Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Impulse
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Er weidet mich auf grüner Aue

"Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser."

Perspektiven (6)

Immerwährende Begleitung

Im Kolumba-Museum, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, wird zur Zeit unter anderem ein Werk des griechischen Künstlers Jan Kounellis gezeigt. Es besteht aus drei Teilen: einer funzeligen Wandlampe, einem altmodischen Garderobenständer, an dem Hut und Jacke hängen, und einer übergroßen Wandfläche mit glänzenden Goldmosaiken. Ein Werk der "Arte Povera", einer Kunstrichtung, in der auf Überflüssiges verzichtet wird. Der Künstler nennt seine Arbeit "Bürgerliche Tragödie", gibt sie für unsere Interpretationen frei.

Ich trete näher, stutze: Wo beginnt das Kunstwerk? Ehe ich mich versehe, fängt es mich ein und spricht mich an: So ist das Leben, sagt es, Tag für Tag steigst du in deine Kleidung und legst sie wieder ab. Ebenso steigst du in deine Pflichten, in Konventionen und Krisen ein und irgendwann daraus wieder aus. Hängst Vergangenes an einen Garderobenständer. Und dann gibt es im Leben diesen Goldgrund, dieses immerwährende Hoffnungszeichen, das nicht an den Wechsel der Zeiten, der Stimmungen gebunden ist. Dieses Symbol für Ewigwährendes. Als Angebot, als Vision. Ich trete zurück. Gehe auf Abstand. Frage mich: Haben die beiden etwas miteinander zu tun? Der Garderobenständer und der Goldgrund?

Der älteste Psalm im Buch der Psalmen des Alten Testaments ist Psalm 23. In diesem Psalm geht es darum, dass ein Mensch sich bei jedem Schritt seines Lebens und im Tod der Gegenwart Gottes sicher ist. Es ist ein Vertrauenspsalm in Gottes immerwährende Begleitung. Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen. Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser um seines Namens willen.

Der Name Gottes lautet in der Ursprache der Bibel, im Hebräischen, JHWH. Das heißt sinngemäß: Ich bin für dich da. Vertieft man sich in die Texte des Alten und Neuen Testaments, so wird deutlich, dass dieses Dasein Gottes für uns Menschen nicht an Bedingungen geknüpft ist. Gott fragt nicht nach unseren Leistungen oder wartet auf besonders erhabene Momente, um uns nahe zu sein. Sein Führen, sein Leiten geschieht im Gewöhnlichen, im Banalen, im Unverdienten.

Der Verfasser des 23. Psalms beschreibt sein Leben mit Gott als Einheit. Damit bringt er den Garderobenständer, an den wir unsere Gewohnheiten und Alltäglichkeiten hängen, in Zusammenhang mit der goldenen Wand. Er löst die Beziehungslosigkeit auf und verbindet die beiden miteinander. Es geht ihm nicht darum, nur auf den Garderobenständer zu starren und sich im Irdischen zu verfangen. Genauso wenig richtet er seinen Blick weltfremd und weltvergessen nur auf das abstrakte Jenseits. Nein, der Psalmist weiß einerseits realistisch um unser menschliches Dasein und findet andererseits selbst in größten Nöten Sinn und Überlebenshilfe im lebendigen Gott.

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürcht ich kein Unheil, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Solch vertrauensvoller Glaube befreit aus der Lebenshaltung, sich nur auf sich selbst verlassen zu müssen, sich selbst als Maßstab aller Dinge zu setzen. Er ermutigt, sich in den schlimmsten Augenblicken – und gerade dann – auf Gott zu verlassen, der sich uns jederzeit als tragender Hintergrund anbietet.

Das Kölner Museum Kolumban lädt mit jährlich wechselnden Ausstellungen Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich durch ungewöhnlich kombinierte Kunstwerke zu eigenen Lebensfragen herausfordern zu lassen. Gerade auch zu geistlichen Fragen wie dieser, die das Kunstwerk von Jan Kounellis provoziert: Haben der Garderobenständer und der Goldgrund etwas miteinander zu tun? Für mich in meinem schönen, schweren Leben?

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedPerspektiven: Unverdiente Liebe (5)
  1. undefinedPerspektiven: Morgenglanz der Ewigkeit (4)
  1. undefinedPerspektiven: Perspektive eines Liebenden (3)
  1. undefinedPerspektiven: Verweilen in der Gegenwart Gottes (2)
  2. undefinedPerspektiven: Aus der Rolle Fallen (1)
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterImpulse von Petra Fietzek

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterImpulse von Petra Fietzek in Buchform: "In den Morgen gedacht"

Text: Petra Fietzek | Foto: Michael Bönte
09.01.2010

Impulse verschiedener Autoren

In die Tiefe gehen: Übersicht mit verschiedenen geistlichen Impulsen und Texten unterschiedlicher Autoren.

Impulse von Dr. Silberberg

Einhaken: Geistliche Impulse von Dr. Hermann-Josef Silberberg.

Gebete und Bibeltexte

Die Übersicht über Gebete und Bibelstellen lädt ein, die Seele atmen zu lassen.

Impulse zum Kirchenjahr

Die Geistlichen Impulse, die Sie in dieser Übersicht finden, führen Sie durch das Kirchenjahr.

Impulse von Reinhard Lettmann

Christliche Gestaltung des Alltags.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Daniel Kotara.

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand