
Chrodechild mit ihren vier Söhnen.
03. Juni
Heilige Chlothilde
Lebensdaten:
Geboren um 474 in Lyon (Frankreich), gestorben am 3. Juni 545 in Tours (Frankreich).
Vita:
Chlothilde war die Tochter des Königs Chilperich von Burgund. Nach dem Tod ihrer Eltern wuchs sie bei ihrem Onkel Godegisel in Genf auf.
Sie wurde christlich erzogen und bestand darauf, dass ihr Glauben respektiert werde, als der Frankenkönig Chlodwig I. um ihre Hand anhielt. Chlodwig willigte ein und befolgte dieses Versprechen tatsächlich.
Immer wieder versuchte Chlothilde, ihren Gemahl ebenfalls zum christlichen Glauben zu bekehren. Dies wurde erschwert durch die Tatsache, dass von den beiden Söhnen des Paares einer starb und der andere schwer krank wurde. Chlodwig schob dies auf die Religion seiner Frau und die kurz zuvor durchgeführten Taufen der beiden Kinder. Erst als der zweite Sohn wieder gesund wurde, fasste er etwas mehr Vertrauen.
Schließlich legte er bei einem Gefecht gegen die Alemannen das Gelübde ab, sich selbst taufen zu lassen, wenn er auf dem Schlachtfeld gewänne. Tatsächlich siegten die fränkischen Truppen, und Chlodwig ließ sich an Weihnachten des Jahres 498 taufen, zusammen mit rund 3000 Untertanen. Diese Bekehrung wird zu einem großen Teil dem intensiven Wirken Chlothildes zugeschrieben.
Nach dem Tod des Königs lebte sie als Witwe in steter Unruhe. Sie bereiste das Reich, gründete Kirchen und Klöster und brachte den Menschen den Glauben nahe. Zuletzt lebte sie in Tours, wo sie oft das Grab des heiligen Martin besuchte. Dort starb sie auch. Ihre Gebeine wurden nach Paris übertragen und in der Französischen Revolution vernichtet.
Namensbedeutung:
"Chlothilde" ist althochdeutsch und heißt "berühmte Kämpferin".
Darstellung:
Als Königin mit Krone, Zepter und Schleier, Almosen verteilend, mit Kirchenmodell, mit Wappenschild, darauf drei Lilien.
Patron:
Patronin der Frauen, der Lahmen, Notare, für die Bekehrung des Ehepartners, gegen Fieber und Kinderkrankheiten.
Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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