
"Schau an der schönen Gärtenzier - Und siehe, wie sie dir und mir - Sich ausgeschmücket haben."
Gottsuche (5)
"Ja, du wurdest meine Hilfe"
"Geh aus mein Herz und suche Freud - In dieser lieben Sommerszeit - An deines Gottes Gaben." So beginnt ein vor ca. 350 Jahren geschriebenes, weltweit bekanntes Kirchenlied von Paul Gerhardt. In fünfzehn Strophen entfaltet der Dichter eine üppige Sommerlandschaft. Berg, Hügel, Tal und Felder breiten sich aus und die Luft ist erfüllt von jubilierendem Vogelgesang.
Wer war dieser Mann, der auf so heitere, gottgläubige Art die Natur bedichtete? Ein Glückspilz? Ein Traumtänzer?
Im Jahr 1607 wurde Paul Gerhardt in der Nähe von Wittenberg geboren. Als er elf Jahre alt war, brach der Dreißigjährige Krieg aus, brachte Chaos, Hungersnöte und Seuchen. Mit 14 Jahren hatte Paul Gerhardt beide Eltern verloren. Wenig später seinen Bruder. Er wurde Pfarrer und heiratete. Das Paar bekam eine Tochter.
In dieser Zeit, 1656, entstand der Text "Geh aus mein Herz und suche Freud". Sein frischer, hoffnungsvoller Ton findet sich auch in späteren Liedern von Paul Gerhardt wieder. Dabei musste der Dichter weitere Schicksalsschläge verkraften: vier seiner fünf Kinder starben und er wurde nach innerkirchlichen Querelen aus dem Kirchendienst entlassen. In jene Zeit fiel der Tod seiner geliebten Frau.
Inneres Gefangensein
Immer wieder war Paul Gerhardt schier Unerträglichem ausgesetzt. Schmerzhaft erfuhr er dadurch inneres Gefangensein, nennt es in seinem Kirchenlied "des Leibes Joch".
Gefangensein im eigenen Inneren findet als menschliche Urerfahrung zu allen Zeiten in allen Kulturen Ausdruck. So gestaltet Louise Bourgeois, eine 1911 in Paris geborene und 2010 in New York verstorbene Künstlerin, mit 81 Jahren großformatige Käfige. Diese Zellen, von Gittern umgeben, enthalten Möbel, Stoffe, Keramik und Holzgegenstände. Sie zeugen eindringlich von seelischer Not.
Mit ihren Cells erzählt Louise Bourgeois von der eigenen konflikthaften Kindheit. Zugleich verstand sie diese Erinnerungsräume nicht nur biografisch, sondern kollektiv: Sie sah in jedem Menschen seelische Käfige, die freies, glückliches Leben behindern.
Ein wichtiger Impuls in Paul Gerhardts Kirchenlied ist gleich zu Beginn die konkrete Handlungsanweisung, die sicherlich den weltweiten Erfolg seines Textes mitbegründet: Verkriech dich nicht in deinem inneren Käfig! Komm heraus! Schaue, höre, rieche, schmecke die verschwenderische Fülle der Schöpfung!
Kraft und Freude finden
"Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerszeit!" Die Ermutigung zum Aufbruch befreit die Seele aus dem Kreisen um sich selbst. Für den Dichter wird die Natur mit ihrer unerschöpflichen Energie zum Lebenselexier. Davon möchte er sich anstecken lassen. Darin möchte er Kraft und Freude finden als Gegengewicht zu seinen Sorgen.
Der Dichter begibt sich in einen noch größeren Zusammenhang: Für ihn ist die Schöpfung kreativer Ausdruck Gottes, der sie den Menschen in verschwenderischer Fülle anbietet.
"Ja, du wurdest meine Hilfe", heißt es im Psalm 63 des Alten Testaments. Hilfe Gottes hat Paul Gerhardt wohl immer wieder in seinem bewegten Leben erfahren. Hilfe, die nicht die Lebensumstände änderte, aber Paul Gerhardts Lebenseinstellung.
"Mach in mir Deinem Geiste Raum", bittet er Gott am Ende seines Kirchenliedes. Darin lag für den Dichter der Schlüssel seiner Widerstandskraft: Seine Beziehung zu Gott weitete seine Lebenssicht und sprengte die Gitterstäbe seiner Sorgen. So sehr, dass immer wieder neu Aufbruch möglich war:
Geh aus mein Herz und suche Freud
In dieser lieben Sommerszeit
An deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärtenzier
Und siehe, wie sie dir und mir
Sich ausgeschmücket haben.
Die Sommerzeit als Einladung, neue Erfahrung mit Gott zu machen. Auch für Sie und mich.
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Gottsuche (4): Grundlose Gottesliebe
Gottsuche (3): "Ich denke an dich"
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19.08.2011
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In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
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Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Neues Seelsorgekonzept
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