24. April
Heiliger Wilfried (Wilfrith) von York
Lebensdaten:
Geboren um 634 in Northumbria (England), gestorben am 24. April 710 in Oundle (England).
Vita:
Wilfried, der aus altem angelsächsischen Adel stammte, wurde im Kloster Lindisfarne auf der "heiligen Insel" im Nordosten Englands erzogen. Nach einem Aufenthalt in Rom kehrte er 660 in seine Heimat Northumbria zurück und setzte sich für die Einführung der römischen Liturgie und der benediktinischen Klosterregeln ein. Dabei ging er als frisch ernannter Abt von Ripon so rigoros vor, dass die alteingesessenen irischen Mönche das Kloster fluchtartig verließen.
Auf der Synode von Whitby 664 führte die Kirche Englands die römische Liturgie ein. Wilfrieds großer Gegenspieler in dieser Debatte war Abt Koloman von Lindisfarne. Noch im selben Jahr wurde Wilfried durch König Alchfrith zum Bischof von York ernannt. Er reiste nach Compiègne und ließ sich dort von 12 fränkischen Bischöfen weihen.
Bei der Rückkehr nach England hatte er so große Schwierigkeiten in der Ausübung seines Amtes, dass er erst 669 von seiner Diözese Besitz ergreifen konnte. Als Erzbischof Theodor von Canterbury das Bistum York in vier kleinere Diözesen aufsplitten wollte, protestierte Wilfried und zog sich 673 als Missionar nach Friesland und später nach Rom zurück. 681 kam er, mit einer für ihn günstigen Entscheidung des Papstes über diesen Streit, wieder nach England, wo jedoch weder der König noch der Erzbischof das päpstliche Schreiben anerkannten.
Mehrere Monate musste Wilfried in strenger Haft verbringen, danach wurde er ins Exil geschickt. Mehrfach versöhnte und stritt er sich weiterhin mit Theodor, König Alchfrith und auch Theodors Nachfolger Erzbischof Brithwald von Canterbury, bis er 703 von Papst Johannes VI. voll rehabilitiert wurde. Seinen Lebensabend verbrachte der streitbare Bischof im Kloster Ripon. Er starb bei einem Besuch im Kloster Oundle und wurde in Ripon bestattet. Seine Gebeine ruhen seit 1124 in York.
Namensbedeutung:
"Wilfried" ist ein althochdeutscher Name und heißt "der auf Schutz Bedachte".
Darstellung:
Wilfried wird dargestellt in bischöflichen Gewändern, mit einem toten Mönch, den er zum Leben erweckt oder mit einer Frau, die ihm ihr Kind zum Segnen entgegenstreckt.
Text: Thomas Mollen
April 2004
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