Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Glaubens-ABC  >  Hölle
21.12.2014
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Hölle
Hölle ist die vom Menschen bewusst gewollte Abwesenheit Gottes.

Abwesenheit Gottes

Hölle

Himmel, das ist die absolute Nähe Gottes, verborgen schon hier in diesem Leben, endgültig und unwiderruflich jenseits unseres irdischen Lebens. Hölle, das ist die vom Menschen bewusst gewollte und verursachte Abwesenheit Gottes; auch hier gilt, dass es diese Abwesenheit Gottes schon in diesem Leben und dann endgültig jenseits dieses Lebens gibt. Aber da bleiben viele Fragen.

Mittelalterliche Bilder haben wiederum, auch im Verständnis der Hölle, unsere religiöse Vorstellungswelt stark geprägt; grauenhafte Visionen eines "kosmischen Konzentrationslagers", wie es einmal ein Theologe formuliert hat; Feuer, das nicht aufhört zu brennen; Folterwerkzeuge, die den Menschen unaufhörlich quälen "auf ewig", wie es ja mit der Vorstellung einer jenseitigen Hölle verbunden ist.

Die heutigen Theologie verschließt sich den Fragen nicht, die die Menschen an solche Höllen-Vorstellungen richten, vor allem solche Menschen, die bereits "die Hölle auf Erden" erlebt haben: Krieg, Katastrophen, zerstörte Lebensentwürfe, endgültigen Liebesverlust, Terror und Gewalt, mitmenschlicher Hass bis zur drohenden Vernichtung.

Ist es denn eigentlich im vertrauensvollen Glauben an einen guten Gott denkbar, dass Gott die ewige Qual seiner Geschöpfe erträgt?

Vielleicht vorübergehend und zur Bewährung, das wäre allenfalls noch mit Mühe vorstellbar, aber endlos und immer und ewig?

Mit dem Gedanken an einen barmherzigen, liebevollen Gott ist das nicht vereinbar, aber selbst im Glauben an einen gerechten Gott ist die Vorstellung äußerst problematisch: Gerechtigkeit schließt doch Rache und Vergeltung eigentlich aus, vor allem auf der Seite des starken, absoluten Gottes:

Ist denn nicht der Mensch immer der Schwächere, der Hilfsbedürftige? Kann Gott wirklich mit ansehen, dass sein Geschöpf ewig und unaufhörlich Qualen zu ertragen hat wegen einer zeitlichen, vielleicht sogar punktuellen, einmaligen, nicht zurückgenommenen Schuld? Vor allem: Wäre dann nicht tatsächlich der oder das Böse endgültiger Sieger geworden? Aber Gott ist doch immer stärker als noch so große menschliche Schuld!

Sicher: Die Vorstellung einer Hölle ist die letzte Konsequenz menschlicher Freiheit, aber ist der Mensch denn wirklich so absolut und bedingungslos frei, das er Ewigkeits-Entscheidungen treffen kann?

In einer Tiroler Dorfkirche, so erzählte kürzlich jemand, hängen u.a. drei Bilder: Auf dem ersten sitzt Judas, den ja viele Menschen gern als sicheren "Höllenbewohner" ausmachen, in der Hölle; auf dem zweiten Bild steigt Jesus in die Hölle herab ("abgestiegen zu der Hölle!"), auf dem dritten trägt Jesus den Judas auf seinen Schultern aus der Hölle, und Judas strahlt übers ganze Gesicht. Auch so konnte man im Mittelalter malen.

Professor Medard Kehl schreibt einmal von der Möglichkeit absoluter Gottferne in der Hölle und meint dann: "Ob diese Möglichkeit jemals realisiert worden ist oder noch wird, können wir offen lassen!" Und der frühere Münsteraner Professor und spätere Kardinal Hermann Volk hat einmal gesagt: "Ich glaube, dass es die Hölle gibt, aber ich glaube nicht, dass jemand drin ist." Das ist ein mutiges Wort, wahrscheinlich ist es der Wirklichkeit Gottes näher als die alten Höllenbilder. In der sehr lebensnahen irischen Frömmigkeit gibt es übrigens einen Segenswunsch, der augenzwinkernd und mit dem typischen Humor der Grünen Insel die Hölle ins Visier nimmt. Darin heißt es: "Sei glücklich, denn es gibt keinen Grund, traurig zu sein. Selbst wenn du in die Hölle kommst, bist du unentwegt damit beschäftigt, bekannten Menschen die Hände zu schütteln, dass du darüber nicht traurig wirst. . . "

Mehr zum Thema in kirchensite.de

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterGlaubens-ABC: Himmel

Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
Öffnet externen Link in neuem FensterDieses Buch bestellen...

Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Archiv
Februar 2009

Kirche von A bis Z

Lexikon in kirchensite.de.

Geistlicher Impuls

Advent ist verquer. Warten, heißt es, sei der Advent. Gott erwarten. Das klingt so glatt und vertraut.

Durch das Jahr

Der Weihnachtsbaum war Ende des 19. Jahrhunderts noch längst nicht in jeder Familie anzutreffen.

Kirche von A bis Z

Silvester: In ausgelassener Partystimmung oder besinnlich-gemütvoll endet das Kalenderjahr.

Mit der Bibel leben

"Bei dir ist die Quelle des Lebens".

Reden über Gott und Welt

Am Mittwoch (24.12.2014) ist aus organisatorischen Gründen kein Gesprächspartner aus dem Haus der Seelsorge im Chat.

VIDEO-Tipp ...

Für den dritten Teil unserer Advents-Serie haben wir die Big Band der Erich-Klausener-Ganztagsrealschule in Herten besucht.

Pfarrer Frings zum "Rewe"-Spot

Ein Werbespot erregt die Gemüter. Zumindest einer, der zurzeit von der Supermarktkette "Rewe" durch die sozialen Netzwerke läuft. Pfarrer Thomas Frings hat sich an "Rewe" gewandt.

Neue Familien-Umfrage

Zur Vorbereitung der Ordentlichen Bischofssynode 2015 hat der Vatikan erneut eine Umfrage zu Ehe, Familie und Sexualität gestartet.

Impuls im Advent

Gott – ganz menschlich!

Eine-Welt-Arbeit im Bistum

Neben der unmittelbaren Unterstützung der Menschen und Projekte in der Einen Welt legt das Referat Weltkirche seinen Fokus auf die Bündelung der unterschiedlichen Initiativen im Bistum.

Stiftungen

Die Geschichte der Stiftungen im Bistum Münster ist vor allem eine Geschichte der Einzelgeschichten.

Kirche von A bis Z

Advent: Das Wort "Advent" geht auf das lateinische "adventus" zurück, das übersetzt "Ankunft" heißt und auf das Kommen Christi hindeutet.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im Dezember:
Sebastian Bause.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Sebastian Bause
  bausekirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand