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Seite: Fragen + Glauben  >  Haus der Seelsorge  >  Porträt Weber
23.10.2017
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Martin Weber
Martin Weber behandelt die Einträge im Fürbittbuch wie eine Beichte: Anonym, wertfrei und geheim.

Internetseelsorger Martin Weber

Seelsorge mit Hilfe der Technik

Ibbenbüren. "Wenn der Apostel Petrus heute leben würde, würde er sich ein Radio kaufen und einen Hubschrauber." Martin Weber zitiert den Pfarrer gerne, der ihn während seiner ersten Kaplanstelle nach der Weihe 1983 betreute. In ihm und seinem Interesse hatte er den besten Komplizen bei seinem Interesse für Technik.

Einer der Fixpunkte während der vier Jahre in der Rheinenser Gemeinde St. Ludgerus: "Wir haben die Gemeinderäume verkabelt." Damals, als der Transport der Dateien noch mit dem sperrigen Wort "Datenfernübertragung" umschrieben wurde, waren die Computer noch klobig, die Prozessoren noch langsam und die Modems noch lahmer. Dennoch tauschte Martin Weber mit anderen Bastlern Erfahrungen und Dateien über den Vorgänger des Internets aus.

Mehr als "Guten Tag" sagen

Zwei Jahrzehnte später hat die Technik alle Lebensbereiche erobert. Weber verfolgt immer noch die Entwicklungen und mit ihnen die Vielfalt der Kommunikationsformen, die sie bietet. Auch eine, die "kirchensite" seinen Usern bietet: das Fürbittbuch. In ihm liest der Dechant der Pfarrgemeinde St.Ludwig in Ibbenbüren.

Zum wiederholten Mal ist er der Seelsorger für einen Monat im Onlinemagazin "kirchensite.de". "Die Leute sagen mehr als "Guten Tag". Sie erzählen, stellen wichtige Fragen, bitten um Gebet." Martin Weber freut sich auf die Aufgabe. "Eine Auswahl von Leben, die sehr intensiv ist", beschreibt er die Einträge, die er wie eine Beichte behandelt. Anonym, wertfrei und geheim. "Ich fühle mich seelsorgerisch angesprochen."

Spirituell im Netz einen Glaubensanker gelegt

Die wenigsten Menschen, die ihren Beitrag in das virtuelle Fürbittbuch eintragen, hinterlassen ihre E-Mail-Adresse. In diesem Signal sieht Weber die Bereitschaft, über das Eingetragene sprechen zu wollen. Oder besser: schreiben zu wollen. Eine ganz besondere Mischung aus der Suche nach Distanz im Web und dem Bedürfnis nach Nähe durch das Loswerden eines Gedankens. Sie hätten sich verrannt, seien krank, vielleicht einsam oder bewegten sich wie selbstverständlich im Internet, so dass sie auch spirituell im Netz einen Glaubensanker gelegt hätten. "Manchmal sind die Menschen aber auch nur auf der Suche nach einer simplen Antwort." Auch die kann Weber ihnen meistens geben.

Er hat Philosophie und Theologie studiert, war in seiner Heimatgemeinde in Drensteinfurt Messdiener, Aushilfsküster und Mitglied des Pfarrgemeinderats. 1983 wurde er zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Stellen im Bistum landete er in Rheine für sein erstes Kaplansamt. Vier Jahre später ging er in die größte Gemeinde der Diözese, St. Remigius in Borken. "Dort habe ich festgestellt, wie ein großes System funktionieren kann."

Neue Vernetzungen

Eine Erfahrung, die ihn in dem absichert, was seine Gemeinde, in der er seit 1991 lebt, in absehbarer Zeit bevorsteht. St. Ludwig und St. Johannes Bosco sind bereits eine Seelsorgeeinheit. Mit der Dörenther St.-Modestus-Gemeinde und St. Peter und Paul in Tecklenburg-Brochterbeck haben sie sich zur Fusion entschieden.

Spätestens dann muss Weber wieder Kabel verlegen und noch mehr Computer in der Gemeinde vernetzen. Augenblicklich sind es etwa 20 rund um die Pfarrkirche. Lag Anfang der 90er Jahre noch das Hauptaugenmerk auf der Präsentation im Internet (Weber war einer der ersten drei Pastöre, die mit einer eigenen Homepage zu erreichen waren), liegt der Schwerpunkt heute auf der Kommunikation via Netz.

Gottesdienstpläne per E-Mail

Das Publikandum und die Gottesdienstpläne treten per E-Mail ihren Weg aus dem Pfarrbüro an. Die Hauptamtlichen, die Katecheten zur Erstkommunion und die Betreuer der Ferienfreizeit würden mit digitalen Informationen versorgt. "Kein missionarisches Mittel, sondern ein kommunikatives."

Zum Glauben könne niemand durch E-Mails geführt werden. Ein solcher Weg bedürfe des persönlichen Kontakts. Wohl aber könne der Austausch annähern. So wie im Fürbittbuch, dessen Einträge während Webers erstem Einsatz als Seelsorger des Monats zu engagierten Streitgesprächen führten.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet externen Link im aktuellen FensterVisitenkarte: Dechant Martin Weber

Text: Michaela Töns | Foto: Michaela Töns
02.11.2004

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