Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Impulse
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Suppenküche für Obdachlose in Kaliningrad.

Suppenküche der Malteser für Obdachlose in Kaliningrad.

Perspektiven (5)

Unverdiente Liebe

In einer kindertherapeutischen Praxis hängt ein Schriftplakat. Darauf steht mit großen Buchstaben: Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, denn dann brauche ich es am dringendsten.

Wie vielen Kindern mag dieser Satz aus der Seele gesprochen sein. Kindern, die sich in ihrer Traurigkeit oder Aggressivität selbst nicht verstehen und spüren, dass sie sich und anderen zur Last geworden sind. Kindern, die sich ausgegrenzt und wertlos fühlen und sich nach nichts mehr sehnen, als nach liebevoller Begleitung.

Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, denn dann brauche ich es am dringendsten. Was kann geschehen, wenn ein in sich gekrümmter Mensch erfährt, dass er trotz seiner Verfahrenheit, trotz seiner Unvollkommenheit bedingungslos geliebt wird? Schutzschichten lösen sich auf. Licht fällt in den Panzer der Verstocktheit. Ein erster Boden gründet sich grün, auf dem weiter aufgebaut werden kann. Am dringendsten braucht der Mensch Liebe, der sich selbst nicht mehr lieben kann.

Genau solche Liebe bietet Gott uns Menschen an. Er fragt nicht nach unseren Leistungen. Er fragt nicht, ob wir seine Liebe verdient haben. Immer und immer wieder ist Gott derjenige, der uns entgegeneilt, wenn wir uns innerlich zu ihm auf den Weg begeben mit all unseren Zweifeln, Gekrümmtheiten und in aller Unvollkommenheit.

Von diesem Entgegenkommen Gottes zeugt die Bibel im Alten und Neuen Testament in überraschenden Bildern. Es liegt an uns, wachsam zu sein, um den verborgenen Gott in den Verkleidungen des Alltags zu entdecken. Suchend, fragend, staunend.

Zur Einübung in solch achtsame Lebensweise laden sogenannte "Exerzitien auf der Straße" ein. Seit dem Jahr 2000 vom Berliner Jesuiten Christian Herwartz entwickelt, bieten zehn Übungstage interessierten Menschen die Möglichkeit, unter einfachsten Bedingungen in Berlin-Kreuzberg zu leben und tagsüber in den Straßen der Stadt unterwegs zu sein. Dieses Unterwegssein wird der Führung Gottes unterstellt, d.h., dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Orten suchen, wo sie von ihren Gefühlen, ihrer Sehnsucht hingeführt werden.

Dort ziehen sie die Schuhe aus. Die Übung des Schuhe-Ausziehens geht auf die Mose-Geschichte im Alten Testament zurück. Es wird berichtet, dass Mose seine Sandalen ablegte, als er Gott im brennenden Dornbusch wahrnahm, denn Moses stand auf heiligem Boden. So bekunden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen brennenden Herzen, indem sie ihre Schuhe ausziehen, - tatsächlich oder als inneres Bild. Sie stehen auf kostbarem Boden bei Strichern und Prostituierten, an der Hinrichtungsstätte Plötzensee oder unter Drogenabhängigen und Obdachlosen.

Bei den "Exerzitien auf der Straße" in Berlin – inzwischen auch in anderen Städten – geht es nicht um karitative Hilfe, um Geldspenden, sondern darum, das, was bei anderen Menschen wahrgenommen wird, im eigenen Inneren aufzuspüren. Es geht darum, die persönliche Bedürftigkeit wahrzunehmen und das Erlebte auf die Bedeutung für die eigene Entwicklung zu befragen. Dies geschieht jeden Abend in der Herberge in der Gruppe. Anschließend werden vom begleitenden Team Impulse für den kommenden Tag gegeben.

Solche "Exerzitien auf der Straße" sind reale Übungen. Sie können in ihrem tiefsten Sinn dazu anleiten, Gott im eigenen Alltag wahrzunehmen und seinem liebevollen Entgegenkommen selbst in den schwierigsten Lebenslagen vertrauen zu lernen. - Selbst dann, wenn wir uns in keiner Weise mehr liebenswürdig fühlen. - Selbst dann, wenn wir erschrocken feststellen, dass unsere Sehnsucht nach bedingungslosem Angenommensein in den Äußerlichkeiten unseres Lebens untergegangen ist.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedPerspektiven: Morgenglanz der Ewigkeit (4)
  1. undefinedPerspektiven: Perspektive eines Liebenden (3)
  1. undefinedPerspektiven: Verweilen in der Gegenwart Gottes (2)
  2. undefinedPerspektiven: Aus der Rolle Fallen (1)
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterImpulse von Petra Fietzek

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterImpulse von Petra Fietzek in Buchform: "In den Morgen gedacht"

Text: Petra Fietzek | Foto: Michael Bönte
08.01.2010

Impulse verschiedener Autoren

In die Tiefe gehen: Übersicht mit verschiedenen geistlichen Impulsen und Texten unterschiedlicher Autoren.

Impulse von Dr. Silberberg

Einhaken: Geistliche Impulse von Dr. Hermann-Josef Silberberg.

Gebete und Bibeltexte

Die Übersicht über Gebete und Bibelstellen lädt ein, die Seele atmen zu lassen.

Impulse zum Kirchenjahr

Die Geistlichen Impulse, die Sie in dieser Übersicht finden, führen Sie durch das Kirchenjahr.

Impulse von Reinhard Lettmann

Christliche Gestaltung des Alltags.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Daniel Kotara.

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand