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25.05.2012
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Mit dem Bild der schwindenden Nacht beginnt auch ein Adventslied.

Mit dem Bild der schwindenden Nacht beginnt auch ein Adventslied.

Impuls im Advent (2)

"Die Nacht ist vorgedrungen" – ein Adventslied

Geht es Ihnen in diesen Dezembertagen auch manchmal so: Sie sehnen sich danach, dass doch endlich am Horizont das morgendliche Tageslicht erscheinen möge? Die langen, dunklen Nächte dieser Jahreszeit, sie können etwas Bedrohliches und Ängstigendes haben, wenn sie nicht durch Lichtstrahlen oder wärmende Feuer durchbrochen werden.

Mit dem Bild der schwindenden Nacht beginnt auch ein in diesen Tagen oft gesungenes Adventslied: "Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern." Sowohl katholische, wie auch evangelische Christen finden dieses Lied in ihrem kirchlichen Gesangbuch.

Diese ersten Zeilen des von Johannes Petzold komponierten und von Jochen Klepper getexteten Liedes beziehen sich auf den Apostel Paulus. Denn an die christliche Gemeinde in Rom gewandt, schreibt Paulus: "Jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe." Das Licht des neuen, aufgehenden Tages, es bringt die christliche Gemeinde dem einst wieder kommenden Christus eine Wegetappe näher.

Diesem kommenden Christus, der einstmals als kleines Kind im Stall von Betlehem geboren wurde, widmet Jochen Klepper auch seine weiteren Verse des Liedes:

 "Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein," so dichtet Klepper im Jahre 1938. Der helle Morgenstern, der das Ende der langen Nacht bescheint, er steht für Jesus Christus. Und dieser Morgenstern, er bescheint all unsere "Angst und Pein".

Jochen Klepper wusste wovon er sprach, als er diesen Text verfasste. Seit Anfang der 30er Jahre war er mit seiner jüdischen Frau Johanna verheiratet, die aus erster Ehe zwei Töchter mit in die neue Familie brachte. Bereits mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor Klepper aufgrund seiner jüdischen Beziehung seine Anstellung beim Rundfunk. Jahre der Demütigungen und Verunglimpfungen folgten. Doch der Ehemann stand zu seiner Ehefrau und sie zu ihm.

Als sich im Dezember 1942 seine Hoffnung auf eine Emigration nach Schweden für die jüngere Tochter zerschlug, sah die Familie keinen anderen Ausweg der drohenden Deportation zu entkommen, als ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen.

"Gott will im Dunkel wohnen, und hat es doch erhellt," so dichtet Klepper in der fünften und letzten Strophe. Und weiter heißt es: "Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht."

In diesem Vertrauen auf die Barmherzigkeit des Sohnes Gottes muss Jochen Klepper mit seiner Familie in den Tod gegangen sein. Sein letzter Tagebucheintrag zeugt davon, wenn er schreibt: "Wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben." In dem Vertrauen, dass nach der Dunkelheit der Nacht der neue Morgen kommt, beginnt das Adventslied, in dem Vertrauen, dass nach der Dunkelheit des Todes das Licht Christi erscheint, endet das Lied. Dieses Vertrauen erfüllte Jochen Klepper!
 
So wünsche ich auch uns, dass das morgendliche Licht eines jeden neuen Tages, auch uns im Vertrauen auf Christus, das Licht, stärkt!

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