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26.04.2017
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Ein Altenpfleger bei der Arbeit.

Beruf und Berufung: Ein Altenpfleger bei der Arbeit.

Petra Fietzek bei "Kirche in WDR 3-5"

Vom Funken Gottes als Berufung

Über 40 Jahre ist das her. Es war kurz vor unserem Abitur. Da fuhr ich mit meiner Schulfreundin zu meinen Großeltern ins Rheinland. Wochenendbesuch vor den großen Prüfungen. Abends lasen wir noch lange in unseren Betten und ich erinnere mich, wie meine Freundin am nächsten Morgen völlig aufgeregt mitten im Zimmer stand und mir im Nachthemd verkündete: Ich werde Ärztin. An ihrer Stimme merkte ich, wie ernst es ihr damit war. Wie kommst du darauf?, fragte ich. Sie hob ein Buch in die Höhe und sagte: Ich habe die "Krebsstation" von Alexander Solschenizyn zu Ende gelesen. Und so kam es: Meine Freundin studierte Medizin und arbeitet bis heute in eigener Praxis als Internistin.

Das ist ein klarer Berufsweg. Da hat ein Mensch vor über 40 Jahren für sich erkannt: Diese Richtung möchte ich einschlagen. Diese Tätigkeit passt zu mir. Irgendetwas im eigenen Wesen fühlte sich von der Arbeit mit Kranken angesprochen. Wollte lernen, um anderen helfen zu können. Nun stand nichts Weiteres zur Debatte. Es gab keinen Zweifel. Keine Alternative.

Als ich mit meiner Freundin vor kurzem über diesen Morgen bei meinen Großeltern sprach, sinnierten wir über ihre Entscheidung nach all den Jahren Berufserfahrung. "Würdest du diesen Weg nochmal gehen?", fragte ich. "Ja", sagte sie, "mit allem Auf und Ab. Ich glaube, da hat Gott etwas in mich hinein gelegt."

Der Beruf als Berufung - mit göttlichen Initialfunken. Von solchen Berufungen können auch Künstlerinnen und Künstler erzählen. Menschen, die ein besonderes Talent haben. Da malt ein Kind stundenlang ein Bild, während alle anderen Kinder längst draußen spielen. Da schreibt ein junger Mann Gedichte. Jeden Abend mindestens eins. Da tanzt eine Schülerin in allen Minuten ihrer Freizeit. Da töpfert ein alter Mann Krüge und Schüsseln.

Egal, ob kreative Menschen ihre Neigung zum Beruf machen oder nicht: Sie müssen ihre Begabung leben, damit sie froh und sie selber sind.

In der christlich-jüdischen Deutung, seit biblischer Zeit, steckt hinter diesen Begabungen immer auch ein Funke des Göttlichen. Ein Talent, das Gott individuell in jeden Menschen hinein gelegt hat. Oft ist dieser Funke Gottes aber nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Klarheit in der Berufsfindung zum Beispiel ist kein leichtes Thema. Im Gegenteil. Viele Menschen, gerade auch junge Menschen in unserer Zeit, wissen nicht genau, welche Ausbildung sie wählen sollen oder welches Studium zu ihnen passt.

Der Funke Gottes in jedem Menschen ist jedoch unabhängig von Berufstätigkeit oder Arbeitslosigkeit. "Mit jedem Menschen, der geboren wird, kommt etwas in die Welt, was es nie vorher gab und was es nie wieder geben wird", meint die Philosophin Hannah Arendt.

Dieser göttliche Funke kann sich auch zeigen in einer positiven Lebenseinstellung, im Einsatz für Frieden, im Humor, in der Menschen- und Gottesliebe. In etwas, bei dem ein Mensch spürt, dass genau das zu ihm passt. Dass er da im Einklang mit sich selber ist.

Vielleicht sind Sie ein kreativer, energievoller Mensch. Oder eher still und aufmerksam zuhörend. Vielleicht sind Sie von ansteckender Fröhlichkeit. Ein Mensch, auf den sich andere fest verlassen können. Vielleicht ist es genau das, was Gott besonders in Sie hineingelegt hat, Ihre Berufung, Ihr ganz eigener Beitrag in Gottes vielseitiger Welt.

Buchtipp:

Im Morgenlicht - Ein geistliches Lesebuch
Petra Fietzek
96 Seiten, vier Grafiken, gebunden
dialogverlag Münster 2013
ISBN 978-3-941462-80-9
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Text: Petra Fietzek | Foto: Michael Bönte
Mit freundlicher Genehmigung des Öffnet externen Link in neuem FensterKatholischen Rundfunkreferats beim WDR
04.11.2016

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