
Die Begegnung mit Jesus Christus richtet auf.
Geistlicher Impuls zum Fest der Darstellung des Herrn (6)
Schritte des Vertrauens
Am 2. Februar feiern viele christliche Kirchen das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess). Es geht auf die biblische Geschichte zurück, in der Maria und Josef acht Tage nach der Geburt Jesus in den Tempel bringen und dort auf die Propheten Simeon und Hannah treffen. Diese stimmungsvolle Erzählung lädt ein, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Im Licht Gottes wird mein Leben hell und zu einem stimmigen Geschenk. Gottes rettende Tat schenkt Frieden und stärkt das Vertrauen.
Der Evangelist Lukas erzählt zu Beginn seines Evangeliums die Kindheitsgeschichte Jesu. Der berühmteste Abschnitt ist das Weihnachtsevangelium. Lukas berichtet aber auch, dass Josefs und Maria nach Jerusalem gehen und für Jesus ein Opfer im Tempel darbringen. Dabei treffen sie im Tempel auf zwei alte Menschen, die alten Propheten Simeon und Hanna. Beide sagen etwas über das Kind und seine Zukunft.
Simeon spricht klare Worte: "Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird." (Lk 2, 34)
Die, die Jesus widersprechen, aber zu Fall kommen werden, sind vor allem die Stolzen und Hochmütigen, alle, die andere unterdrücken und ihre Macht missbrauchen. Mit Jesus beginnt eine andere Zeit, eine Zeit der Hoffnung für die Armen und Unterdrückten: viele wird er aufrichten.
Lukas erzählt in seinem Evangelium viele Beispiele von Menschen, die durch die Begegnung mit Jesus Christus neue Kraft und neuen Mut bekommen. Es sind nicht nur Menschen, die unter Krankheiten leiden, sondern auch viele, deren Lebensweg in eine Sackgasse geraten ist. Sie alle erfahren Hilfe. Für mich ist das kein Märchen aus längst vergangener Zeit. Ich glaube, dass es das noch heute gibt: die Begegnung mit Jesus Christus richtet auf. Aber wie?
Die Begegnungen, von denen Lukas berichtet, haben eins gemeinsam: Menschen gehen auf Jesus zu und bitten ihn um etwas. Sie trauen ihm zu, dass er ihre Situation verändern kann. Genau das ist für mich Glauben. Diesen ersten Schritt zu tun und ihm Vertrauen entgegenzubringen.
Zunächst ist es einfach psychologisch wichtig, wieder etwas zu haben, auf das ich vertrauen kann. Das hilft mir auf. Aber noch viel mehr hilft mir auf, wenn ich sehe, auf wie verschiedene und oft überraschende Weise diese Hilfe tatsächlich zu mir kommt. Menschen, die plötzlich da sind, Gedanken, die mir helfen, Dinge, die sich auf einmal fügen - je älter ich werde, desto mehr staune ich über Gottes Phantasie.
Dieses Staunen hat meinen Blick auf das Leben verändert. So wie Simeon und Hannah in dem kleinen Kind schon etwas Großes sehen, darf auch ich in kleinen Dingen Zeichen für das sehen, was Gott für mich tun will. Ich bin durch meinen Glauben aufmerksamer geworden.
Der neue Tag, der jetzt beginnt, lädt ein, solche Schritte des Vertrauens auf Gott zu wagen. Auch wenn sich in mir einiges dagegen regt oder andere dem widersprechen – Gott richtet mich auf. Mir ist das zur Gewissheit geworden.
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