
Johannes der Täufer verweist auf Jesus: "Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt".
Zeitenwende
Lebt nicht länger in den Tag hinein
Ein Hallo an alle, die Hans, Hanna oder Johannes heißen: euer Namensvetter steht heute im Mittelpunkt. Johannes der Täufer nennt ihn die Bibel, weil er im Jordan die Menschen getauft hat. Was kann man noch über ihn lesen? Er ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. Seine Kleidung bestand aus Kamelhaar und einem Gürtel um die Hüften, und seine Bleibe hatte er irgendwo am Rande der Wüste gefunden.
Entscheidender als sein Äußeres aber ist seine Botschaft. Für die Menschen seiner Zeit wird er damit zu einer Herausforderung, die sie nicht gleichgültig lässt. Denn wer zu ihm kommt, hört unmissverständliche Worte: "Teilt das, was ihr besitzt mit denen, die weniger haben!" "Nehmt nicht mehr als euch zusteht!" "Übt keine Gewalt aus!"
Diese Botschaft des Johannes geht von einer Zeitenwende aus. Das drängt ihn dazu, seinen Mitmenschen zu sagen: Lebt nicht länger in den Tag hinein! Heute habt ihr die Chance, euer Leben zu ändern, jetzt könnt ihr etwas Neues anfangen. Deshalb: fangt an!
Vor rund vier Wochen haben sich Hunderttausend Christen in München zum Ökumenischen Kirchentag getroffen. Am Ende der gemeinsamen Tage gab es einen feierlichen Schlussgottesdienst. Daraus ist mir ein Satz hängen geblieben: "Wir brauchen weniger Ich und mehr Du". Das verstehe ich als eine Einladung, nicht bei mir selbst stehen zu bleiben, sondern auf den Menschen neben mir zu schauen und mich von seiner Situation anrühren zu lassen. Mehr Mitmenschlichkeit – das war auch die Kernbotschaft von Johannes dem Täufer. Wer so handelt, wird die Erfahrung machen, dass er selbst dabei nicht zu kurz kommt.
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Text: Andrea Rösch | Foto: Michael Bönte
24.06.2010
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