Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Impulse
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.

Geistlicher Impuls

Singen

Schwangere Frauen sollten regelmäßig singen. Es fördere das Wohlbefinden und die seelische Gesundheit des erwarteten Kindes. Das empfahl vor Jahren der berühmte Geiger Yehudi Menuhin, der viele Musikschulen für Kinder gegründet hat. Nach einem Schlaganfall würde über das Singen die sinnliche Ansprechbarkeit der Patienten gefördert, so lautete neulich das Ergebnis eines länger andauernden Versuchs.

Was kommt da in Bewegung, wenn ich singe? Wer gerne singt, ahnt, was sowohl in dem Ratschlag des Musikers als auch in der therapeutischen Erfahrung angesprochen ist: Singen ist Nahrung für die Zustimmung zum Leben, zum eigenen Leben und zum Leben anderer, zum werdenden Leben. Wer im Singen seiner Stimme freien Lauf lässt, stimmt der Ahnung zu, dass es "im Grunde" mit ihm und mit den anderen stimmt, so wie es jetzt ist. Die Stimme gibt Ausdruck von der Stimmigkeit.

Was wäre ein stärkeres Fundament für das Leben? Singen für den geliebten Menschen, freudiges Staunen über den erwarteten Menschen anstimmen oder darin einstimmen, das Einverständnis mit dem Leben, wie es jetzt ist, bekunden – was könnte mehr das alltägliche Leben unterfangen?

Dieses Fundament ist nicht zu erklären, nicht zu machen und nicht zu begreifen. Es ist "unbegreiflich". Es gibt Wirklichkeiten, die wir nicht begreifen können. Wir können uns von ihnen nur ergreifen lassen. Und wenn das geschieht, liegt das Singen nahe, weil ich dann mit dieser Freude nicht allein bleiben kann. Da sagt ein Mensch zum andern: "Du, ich liebe dich!" Wie sollen wir das erklären? Das ist nicht zu erklären. Das ist unbegreiflich. Davon kann man sich nur ergreifen lassen. Wenn das geschieht, dann wird ein Fest gefeiert und wir singen.

Das Singen steht am Anfang des Glaubens. Es ist Antwort auf die unbegreifliche Zusage Gottes: "Du, Mensch, ich liebe dich." Wollen wir das erklären? Alle Erklärungen blieben hinter dem zurück, was zu erklären wäre. Diese Zusage ist unbegreiflich. Sie ist ein Geschenk des Himmels – und deshalb das Fundament des Lebens. Wer sich ihm öffnen kann, feiert ein Fest und singt. Deshalb hat der christliche Glaube Musik, er hat Klang und er hat Farbe. Er wird im Herzen geboren, nicht im Kopf. Im Herzen: da, wo ich unverwechselbar gemeint bin. Wenn das Herz davon ergriffen ist, öffnet sich der Mund – zum Singen.

Diese fundamentale Zusage lässt das Leben in anderem Licht erscheinen, auch die Menschen. Was ist, wenn ihnen dieselbe Zusage gilt von Gott her: "Du, Mensch, ich liebe dich."? Müsste man dann nicht gemeinsam singen?

Diese Frage verweist auf etwas, das zum Singen gehört: So sehr die Stimme im Singen freien Lauf braucht, sie bedarf auch des regelmäßigen Übens. Im Üben tastet sie sich immer tiefer an den Grund von allem heran und bildet die Antwort auf diesen Grund. Im Wiederholen lässt sich die singende Stimme wieder-holen in die Zustimmung zum Leben, in den immer genaueren, volltönenden Einklang mit dem Original.

Darum wird in den Kirchen so viel gesungen, werden die Festgeheimnisse Jahr für Jahr neu besungen, oft mit denselben Liedern, um immer neu an den Ursprung heranzukommen, um jedes Jahr eine neue Facette zu entdecken und aufzunehmen. Im Singen wird die "Schatzkammer Seele" schöpferisch geöffnet, und dann kann sie ihre schöpferische Antwort auf den unverfügbaren Lebensgrund geben.

Nicht nur vor der Geburt singt die Mutter für das Kind und wegen des Kindes. Auch nach der Geburt. Wie vertraut sind die Schlaflieder! Sie helfen, sich dem dunklen Bereich des Schlafes anzuvertrauen. Mehr als die Worte ist dann die Stimme der Mutter wichtig, wie bei dem bekannten Lied "La Le Lu".

Bei größeren Kindern spielen wohl auch Bilder eine Rolle, die die Seele aufnimmt. Wer am Ende des Tages innehält, wird solcher Bilder bedürfen, die Halt geben und Weiträumigkeit versprechen. Bilder, die vermitteln: Nur mit letztem Halt geben wir uns zufrieden. Das ist der Gott, der auch den Anfang des Lebens und den Grund des Lebens unbegreiflich gewährleistet. Diesem Gott singt die Kirche noch im Nachtgebet. Dass Ihnen eine wohltuende Melodie in die Sinne kommt, wünsche ich Ihnen für diesen Tag.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterGeistliche Impulse von Paul Deselaers

Text: Paul Deselaers
30.03.2011

Impulse verschiedener Autoren

In die Tiefe gehen: Übersicht mit verschiedenen geistlichen Impulsen und Texten unterschiedlicher Autoren.

Impulse von Dr. Silberberg

Einhaken: Geistliche Impulse von Dr. Hermann-Josef Silberberg.

Gebete und Bibeltexte

Die Übersicht über Gebete und Bibelstellen lädt ein, die Seele atmen zu lassen.

Impulse zum Kirchenjahr

Die Geistlichen Impulse, die Sie in dieser Übersicht finden, führen Sie durch das Kirchenjahr.

Impulse von Reinhard Lettmann

Christliche Gestaltung des Alltags.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Daniel Kotara.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand