
Die Figur des heiligen Liudger in einer der Galenschen Kapellen im münsterschen St.-Paulus-Dom.
26. März
Heiliger Liudger
Lebensdaten:
Geboren um 742 in der Nähe von Utrecht, gestorben am 26. März 809 in Billerbeck
Vita:
Der Patron des Bistums Münster entstammte einer friesischen Adelsfamilie und wurde vermutlich in Zuylen an der Vecht geboren. Erzogen wurde er unter der Obhut des heiligen Gregor von Utrecht, später studierte er bei Alkuin von York. Im Jahre 777 empfing er in Köln die Priesterweihe und machte sich sodann wieder nach Friesland auf, um dort zu missionieren. Als die Sachsen unter der Führung ihres Herrschers Widukind dort einfielen, flüchtete Liudger nach Italien und verbrachte zwei Jahre im Kloster Montecassino, ohne jedoch selbst Mönch zu werden.
Karl der Große rief Liudger schließlich nach Deutschland zurück und übertrug ihm die Mission der Friesen und Sachsen. Im Jahr 794 gründete er in der Siedlung Mimigernaford ein Stift, in dem er selbst mit einigen Mitarbeitern nach den Gemeinschaftsregeln Chrodegangs lebte. Die Übersetzung des Begriffs "Stift", das lateinische "Monasterium" findet sich bis heute im Stadtnamen Münster wieder.
805 wurde Liudger zum Bischof des neu gegründeten Bistums Münster geweiht. Er gründete rund 40 Pfarreien, ließ den Dom und die Domschule errichten, und war für den Bau zahlreicher Kirchen verantwortlich. Zu seinen Gründungen zählen auch das Frauenkloster in Nottuln sowie die beiden Benediktinerabteien Helmstedt und Werden/Ruhr.
Bischof Liudger starb 809 in Billerbeck nach einer Predigt. Lange vorher schon hatte er dieses Datum als seinen Todestag vorhergesehen. Bestattet wurde Liudger in der Abteikirche in Werden, einem heutigen Stadtteil von Essen.
Brauchtum:
Große Verehrung genießt der heilige Liudger im Bistum Münster, insbesondere natürlich in seinem Sterbeort Billerbeck. Ziel der Pilger bei der alljährlichen Wallfahrt ist der 1898 errichtete Billerbecker Dom, der mit seinem charakteristischen Doppelturm weithin sichtbar ist.
Die Sterbekapelle im Südturm der Kirche befindet sich an jener Stelle, an der früher das Sterbehaus Liudgers gestanden haben soll. Grabungen unterhalb der Kirche St. Johannis haben ergeben, dass hier mit ziemlicher Sicherheit die erste, von Liudger selbst errichtete Kirche gestanden haben wird.
Auch in Essen-Werden wird Liudger bis heute besonders verehrt. Das Ludgerusfest im September gilt als einer der Höhepunkte im Jahreskalender des Stadtteils.
Namensbedeutung:
"Liudger" ist althochdeutsch und bedeutet "Kämpfer / Speer des Volkes".
Namensableitungen:
"Liudger" wird oft zu "Ludger" verkürzt.
Darstellung:
Besonders im Bistum Münster finden sich sehr viele Darstellungen des ersten Bischofs, so zum Beispiel im Münsteraner Dom. Gewöhnlich wird er in bischöflichen Gewändern dargestellt, ein Kirchenmodell in der Hand haltend. Manchmal ist er auch mit zwei Wildgänsen an seiner Seite zu sehen, weil er durch ein Wunder sein Missionsgebiet von der Gänseplage befreit haben soll.
Patron:
Liudger ist Patron des Bistums Münster und zweiter Patron des Bistums Essen.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Dossier: Heiliger Liudger
Bistumshandbuch: Heiliger Liudger
Heilige des Bistums Münster: Heiliger Liudger
Text: Thomas Mollen | Foto: Michael Bönte
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