Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Impulse
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Grab des heiligen Barnabas in Salamis auf Zypern.

Grab des heiligen Barnabas in Salamis auf Zypern.

Grenzübertritte - Szenen aus der Apostelgeschichte (2)

Barnabas öffnet Paulus die Tür

Wie weit kann Versöhnung gehen? Verdient ein Verbrecher eine zweite Chance? Ohne Reue, Geständnis und Buße, ohne den ernsthaften Willen zur Besserung und Wiedergutmachung wird es mit einem neuen Anfang schwer werden. Aber selbst dann: Wer hat die Kraft, die Hand auszustrecken? Wer hilft bei der Bewältigung der Vergangenheit? Wer findet einen gemeinsamen Weg in die Zukunft? Ängstliche Typen können das nicht, Draufgänger auch nicht. Realisten sind gefragt, deren Horizont weit genug ist. Wer Frieden stiften will, muss die Grenze zwischen Liebe und Hass überwinden. Wer ist dazu in der Lage?

Das Neue Testament kann viele Namen nennen. Einer von ihnen ist hierzulande wenig bekannt: Barnabas. Dabei kann man viel von ihm lesen: dass er ein Levit ist und aus Zypern stammt und als frommer Jude in Jerusalem lebt und dort ein Grundstück besitzt, das er verkauft, um das Geld der Urgemeinde für karitative Zwecke zu spenden (Apg 4,36f.).

Nomen est omen: "Barnabas" heißt "Sohn des Trostes". Wie sehr dieser Name sprechend ist, zeigt sich an der Begegnung mit einem der Großen des Neuen Testaments, der aber ganz klein angefangen hat: Paulus.

Paulus ist das Musterbeispiel eines Menschen, den seine religiöse Leidenschaft zum Terroristen gemacht hat. Aber die Vision vor Damaskus, die er eine Offenbarung nennt, die Begegnung mit Jesus, den er verfolgt, den Gott aber von den Toten auferweckt hat – diese Erfahrung hat ihn den Fehler seines Lebens erkennen lassen: Er wird ein neuer Mensch mit einer neuen Aufgabe, der Verkündigung des Evangeliums unter den Völkern.

Aber unter den Christengemeinden hat er Angst und Schrecken verbreitet. Wer will noch etwas mit ihm zu tun haben? Paulus selbst erinnert in einem seiner Briefe an die Vorbehalte, auf die er gestoßen ist; und in der Apostelgeschichte heißt es: "Er versuchte sich der Urgemeinde in Jerusalem anzuschließen; aber alle fürchteten sich vor ihm und konnten nicht glauben, dass er ein Jünger geworden war" (Apg 9,26).

Da schlägt die Stunde des Barnabas. Er lässt sich nicht entmutigen. Er streckt die Hand aus, um sie Paulus zur Versöhnung zu reichen. In der Bibel heißt es: "Barnabas aber nahm sich seiner an und führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie Paulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe und wie der mit ihm gesprochen habe und wie Paulus in Damaskus frei und offen im Namen Jesu aufgetreten sei" (Apg 9,27).

Danach ist das Eis gebrochen. Barnabas ist ein glaubwürdiger Zeuge. Deshalb kann er Vertrauen zu Paulus wecken. Für die Geschichte des Christentums ist Paulus dann noch wichtiger als Barnabas geworden. Ohne den Apostel der Völker, den großen Kommunikator des Evangeliums, gäbe es keine Weltkirche. Aber was wäre gewesen, wenn es Barnabas nicht gegeben hätte, den Türöffner? Man mag kaum daran denken – und darf dankbar sein, dass Barnabas über seinen Schatten gesprungen ist und Paulus über die Grenze in die Urgemeinde geschleust hat.

Freilich: Die Geschichte zwischen Paulus und Barnabas ist damit noch nicht zu Ende. Ganz konfliktfrei ist sie nicht. Zuerst wiederholt Barnabas seine Aktion. Ein zweites Mal ergreift er die Initiative und holt Paulus, der sich in seine Heimat Tarsus zurückgezogen hatte, nach Antiochien in Syrien, wo damals Revolutionäres passierte: Auch Heiden sollten in die Kirche kommen – direkt, ohne Umweg, nur aufgrund des Glaubens. Ohne Paulus war das ehrgeizige Projekt kaum zu verwirklichen. Barnabas holt ihn herein – und muss dann erkennen, dass ihm der kleine Paulus bald über den Kopf wächst. Auch Streit wird es zwischen beiden geben: über Personalfragen und Pastoralkonzepte. Aber sie bleiben in der Kirche Jesu Christi zusammen; Gott sei Dank.

Wer nach Zypern fliegt, kann sich heute noch ein Bild machen: Barnabas lebt. Auch heute noch öffnet er Türen: in die Kirchen und die Herzen der Menschen. Nur die neuen Grenzen auf der Insel, die müssen noch überwunden werden.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedImpuls: Grenzübertritte - Szenen aus der Apostelgeschichte (1)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterGeistliche Impulse von Thomas Söding
  3. undefinedHeiligenkalender: Heiliger Barnabas
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Thomas Söding

Text: Thomas Söding | Foto: Dieter Schütz, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.pixelio.de
27.10.2009

Impulse verschiedener Autoren

In die Tiefe gehen: Übersicht mit verschiedenen geistlichen Impulsen und Texten unterschiedlicher Autoren.

Impulse von Dr. Silberberg

Einhaken: Geistliche Impulse von Dr. Hermann-Josef Silberberg.

Gebete und Bibeltexte

Die Übersicht über Gebete und Bibelstellen lädt ein, die Seele atmen zu lassen.

Impulse zum Kirchenjahr

Die Geistlichen Impulse, die Sie in dieser Übersicht finden, führen Sie durch das Kirchenjahr.

Impulse von Reinhard Lettmann

Christliche Gestaltung des Alltags.

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Daniel Kotara.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand