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25.05.2012
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König (Köln, 15. Jahrhundert).

König (Köln, 15. Jahrhundert).

Krippenbesuch

Die Krone ablegen

Sie kommen von weit her, die drei. Ein langer Weg liegt hinter ihnen. Auch Sterndeuter, Weise, Magier, Könige machen Umwege. Drei "Kontinente" zu Besuch in Betlehem. Sie verkörpern die damals bekannte Welt. Einige Jahrhunderte zuvor ein prophetisches Wort:

Wendet euch zu mir und lasst euch retten, ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde: denn ich bin Gott und sonst niemand ... vor mir wird jedes Knie sich beugen. (Jes 45,22f.)

Rettung, wo das Göttliche aufscheint (Epiphanie), wo sonst? Huldigung und Anbetung, Ehrfurcht und scheue Distanz - seit jeher die angemessenen Reaktionen vor der Präsenz des Göttlichen. Haftpunkt aller Sehnsüchte und Ort unserer Lebensklagen. Drei Lebensalter zu Besuch in Betlehem - so in vielen Krippendarstellungen.

Ein greiser Mann kniet vorn, zu Boden gegangen, dem heiligen Bezirk am nächsten. Neben ihm seine Krone, Zeichen seines Ranges und seiner Würde. Er muss von etwas berührt sein, was größer ist als er selbst. Sein Eigenglanz und seine gesellschaftliche Bedeutung treten hier zurück. Könige geraten nicht so schnell aus der Fassung. Im Bannkreis des Heiligen ist alles anders. Der Glanz und die Macht des Göttlichen können überwältigen. Etwas anderes gewinnt über uns Gewalt. Immer auch das Bewusstsein des "Herr, ich bin nicht würdig".

Gegenüber das Kind. Es lässt den greisen König klein werden. Er beugt sich vor einer Größe, die ihm augenblicklich noch fremd ist. Nach dem langen Hin und Her seines Lebensweges scheint er "den Ort seiner Ruhe" gefunden zu haben, wie versunken, ganz in sich und still vor dem Kind ruhen seine Augen auf ihm: am Boden Begegnung auf Augenhöhe. Die beiden hinter ihm sind noch nicht so weit.

Das "himmlische Kind" wird einmal selbst wie ein König den Beginn eines neuen Lebens proklamieren und sich als einen König präsentieren, der nicht nur einem Petrus, sondern auch einem Judas die Füße wäscht (s. Joh 13).

Der greise König an der Krippe hat mit seiner Krone alles abgelegt, was sein Leben bisher ausmachte. Dieses Niederlegen und Loslassen - bisher nicht seine Art: Hingabe! Nichts mehr festhalten, auch nicht sich selbst. Die Nähe zum "Sohn des Allerhöchsten" macht es anscheinend möglich. Das kostbare Geschenk in den Händen - Symbol seiner selbst. Er wird mehr zurückbekommen, als er ablegt und abgibt.

Die Krippenszene zeigt das Gottesglück des alttestamentlichen Gerechten und der Frommen aller Zeiten: "Gott nahe zu sein, ist mein Glück" (Ps 73,28). Erfüllt und befreit, wunderbar aufgehoben "Im Unendlichen". Es gibt diese Augenblicke, die heilige Zeit, das "Außersichsein" im "Ganz-Anderen".

Der Mann am Boden wird neuen Stand gewinnen. Aufrichtigkeit wird sein weiteres Leben bestimmen, wenn er eines führt, "das des Herrn würdig ist" (Kol 1,10), und ständig darum bittet, dass in seinem Innern "hell und heil wird, was in der Tiefe seines Herzens krank ist" (Oration). Vor dem kniend, der später bekennt: "Ja, ich bin ein König", ist dem Weisen aus dem Morgenland vielleicht das Geheimnis eines anderen Lebens aufgegangen.

In diesen Geschichten vom Anfang hat die spätere Kirche ihr eigenes Bekenntnis verdichtet. Sie hat das gesamte Wirken Jesu vor Augen und ihren eigenen Glaubensweg vor ihm und mit ihm. Eine Kurzfassung ihrer Botschaft: Wer ihm begegnet, wird "rein", "heil" und "geheiligt" und dadurch bereit für die "Gemeinschaft mit Gott". Um ihm zu begegnen, muss man sich auf den Weg machen.

Die Magier mussten zurück in ihre Welt. Ein langer Weg, aber sie waren verändert - wie verwandelt. Berufen, die Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn, zu erlangen. (2 Thess 2,14) So die Rede eines Bekehrten (Paulus). Zukunftsmusik für alle, die ernsthaft "das neue Leben in Christus" suchen.

Nie mit Kronen gespielt

Damals - noch andere Krippenbesucher: Hirten. Sie wohnten gleich nebenan. Ihr Arbeitsplatz lag nicht weit. Ungekrönte in ihrem Milieu. Dem Paar in der Krippe nahe stehend. Jetzt aber auch für sie Ungewohntes. Ehrfürchtige Scheu vor dem Fremdartigen: Göttliches Milieu! Angstdistanz.

Sie hatten nichts zu verschenken, selbst arme Leute in jeder Hinsicht. Randfiguren, schon immer unten. Armselige, Geringste, Chancenlose. Sie brauchten nicht erst klein zu werden. Oft genug waren sie schon am Boden. Haben nie mit Kronen gespielt. Davon konnten sie nur träumen: "Leben wär eine prima Alternative" (Maxie Wander).

Wir erfahren nicht, was sich nach ihrem Krippenbesuch änderte. Aber auch sie - "kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten" (Lk 2,20). Kein Kelch in ihren Händen, kein Füllhorn des Lebens, aber doch das Gebet der Jahwetreuen auf ihren Lippen:

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du hältst mein Los in deinen Händen (Ps 16,5).

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