
Darstellung des heiligen Ägidius.
01. September
Heiliger Ägidius (Gilles, Till)
Lebensdaten:
Geboren im 7. Jahrhundert, vermutlich in Athen (Griechenland), gestorben am 1. September 720 oder 721 in Saint Gilles (Frankreich).
Vita:
Ägidius, der vermutlich aus Griechenland stammte, ließ sich in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts als Einsiedler in der Provençe nieder. Um 680 gründete er, möglicherweise vom westgotischen König Wamba unterstützt, ein Kloster an der Rhonemündung, das heute nach ihm Saint-Gilles benannt ist. Hier wirkte er als erster Abt bis zu seinem Tod, hier wurde er auch beigesetzt.
So weit die historischen Fakten. Die Legende um den heiligen Ägidius besagt, er habe als Einsiedler von der Milch einer Hirschkuh gelebt, die ihn jeden Tag in seinem Wald aufsuchte. Eines Tages wollten die Jäger des Königs diese Hirschkuh töten, sie kamen aber aus unerfindlichen Gründen nicht nahe genug an das Tier heran. Schließlich machte sich der Regent selbst auf die Jagd. Die Hirschkuh hatte sich zu Ägidius in dessen Höhle geflüchtet, und der König schoss blind in die Dunkelheit der Höhle hinein. Das Wild traf er nicht, wohl aber den Einsiedler, den er bald darauf blutend am Boden vorfand. Dies machte König Wamba betroffen, und er bot Ägidius Geld als Wiedergutmachung und ärztliche Hilfe an. Dieser jedoch verlangte stattdessen den Aufbau des Klosters.
Brauchtum:
An vielen Orten finden heute noch Ägidius-Wallfahrten statt. Bauern mischen ihrem Vieh Fenchel unters Futter, der am Festtag des Heiligen geweiht wurde. Der Heilige wird zu den 14 Nothelfern gezählt.
Namensbedeutung:
"Ägidius" ist griechisch und bedeutet "der Schildhalter".
Darstellung:
Im Abtsgewand mit Pfeil und Hunden.
Patron:
Von Kärnten, der Steiermark, der Städte Nürnberg, Osnabrück, Braunschweig, Toulouse, Graz und Edinburgh, der Hirten, Jäger, Pferdehändler, der Schiffbrüchigen, der Bogenschützen, der Bettler und Aussätzigen, der stillenden Mütter, gegen Fallsucht, Geisteskrankheiten, Unfruchtbarkeit, Trockenheit, Sturm, Feuergefahr, in geistiger Not, für eine gute Beichte, gegen Pest.
Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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