
Am 17. Dezember 1944 wurde Karl Leisner im Konzentrationslager Dachau zum Priester geweiht.
12. August
Seliger Karl Leisner
Lebensdaten:
Geboren am 28. Februar 1915 in Rees, gestorben am 12. August 1945 im Waldsanatorium Planegg bei München.
Vita:
Karl Leisner wurde in Rees am Niederrhein geboren und wuchs in Kleve auf. Dort ging er zur Schule und strebte nach dem Abitur den Priesterberuf an. Er studierte in Münster und Freiburg Theologie, wurde Leiter der Jungschar im Bistum Münster und empfing von Bischof Clemens August Graf von Galen 1939 die Diakonenweihe.
Bald darauf hielt er sich zu einem Kuraufenthalt in einem Sanatorium in St. Blasien im Schwarzwald auf, weil er unter einer qualvollen Tuberkulose zu leiden hatte. Dort erfuhr er von dem missglückten Attentat Georg Elsers auf Hitler in München. Seine Reaktion war: "Schade, dass er nicht dabeigewesen ist". Dieser eine Satz wurde Leisners Verhängnis. Ein Mitpatient verriet seinen Kommentar der Polizei und noch am selben Tag wurde der Diakon festgenommen und ins Gefängnis nach Freiburg, später nach Mannheim, überstellt.
Durch schlimme Haftbedingungen brach seine Krankheit wieder auf. Schließlich brachte die Staatsmacht ihn ins Konzentrationslager Sachsenhausen und einige Monate später ins Konzentrationslager Dachau, wo er als Häftling 22356 registriert wurde. Zwar waren die Insassen des Priesterblocks für eine kurze Zeit von der harten Lagerarbeit befreit, doch die unmenschlichen Umstände der Haft ließen seine Krankheit immer schlimmer werden, so dass er die meiste Zeit im gefürchteten Krankenrevier verbringen musste.
Neue geistliche Kraft schöpfte Karl Leisner, der sich nichts sehnlicher wünschte, als endlich die Priesterweihe empfangen zu dürfen, nach der Ankunft des Bischofs Gabriel Piguet von Clermont im September 1944. Nun sah er endlich die Chance, dass sein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen konnte. Bis die notwendigen Vorbereitungen getroffen waren, sollte es allerdings noch einige Wochen dauern. Erst am 17. Dezember fand die Priesterweihe statt. Am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1944 schließlich konnte der Neupriester Karl Leisner seine erste Heilige Messe feiern. Es sollte gleichzeitig seine letzte sein. Schon kurz darauf verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Den Tag der Lagerbefreiung durch die alliierten Truppen Ende April 1945 erlebte Leisner, von seinen Leiden gezeichnet, im Krankenrevier. Trotz intensiver Pflege im Sanatorium Planegg bei München, wohin ihn der Jesuitenpater Otto Pies gebracht hatten, starb er im Sommer 1945. Seine letzte Ruhestätte fand er zunächst am 20. August 1945 in Kleve und ab 1966 in der Krypta des Xantener Domes. Am 23. Juni 1996 wurde Karl Leisner von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
Namensbedeutung:
"Karl" ist althochdeutsch und heißt "(freier) Mann".
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Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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