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27.05.2016
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Heiliger Johannes Nepomuk

Der heilige Johannes Nepomuk wurde durch die Straßen Prags geschleift und von der Karlsbrücke in die Moldau werfen.

16. Mai

Heiliger Johannes Nepomuk

Lebensdaten:

Geboren um 1350 in Pomuk (Tschechien), gestorben am 20. März 1393 in Prag.

Vita:

Johannes wurde geboren als Sohn eines angesehenen Richters in Pomuk in der Nähe von Pilsen. Seine Ausbildung bekam er bei den Zisterziensern, später studierte er und promovierte in Theologie und Kirchenrecht. 1380 empfing er die Priesterweihe, nachdem er bereits einige Jahre lang als Notar tätig gewesen war. Zunächst wurde Johannes Nepomuk Pfarrer der Galluskirche,  danach hatte er verschiedene Ämter inne, bis ihn Erzbischof  Johann von Jenzenstein 1389 zu seinem Generalvikar machte. Zu jener Zeit wurden die Spannungen zwischen Staat und Kirche immer heftiger. Am 20. März 1393 wurde Nepomuk zusammen mit zwei weiteren Priestern von königlichen Truppen festgenommen und gefoltert. König Wenzel IV. selbst soll zu einer Pechfackel gegriffen haben, um dem geschundenen Körper Nepomuks Verbrennungen zuzufügen. Schließlich ließ er den Kirchenmann fesseln, durch die Straßen Prags schleifen und von der Karlsbrücke in die Moldau werfen.

Weshalb dies alles geschah, ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Die meist verbreitete Legende besagt jedoch, dass Nepomuk der Beichtvater von Wenzels Frau Johanna gewesen sein soll. Der König hatte den Verdacht geschöpft, dass seine Gattin ihm untreu geworden sein könnte, und versuchte nun zu erfahren, was Johanna bei dem Generalvikar gebeichtet hatte. Nepomuk jedoch berief sich beharrlich auf das Beichtgeheimnis und zog so den Zorn des Monarchen auf sich.

Historisch gesehen ist diese Legende allerdings nicht haltbar. Es gilt heute als sicher, dass Johannes Nepomuk niemals der Beichtvater Königin Johannas gewesen ist.

Brauchtum:

Unzählige Brücken in Europa tragen den Namen des Heiligen, an vielen ist auch ein Bildnis Nepomuks aufgestellt. In verschiedenen Städten Deutschlands und in Südtirol finden anlässlich des Gedenktags Prozessionen statt.

Namensbedeutung:

"Johannes" ist hebräisch und bedeutet "Der Herr ist gnädig".

Namensableitungen:

Von "Johannes" lassen sich folgende Namen ableiten: John, Johnny, Jonny, Hans, Hannes, Johann.

Darstellung:

In Chorherrentracht mit Kruzifix, Palme, Kranz mit fünf bzw. sechs Sternen (hier gibt es unterschiedliche Angaben), mit Brücke und Fluss.

Patron:

Johannes Nepomuk ist Patron von Böhmen, der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller, Brücken, in Wassergefahren, für Verschwiegenheit und Schutz des Eigentums, gegen Verleumdungen und Fehlurteile sowie zur Verteidigung des guten Rufs.

Text: Thomas Mollen | Foto: Michael Bönte
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