
Superior Pater Josef (li.) und sein Stellvertreter Pater Klaus
Das Salvatorkolleg in Münster
Mitten im Leben
Münster. "Beweglichkeit" - dieses Wort beschreibt für Pater Josef und Pater Klaus das Wesen der Salvatorianer. Dafür sind die beiden Ordensmänner des Salvatorkollegs in Münster Paradebeispiele: Pater Josefs Akzent verrät seine schlesische Herkunft, seine beständige Fröhlichkeit vielleicht die 13 Jahre, die der jetzige Superior des Salvatorkollegs bei der Missionsarbeit in Afrika verbracht hat? Und dann tauchen auch noch sechs Jahre in Rom im Lebenslauf des 74-Jährigen auf.
Bei Pater Klaus, 67 Jahre, heute Vikar und stellvertretender Superior, sieht es ähnlich aus: Münster, Hildesheim, Berlin, wieder Münster. Die Salvatorianer tun alles andere, als sich hinter ihren Klostermauern zu verstecken. Das wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf den Alltag der elf Patres wirft, die das Salvatorkolleg, direkt gegenüber dem Clemenshospital in Münster, bewohnen.
Pfarr- und Krankenhausseelsorge
Alle Ordensmänner arbeiten in unterschiedlichen Bereichen auch außerhalb des Klosters. Pater Marek ist als Pfarrverwalter, Pater Maximilian als Kaplan hauptamtlich in der Pfarrseelsorge der Kirchengemeinde St. Gottfried mit der Filialkirche St. Maximilian Kolbe in Berg Fidel tätig. Zwei Brüder betreuen die Seelsorge im benachbarten Seniorenheim "Maria-Hötte-Stift", und Pater Alfons und Pater Hubertus sind für die Krankenhausseelsorge des Clemenshospitals zuständig. 24 Stunden lang müssen sie erreichbar sein, nachts- wie tagsüber.
Superior Pater Josef hält den Kontakt zu den Missionsstationen der Salvatorianer, wie etwa im afrikanischen Tansania. Er ist zuständig für die jungen Mitbrüder, die im Kolleg leben und in Münster studieren. Zurzeit sind es drei Mitbrüder: ein Deutscher, ein Afrikaner und ein Inder.
Auszeit vom Alltag
An Gäste sind die Patres des Salvatorkollegs ohnehin gewöhnt. Pater Klaus ist zuständig für die Exerzitien, die das Kloster auch für Einzelpersonen anbietet. "Beim ersten Kontakt ist da vor allem das Internet für uns hilfreich", berichtet er, wie interessierte Menschen auf die Angebote der Salvatorianer aufmerksam werden. "Es sind nicht nur Gläubige, die zu uns kommen", stellt Pater Klaus klar. "Es sind ganz einfach Menschen, die eine Auszeit vom Alltag brauchen."
Wer seinem stressigen Leben für einige Zeit den Rücken kehren will, kann einen Tag, ein Wochenende oder auch länger im Salvatorkolleg verbringen. Über die Angebote für Einzelpersonen hinaus bietet das Kloster zusätzlich Seminare oder Einkehrtage für Gruppen an, etwa für Schüler, Kommunioneltern oder Frauen.
Ihre Arbeit mit Laien in Form solcher Bildungsangebote oder der Seelsorge im Clemenshospital, in Gemeinden und dem Seniorenheim begreifen die Salvatorianer als eine besondere Aufgabe.
Verkündigung des Glaubens
Die Verkündigung des Glaubens sah schon der Ordensgründer Franziskus Maria vom Kreuze Jordan als Zentrum der salvatorianischen Gemeinschaft. "Die Verkündigung des Glaubens mit der Liebe Christi und mit allen Mitteln", verdeutlicht Pater Josef seine Aufgabe als Salvatorianerpater. "Mit allen Mitteln", bedeute dabei nicht, "dass wir anderen unsere Religion aufdrücken wollen", betont er. Bei der Missionsarbeit in Afrika beispielsweise gelte es, die kulturellen und religiösen Besonderheiten der Gläubigen zu achten. "Wir nehmen Rücksicht auf die Situation in den Ortskirchen", sagt Pater Klaus.
Nicht nur in Afrika, auch in Münster nehmen die Salvatorianerpater intensiv am alltäglichen Leben der Menschen außerhalb ihrer Klostermauern teil. Sie wollen mittendrin sein im Leben. Ein Besucher des Klosters fühlt sich dort nicht fremd oder unbehaglich: Im breiten Eingang, den hellen Fluren und der kleinen Kapelle in der Mitte des Gebäudes scheint jeder einfach dazuzugehören.
Kontakt:
Salvator-Kolleg
Düesbergweg 133
48153 Münster
Text: Barbara Neumann | Fotos: Barbara Neumann
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