: "Vor Gott muss ich nichts tun, nichts beweisen, damit er mich liebt. In der Stille kann ich Gott erfahren." Dabei fällt dem Pater ein anderer Spruch ein, der ihm wichtig ist - einer, den Mutter Teresa in ihrer Ordensregel verankert hat: "Die Frucht der Stille ist das Gebet; die Frucht des Gebets ist der Glaube; die Frucht des Glaubens ist die Liebe; die Frucht der Liebe ist der Dienst; die Frucht des Dienstes ist der Friede."
Für diesen Frieden in der Welt und in jedem Menschen, der ihre Hilfe braucht, wollen die Brüder und Patres aus Burlo beten.
Kontakt:
Kloster Mariengarden
Vennweg 6
46325 Borken-Burlo
Mehr zum Thema im Internet:
www.mariengarden.de
www.omi-jugend.de
www.oblaten.org
www.ins-kloster-gehen.de
www.gymnasium-mariengarden.de
Text: M. Gehling | Fotos: M. Gehling
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