
Papst Gregor der Große I.
03. September
Heiliger Gregor der Große
Lebensdaten:
Geboren um 540 in Rom, dort gestorben am 12. März 604.
Vita:
Gregor stammte aus einer angesehenen römischen Familie. Als sein Vater starb, machte er aus dem elterlichen Palast ein Benediktinerkloster, das er dem heiligen Andreas weihte. Von 572 bis 573 war Gregor Stadtpräfekt von Rom. Nachdem er diese Aufgabe beendet hatte, zog er sich in das Kloster zurück.
Papst Pelagius II. machte Gregor im Jahre 579 zum Regionardiakon, dem Vorsteher der sieben kirchlichen römischen Regionen, und schickte ihn bald darauf als Vatikan-Diplomaten an den Kaiserhof nach Konstantinopel. Von dort zurückgekehrt, wurde Gregor einer der engsten Berater des Papstes und folgte ihm nach dessen Tod im Jahr 590 auf seinem Stuhl. Obschon er sich zunächst gegen die Ernennung zum Papst gesträubt hatte, nahm Gregor die neue Aufgabe mit großem Eifer wahr.
Er leitete durch seine guten Beziehungen zu zum englischen Hof die Christianisierung der Insel in die Wege, indem er den Prior seines Andreasklosters mit 40 weiteren Missionaren nach London sandte. Auch bei den Herrschern auf dem europäischen Festland war Gregor hoch angesehen. Er baute die kirchliche Armenpflege auf und betrachtete die Schätze der Kirche als "Eigentum der Armen", das er wohlwollend verteilte. Seine theologischen Schriften beeinflussten das gesamte Mittelalter.
Der Legende nach ist Gregor dem Großen einmal der Erzengel Michael erschienen: Bei einer Bittprozession während einer Pestepidemie tauchte er über dem Hadrian-Mausoleum auf und steckte als symbolisches Zeichen für das Ende der Krankheit sein Schwert in die Scheide zurück. Seitdem wird das Mausoleum in Rom auch "Engelsburg" genannt.
Gregor starb 604 an einer schweren Magenkrankheit, an der er bereits viele Jahre zu leiden hatte. Er wurde im Petersdom beigesetzt. Einige Zeugnisse des Lebens Gregors können noch heute in der Kirche San Gregorio Magno besichtigt werden, zum Beispiel ein Steintisch, an dem er jeden Tag zwölf Armen oder Pilgern zu essen gab.
Brauchtum:
Der 3. September als Tag der Bischofsweihe Gregors ist erst seit 1969 sein offizieller Gedenktag. Vorher feierte man den Heiligen an dessen Todestag, dem 12. März. Da dieser Tag aber regelmäßig in die Fastenzeit fällt, entschied man sich, den Gedenktag umzulegen. Bei den so genannten "Gregorianischen Messen" lässt man an 30 Tagen hintereinander 30 Messen für einen Verstorbenen lesen. Gregor selbst soll dies als Vorsteher des Andreasklosters für einen verstorbenen Mönch getan haben.
Namensbedeutung:
"Gregor" ist lateinisch und heißt "der Wachsame".
Darstellung:
Im päpstlichen Ornat mit Tiara, Papstkreuz, Buch, Schreibfeder, Taube, Fegefeuer.
Patron:
Gregor der Große ist der Patron des kirchlichen Schulwesens, der Gelehrten, Lehrer, Schüler und Studenten, des Chor- und Choralgesanges, der Sänger, Musiker und Scholaren, der Maurer und der Knopfmacher, der Bergwerke sowie gegen die Gicht und gegen die Pest.
Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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