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16.12.2017
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Herz-Jesu
Der Herz ist ein Symbol der Liebe.

Zeichen der unüberbietbaren Liebe

Herz-Jesu

Herz-Jesu-Bilder und Herz-Jesu-Statuen besonders des 19. Jahrhundert, auf denen ein langhaariger, bärtiger Jesus sein Herz in der Hand hält und dem Betrachter präsentiert, sind für viele Christen heute keine Hilfe zu einer persönlichen Spiritualität, mögen sie auch gut gemeint sein. Oft haben solche Darstellungen, wenn sie zur billigen Serienware verkommen sind, eine gefährliche Nähe zum religiösen Kitsch. Und schließlich können sie den Verdacht verstärken, als ob es sich bei der Herz-Jesu-Frömmigkeit um die Verehrung eines menschlichen Organs handeln würde.

Auch die Visionen der Margareta Maria Alacoque im 17. Jahrhundert sind schwer nachvollziehbar; allein die Sprache und die Ausdrucksweise sind uns heute völlig fremd; sie müssten wenigstens in eine heutige Sprechweise übertragen werden.

Besonders problematisch aber ist, dass sich eine isolierte Herz-Jesu-Frömmigkeit nicht selten von ihrer theologischen Grundlage im Neuen Testament gelöst hat. Im Johannes-Evangelium steht, dass der römische Hauptmann unmittelbar nach Jesu Tod mit seiner Lanze die "Seite" Jesu geöffnet habe, und sogleich "flossen Blut und Wasser heraus" (Joh 19, 34). Das ist keine medizinische Feststellung, sondern eine theologische Aussage. Was ist damit gemeint?

Der Tod Jesu ist die Geburtsstunde der Kirche; vom Kreuz aus beginnt das Leben der Kirche, das sich zunächst im Jüngerkreis und dann vom Pfingstfest an in aller Öffentlichkeit vollzieht. Der Grund ist die konsequente Liebe und Menschlichkeit Jesu, die sich bis zum grausamen Tod am Kreuz durchträgt, so dass auch die Waffe des Soldaten, die Jesus den letzten Stoß versetzt, Jesu Liebe offen legt: Das Symbol der Liebe aber ist seit alters her das Herz!

In unserem Wort "Barmherzigkeit" steht "Herz"; herzliches Bitten, herzliches Danken will sagen, dass unser Bitten und Danken aus unserem Innersten, aus dem Herzen kommen; auch hier ist immer im Symbolsinn vom Herzen die Rede. Schon im Alten Testament lässt Gott durch einen Propheten sagen, dass er das steinerne Herz des Menschen durch ein "Herz aus Fleisch" ersetzen will; keine "Herz-Transplantation" ist hier gemeint, sondern die Verwandlung des Menschen aus der Versteinerung seines Wesens zur von Gott gewollten Menschlichkeit.

So ist das Zeichen der unüberbietbaren Liebe Jesu sein Herz. In diesem Herzen, also in der tiefen Menschenliebe Jesu, hat die Kirche ihren Grund, denn "Blut" und "Wasser" stehen ja wiederum gleichnishaft für die beiden Grundsakramente Taufe und Eucharistie, die "ökumenischen", denn auch unsere getrennten Brüder und Schwestern haben diese beiden Sakramente. Die Kirche lebt also aus den Sakramenten der Christ-Werdung und des Christ-Bleibens; aber das ist nicht das Ergebnis theologischer Spekulation oder institutioneller Verordnung, sondern das Selbstverständnis einer Kirche, die sich auf die einzigartige Menschenliebe Jesu zurück führen darf, auf seinen Kreuzestod.

Und so, wie das Fronleichnamsfest die feiernde Verlängerung jenes Augenblicks zwischen dem deutenden Wort Jesu und der Austeilung seines Lebensbrotes beim letzten Abendmahl ist, so ist das alljährliche Herz-Jesu-Fest die verlängerte Feier jenes Augenblicks, als die Kirche zu leben begann. Die Kirche weiß sich in der konsequenten Liebe Jesu im Tod am Kreuz verankert und erfährt diese Liebe in den Sakramenten, die im Kreuz ihren Ursprung haben.

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Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
Öffnet externen Link in neuem FensterDieses Buch bestellen...

Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Michael Bönte
Februar 2009

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