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25.06.2016
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Osterfeuer.

Das Osterfeuer ist ein Zeichen für das Geschehen der Osternacht.

Heiliger Dreitag – dichtes Erleben (3):

Was geschieht in der Osternacht?

Die größte, älteste, längste Liturgie ist die Osternacht. Ursprünglich eine "Vigil", ein nächtlicher Wach-Gottesdienst, geprägt vor allem von Lesungen und Psalmengebeten. Zudem: eine Nachtliturgie. Damit sind eigentlich Diskussionen um den Zeitpunkt hinfällig. Denn einerseits steht die liturgische Dramaturgie zu Beginn der Feier in der Todesnacht Jesu.

Andererseits kann die Osternacht nicht zuletzt durch diese zeitliche "Zumutung" und durch den Mut zu wirklich großen liturgischen Gesten, die diese Liturgie nahelegt, zum tiefen Glaubenserlebnis werden – jenseits ausgetüftelter "Event-Gottesdienste".

Am Anfang steht das Feuer, ein "neues" Feuer, wie es heißt, das draußen, in der dunklen Nacht entfacht und gesegnet wird. Wie schön wäre es, wenn die ganze Gemeinde dabei wäre und sich nicht in der Kirche die Plätze warmhielte! An dem neuen, gesegneten Feuer wird die Osterkerze entzündet: "Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen."

Von dieser beglückenden Botschaft erfüllt, zieht die Gemeinde in die – natürlich stockfinstere! – Kirche ein. Dort, wo zuletzt der todesdunkle Karfreitag begangen wurde, erklingt nun dreimalig der Ruf "Lumen Christi" – "Christus, das Licht", und allmählich wird die ganze Kirche durch das sich ausbreitende Kerzenlicht in den Händen der Menschen erhellt. Keine noch so raffinierte elektrische Lichtanlage kommt gegen diese urtypische Feuersymbolik an.

Diese tiefe Ergriffenheit kann nicht einfach gesagt werden – sie will gesungen sein: Im "Exsultet", dem Osterlob, das diese "wahrhaftig selige Nacht" besingt, die "hell wird wie der Tag", und das die "wahrhaft heilbringende Sünde des Adam" als Zeichen der "unfassbaren Liebe des Vaters" preist, weil sie, durch Christi Tod vernichtet, zum Segen wurde.

Diese Erlösungstat wird in den folgenden – mindestens fünf, maximal neun – Lesungen gedeutet. Unverzichtbar ist die Schöpfungsgeschichte am Anfang: "Es werde Licht! Und es ward Licht." Das Chaos weicht, Ordnung entsteht: der Himmel oben, die Sterne, die Zeit in Tag und Nacht, die Erde, das Wasser, der Mensch, Tiere und Pflanzen. Und am Ende steht der siebte Tag, der Sabbat – letztlich der christliche Sonntag, der wöchentliche Gedenktag von Ostern. Verpflichtend ist auf jeden Fall die Lesung vom Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer: Die Spaltung der Wassermassen, die den Verfolgern Tod und dem auserwählten Volk das Leben, Freiheit, Auszug in die Heimat geben – ein gewaltiges Bild für Tod und Auferstehung und natürlich für die Taufe, das "Wiedergeboren-werden" im Durchgang durch dieses Wasser.

Schön und sinnvoll ist es, wenn die Antwortgesänge auf die Lesungen auch wirklich aus den Psalmen gestaltet würden – oder im Fall der Rote-Meer-Lesung mit dem Lobgesang der Israeliten, einem der ältesten Lobgesänge der Bibel.

Langsam steigert sich die Feierlichkeit, denn bislang währte das am Gründonnerstag begonnene Schweigen von Orgel und Glocken. Nach der letzten alttestamentlichen Lesung jedenfalls wird das Gloria angestimmt – mit vollem Geläut und voller Orgel. Und im Anschluss an die Lesung aus dem Römerbrief ruft die Lektorin oder der Lektor: "Ich verkünde euch eine große Freude: das österliche Halleluja!" Wunderbar, wenn dieses Oster-Halleluja tatsächlich dreifach gesteigert gesungen wird und das Evangelium von der Auferstehung Jesu mit großer Feierlichkeit begrüßt – womöglich begleitet von der aufgehenden Sonne des Ostertags …

"Wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden." So sagte es die Lesung aus dem Römerbrief. Entsprechend ist die Osternacht zugleich der Tauftag schlechthin. Wo keine Taufe stattfindet, gehört dennoch die Tauferneuerung aller Gläubigen unbedingt hierher. Wer den österlichen Dreitag bewusst und intensiv mitgefeiert hat, wird das Bekenntnis zu diesem Glauben umso inniger, überzeugter sagen und erneuern können. Mancherorts werden die anschließenden Fürbitten in Anlehnung an die zehn Fürbitten der Karfreitagsliturgie gestaltet – und, wo möglich, gesungen.

Es schließt sich die Eucharistiefeier an, die in den verschiedenen Hochgebeten zur Auswahl nochmals das Geschehen von Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern zusammennimmt – in dieser Nacht besonders "aktuell klingen".

Schön ist es, wenn die Gemeinde anschließend zum gemeinsamen Osterfrühstück oder doch einfach nur zum gemeinsamen Feiern noch zusammenbleibt.

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Text: Markus Nolte | Foto: Michael Bönte
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