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25.05.2012
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Solitour.

Solitour im Kreisdekanat Warendorf: Jugendliche sammeln Geld für ein Schulprojekt im Sudan.

Weihbischof Overbeck zur Wirtschaftskrise

Solidarität

Das Wort Solidarität hat einen guten Klang. Zugleich fallen jedem Beispiele ein, an denen klar wird, wie unsolidarisch Menschen untereinander handeln und agieren. Das Zweite Vatikanische Konzil hat vor über 40 Jahren ein deutliches Bekenntnis zu solidarischem Handeln abgelegt, wenn es davon spricht, dass "die Würde der menschlichen Person und ihre ungeschmälerte Berufung wie auch das Wohl der gesamten Gesellschaft zu achten und zu fördern (ist), ist doch der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel" allen gesellschaftlichen Lebens und der Wirtschaft (vgl. GS 63). Solidarität zeigt genau dort ihr Gesicht, wo die "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, … auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi (sind)" (GS 1). Wo Solidarität gelebt wird, geht es um die Menschen mit all ihren Nöten.

Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Enzyklika klar beschrieben, wie Glaube und Vernunft zusammen gehören. Angetrieben und beseelt vom Glauben an das Reich Gottes, erhebt nämlich die Kirche keinen Anspruch auf ein moralisches Sonderwissen, sondern schaltet sich in den vernünftigen Dialog aller Menschen ein, um mit ihnen nach den richtigen Lösungen zu suchen. Was heißt es heute konkret, Solidarität zu üben? Die Herausforderung besteht darin, Globalisierung ohne Ausgrenzung, das heißt Globalisierung in Solidarität zu praktizieren (vgl. Papst Johannes Paul II., CA 5). Solidarische Verantwortung füreinander um des Gemeinwohles willen kennzeichnet das würdige und rechte Zusammenleben der Menschen. Es ist notwendig, dass sich alle an Regeln halten, die moralisch vertretbar sind und zu Solidarität ermutigen, vor allen Dingen mit den Ärmsten und Armen.

Darum gehört zur Solidarität eine moralische Sensibilität, um der Gesamtverantwortung für alle gerecht zu werden. Es ist das christliche Verständnis vom Menschen, das wesentlich zum geistlichen Nährboden für das rechte Verständnis von Solidarität gehört. Solidarität ist ein Wert, der auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist und zugleich die Würde jedes einzelnen Menschen achtet und verwirklicht.

Hilfe zur Selbsthilfe

Was dies konkret bedeutet, macht die Kirche immer wieder in ihren Hilfswerken deutlich, in denen sie sich aus Solidarität der Armutsbekämpfung in unserem Land und auf der weiten Welt verschreibt. Solidarität ist nicht einfach eine Haltung des vermeintlich Stärkeren gegenüber dem Schwächeren, sondern will die Selbsthilfepotenziale und –chancen derer stärken, die zu den Armen gehören. Solidarität stärkt die Schwachen, damit sie stark werden.

Solidarität hat also immer mit der Hilfe zur Selbsthilfe zu tun und bindet sich an ein sensibles Gespür für die Wahrung der Rechte der Menschen. Solidarität erweist sich dort als fruchtbar und echt, wo die Würde der Person und das Gemeinwohl beachtet werden. Eines der wichtigsten und eindringlichsten Gradmesser für solidarisches Handeln ist darum immer wieder neu die Frage: Kennst Du die Armen, die mit Dir leben? Jenseits aller Sonntagsreden der Verantwortlichen zeigt sich hier auf radikale wie ethisch messbare Weise, was Solidarität ist.

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