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25.05.2017
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Walter Groß
Internetseelsorger Walter Groß: "Dort, wo ich gerade bin, ist auch meine Heimat."

Internetseelsorger Walter Groß

Jugendliche mit dem Glauben verbinden

Duisburg-Walsum. Eigentlich wollte Pfarrer Walter Groß Lehrer werden. Denn dem 56-jährigen Seelsorger war es bereits in jungen Jahren wichtig, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen: um gemeinsam über den Glauben zu diskutieren und um ihn im Alltagsleben wieder neu zu entdecken.

Auf dem Weg zum Priester

"Die Schule ist zwar ein wichtiger, jedoch nur ein begrenzter Ausschnitt im Lauf der menschlichen Entwicklung. Schnell wurde mir bewusst, dass ich mehr Menschen erreichen wollte – aus unterschiedlichen Altersgruppen, aus verschiedenen sozialen Schichten und Lebenssituationen", sagt Groß. Deshalb brach der damals 20-Jährige das Studium der Mathematik und der Wirtschaftswissenschaften ab und begab sich auf den Weg nach Münster, mit dem Ziel, Priester zu werden.

Am 19. Januar 1953 in Aldekerk (Kerken) geboren, zeigte sich bereits früh das Engagement für den Glauben. Neben seiner Tätigkeit als Messdiener übernahm er unter anderem die Küstervertretung in den Sommerferien. Als er 15 Jahre alt war, sprach ihn sein Pfarrer darauf an, ob er nicht einen geistlichen Beruf anstreben wolle. "Mit 20 Jahren wusste ich intuitiv, dass es der richtige Weg für mich sein würde", erinnert sich Groß. 1979 schloss er sein Studium erfolgreich ab, ein Jahr später wurde Groß zum Diakon geweiht.

Von jungen Menschen lernen

Die erste Stelle als Diakon in der St.- Antonius-Pfarrgemeinde in Kevelaer war gespickt mit vielen wichtigen Erfahrungen. "Es ist etwas Besonderes, zum ersten Mal in einem großen Team zu arbeiten – gemeinsam seinen Glauben zu leben und seine Ideen umzusetzen", sagt Groß. Im Rahmen seiner Arbeit unterrichtete er eine zehnte und siebte Klasse am Gymnasium. Dort diskutierte er mit den Jugendlichen darüber, dass der Glaube ihnen Sinn für ihr Leben geben könne. Dabei lernte er auch, seine eigenen Ansichten immer wieder zu überdenken.

Nach der Priesterweihe am 7. Juni 1981 trat Groß für vier Jahre eine Stelle als Kaplan in der St.-Marien-Gemeinde in Gescher an. "Ich erfuhr, wie wichtig es ist, mit den jungen Menschen Zeit zu verbringen. Nur so kann man ihre Lebenssituation verstehen, erkennen, was sie bewegt und auch Vertrauen zu ihnen aufbauen", sagt er. Erfahrungen, die seine Arbeit bis heute prägen. Seine den jungen Menschen zugewandte Seelsorge half ihm, ihnen auch in schwierigen Momenten Halt zu geben.

Beispielsweise als ein 15-jähriges Gemeindemitglied an den Folgen seiner Asthmaerkrankung verstarb. "Wir saßen zusammen und haben lange Zeit nur geschwiegen. Den Schmerz gemeinsam zu durchleiden, ist ein wichtiger Ausdruck des Glaubens." Groß half, Schmerz und Verlust aufzuarbeiten, indem er zuhörte und Hilfe anbot.

Heimat im Herzen tragen

Jeweils drei Jahre arbeitete Groß anschließend in Ahlen und Bocholt. Stets intensive Jahre, wie er sich erinnert. Denn immer entwickelte der Pfarrer eine starke Verbindung zu den Orten und Menschen. "Dort, wo ich gerade bin, ist auch meine Heimat." Groß pflegt auch den Kontakt zu seinen ehemaligen Gemeinden, "schließlich hat man sich gegenseitig geschätzt und viel Zeit miteinander verbracht", sagt der 56-jährige Seelsorger.

Im Jahr 1991 wurde er zum Pfarrer der 5200 Seelen großen St.-Josef-Pfarrgemeinde in Duisburg-Walsum ernannt. Das erste Jahr sei immer "ein Jahr des Hinschauens", um ein Gefühl für die Menschen zu bekommen. So bekam der Pfarrer schnell ein Gespür für das Profil seiner neuen Heimat. Beispielsweise erlebte er in den 1990er Jahren die Besonderheiten des bunt gemischten Stadtteils am Rand des Ruhrgebiets: Er war und ist bis heute von starker Fluktuation geprägt. "Innerhalb von vier Jahren zogen knapp 1200 Bürger weg, genauso viele kamen hinzu", sagt Groß.

Diese Menschen stünden immer wieder vor der Aufgabe, ihre neue Heimat anzuerkennen und Beziehungen aufzubauen. "Noch heute versendet die Gemeinde monatlich bis zu 100 Briefe, um die neuen Einwohner willkommen zu heißen. Wir würden gern jeden persönlich begrüßen, stoßen aber personell an Grenzen", berichtet Groß.

Eine neue Herausforderung ergab sich im Jahr 2001, als die Gemeinde St. Josef mit zwei benachbarten Gemeinden zusammengeschlossen wurde und 2800 Mitglieder hinzukamen. "Diese Fusion ist noch nicht abgeschlossen und wird es vielleicht sogar erst während der nächsten Generation. Was verständlich ist: Die Menschen haben sich viele Jahre mit den alten Strukturen identifiziert", meint er. Mit seinem Seelsorgeteam ist er für die Menschen in Walsum präsent. "Wir gehen offen auf jeden Menschen zu und hoffen so, für die unterschiedlichen Sorgen Lösungen zu finden".

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  1. undefinedVisitenkarte von Walter Groß

Text: Jessica Rösner | Foto: Jessica Rösner
07.09.2009

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