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17.12.2017
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Abendmahl
Jesus mit seinen Jüngern beim Letzten Abendmahl.

Jesus ist am Kreuz zu einem sich Opfernden geworden

Opfermahl

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass der Teil der Heiligen Messe, den man früher "Opferung" nannte, seit der Liturgie-Reform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Bezeichnung "Gabenbereitung" trägt? Das ist ganz gewiss nicht ein Spiel mit Worten; es sollte wohl vielmehr ein Missverständnis ausgeräumt werden, das sich nicht selten ins Bewusstsein der Christen eingeschlichen hatte, als ob in der Messe das Kreuzesopfer Jesu Christi wiederholt würde, aber durch wen? Das ist nie kirchliche Lehre gewesen, sondern es hieß stets, dass in der Messe "das Kreuzesopfer Jesu Christi unblutig erneuert" wird, aber das Wort "erneuern" gab tatsächlich zu manchen Missverständnissen Anlass.

Jesu Opfer am Kreuz ("für" die Menschen; wir werden über das Wörtchen "für" als den sprachlichen Ausdruck des Opfers später ausführlich nachdenken) ist als Ereignis einmalig und unwiederholbar; aber "Jesus trägt auch als Auferstandener die Wundmale des Gekreuzigten an sich", so Bischof Kurt Koch. Das heißt: Jesus ist und bleibt der, der "für" die Menschen da ist; das hat er unüberbietbar am Kreuz gezeigt; das bleibt sein Kennzeichen.

Indem Jesus aber am Kreuz zu einem, der für die Menschen da ist, also zu einem sich Opfernden geworden ist, wird sein Sich-Opfern für uns heute Wirklichkeit in der Heiligen Messe; das wird im Hochgebet ausgesprochen: "das Blut, das für euch und alle vergossen wird".

Wir erinnern uns also nicht nur an die damalige Tat Jesu, indem wir nostalgisch auf das Kreuzopfer damals zurückblicken; sondern wir sprechen besser vom "Gedächtnis": Was damals geschah, wird für uns heute Wirklichkeit, indem der auferstandene Jesus Christus uns heute in sein "Für-die-Menschen" hineinnimmt.

Den Gedanken des "Gedächtnisses" hat jemand in einem Vergleich verdeutlicht: Beim 25jährigen Ehejubiläum zweier Menschen wird nicht die Eheschließung vor 25 Jahren nostalgisch als Vergangenes in den Blick genommen, sondern das Ereignis damals wird zur heutigen Realität; im Gedächtnis an den damaligen Ehebeginn wird das Damalige zum Heutigen; das ist mehr als bloße Erinnerung. Es ist "Erneuerung", "Vergegenwärtigung", indem es als Gedächtnis gefeiert wird. Das gilt ähnlich auch vom Totengedächtnis, das mehr ist als bloße Erinnerung an einen längst vergangenen Toten.

So auch das Kreuz Jesu: In der Heiligen Messe wird das Damalige für uns zum Heutigen. Wenn wir also die Gaben bereiten, bitten wir Gott, er möge in diesen Zeichen, wenn er sie verwandelt, Jesu Leben und Sterben "für uns" Wirklichkeit werden lassen in der Eucharistie. Und wenn später das "Brot des Lebens" (Joh 6, 48) zerbrochen und verteilt wir, wird das Gedächtnis des Kreuzestodes Jesu zeichenhaft, bildlich, sakramental dargestellt. Das, was ist, wird im Wort hörbar ("Deinen Tod, o Herr, verkünden wir. . . ") und im Zeichen des Brotbrechens sichtbar gemacht. Und wir, die wir Anteil am Kreuzesopfer Jesu bekommen, weil er auch "für dich" und "für mich" und "für alle" da ist, sollen selbst angesteckt werden zu einem Leben "für".

Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
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Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Michael Bönte
Februar 2009

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