
1962 wurde der Seligsprechungsprozess für Caritas Pirkheimer eingeleitet.
19. August
Caritas Pirkheimer
Lebensdaten:
Geboren am 21. März 1467 in Eichstätt (Bayern), gestorben am 19. August 1532 in Nürnberg (Bayern).
Vita:
Caritas Pirkheimer war seit 1503 Oberin des Klarissenklosters Sankt Klara in Nürnberg. Sie war gebildet und fromm und stand mit zahlreichen Humanisten ihrer Zeit in Kontakt. 1529 versuchte Philipp Melanchthon in einem persönlichen Gespräch, die Ordensfrau für die Ideen der Reformation zu begeistern.
Er blieb allerdings erfolglos - die Klarissen blieben katholisch. Inzwischen hatte sich jedoch die Stadt der evangelischen Konfession zugewandt. Der Stadtrat übte massiven Druck auf Caritas Pirkheimer aus, dem sie allerdings widerstand.
Anders als bei anderen Nürnberger Klöstern geschehen, wurden die Mitglieder des Klarissenkonvents nicht verjagt. Dies ist vermutlich einer Intervention Melanchthons zu verdanken, der aus Respekt vor den Idealen der Äbtissin die Maßnahmen des Stadtrats kritisierte.
Dennoch war das Kloster über kurz oder lang zum Aussterben verurteilt: Die Stadt verbot den Ordensfrauen nämlich, Novizinnen aufzunehmen. Nach dem Tod der letzten Priorin Ursula Muffel wurde das Kloster geschlossen und der Besitz von der Stadt vereinnahmt.
Caritas Pirkheimer erlebte dies nicht mehr. Sie war 1532 gestorben und hatte bis zu ihrem Tod dem Druck der staatlichen Obrigkeit widerstanden.
1959 wurden ihre Gebeine wieder aufgefunden, drei Jahre später wurde ein Seligsprechungsprozess eingeleitet.
Namensbedeutung:
"Caritas" ist lateinisch und bedeutet "Liebe".
Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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