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23.11.2017
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Uhr.

Am Wochenende werden die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt.

Hubertus Lutterbach bei "Kirche in WDR2"

Die begrenzte Zeit

An diesem Sonntag werden ja wieder die Uhren umgestellt – Sommerzeitbeginn. Und Uhren sind so eine Sache für sich. Natürlich sollen sie die Zeit angeben, aber sie sind für viele doch mehr: Statussymbol, Designstück, Alltagshelfer. Vielleicht haben einige von Ihnen schon eine dieser neuen Uhren, mit denen man jetzt auch telefonieren kann. Ich hab eine andere ganz neue Uhr – und die ist etwas verrückt: Sie zeigt mir meine verbleibende Lebenszeit an. Was für ein Witz: Eine Uhr sagt mir, wie viel Zeit mir noch bleibt. Aber gereizt mich das und so habe ich die Uhr bestellt.

In jedem Moment zeigen mir die Ziffern jetzt, dass meine Lebenszeit geringer wird. Der CountDown läuft – und zwar sichtbar. Beim Kauf hat der Hersteller meine voraussichtlich verbleibende Lebenszeit berechnet. Als Berechnungshilfen haben ein paar Daten meinerseits gedient: biologisches Alter, männlich oder weiblich, verheiratet oder nicht, akademisch gebildet oder mit niedrigem Bildungsabschluss, finanziell gut dastehend oder schuldenbelastet – und so weiter.

Zugegeben: Am Anfang habe ich mich mit meiner neuen Armbanduhr schwer getan. Warum soll ich mir anschauen, wie lange mein Leben noch dauert? Ich weiß doch sowieso, dass es irgendwann endet, dachte ich. Oder ich habe mir gesagt: Die Angabe hat doch nur statistischen Wert und sagt über mich ganz konkret sowieso nichts aus.

Inzwischen bin ich gelassener. Ich nenne meine Armbanduhr sie mittlerweile sogar liebevoll meine "Restzeituhr". So bleiben mir aktuell noch 25 Jahre, 11 Monate, 3 Tage, 52 Minuten und 24 Sekunden an Lebenszeit.

Was soll‘s? Wenn ich mir meine noch ausstehende Lebenszeit beim Blick auf die Uhr bewusst mache, interessiert mich nicht mehr, ob die Zahlenangabe stimmt oder nicht. Wichtiger finde ich, dass mir der Blick auf mein verrinnendes Zeitkonto hilft, mit meiner Zeit achtsamer umzugehen.

Übrigens, schon in der Bibel gibt es ein Lied, das vor dem Hintergrund der tickenden Lebenszeit geschrieben wurde. Ok, es ist schon zweitausend Jahre alt und daher ist die Bemessungsgrundlage etwas anders als bei meiner Lebenszeit-Uhr. Aber Psalm 90 trifft es immer noch, was ich mir dabei denke. Und der geht so:

"Unser Leben währt siebzig Jahre,
und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre;
und was daran köstlich scheint,
ist doch nur Mühe;
denn es eilt schnell dahin,
als flögen wir davon.
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden."

Text: Hubertus Lutterbach | Foto: Michael Bönte
Mit freundlicher Genehmigung des Öffnet externen Link in neuem FensterKatholischen Rundfunkreferats beim WDR
27.03.2014

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