Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Glaubens-ABC  >  Herz Jesu
10.02.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Herz-Jesu
Der Herz ist ein Symbol der Liebe.

Zeichen der unüberbietbaren Liebe

Herz-Jesu

Herz-Jesu-Bilder und Herz-Jesu-Statuen besonders des 19. Jahrhundert, auf denen ein langhaariger, bärtiger Jesus sein Herz in der Hand hält und dem Betrachter präsentiert, sind für viele Christen heute keine Hilfe zu einer persönlichen Spiritualität, mögen sie auch gut gemeint sein. Oft haben solche Darstellungen, wenn sie zur billigen Serienware verkommen sind, eine gefährliche Nähe zum religiösen Kitsch. Und schließlich können sie den Verdacht verstärken, als ob es sich bei der Herz-Jesu-Frömmigkeit um die Verehrung eines menschlichen Organs handeln würde.

Auch die Visionen der Margareta Maria Alacoque im 17. Jahrhundert sind schwer nachvollziehbar; allein die Sprache und die Ausdrucksweise sind uns heute völlig fremd; sie müssten wenigstens in eine heutige Sprechweise übertragen werden.

Besonders problematisch aber ist, dass sich eine isolierte Herz-Jesu-Frömmigkeit nicht selten von ihrer theologischen Grundlage im Neuen Testament gelöst hat. Im Johannes-Evangelium steht, dass der römische Hauptmann unmittelbar nach Jesu Tod mit seiner Lanze die "Seite" Jesu geöffnet habe, und sogleich "flossen Blut und Wasser heraus" (Joh 19, 34). Das ist keine medizinische Feststellung, sondern eine theologische Aussage. Was ist damit gemeint?

Der Tod Jesu ist die Geburtsstunde der Kirche; vom Kreuz aus beginnt das Leben der Kirche, das sich zunächst im Jüngerkreis und dann vom Pfingstfest an in aller Öffentlichkeit vollzieht. Der Grund ist die konsequente Liebe und Menschlichkeit Jesu, die sich bis zum grausamen Tod am Kreuz durchträgt, so dass auch die Waffe des Soldaten, die Jesus den letzten Stoß versetzt, Jesu Liebe offen legt: Das Symbol der Liebe aber ist seit alters her das Herz!

In unserem Wort "Barmherzigkeit" steht "Herz"; herzliches Bitten, herzliches Danken will sagen, dass unser Bitten und Danken aus unserem Innersten, aus dem Herzen kommen; auch hier ist immer im Symbolsinn vom Herzen die Rede. Schon im Alten Testament lässt Gott durch einen Propheten sagen, dass er das steinerne Herz des Menschen durch ein "Herz aus Fleisch" ersetzen will; keine "Herz-Transplantation" ist hier gemeint, sondern die Verwandlung des Menschen aus der Versteinerung seines Wesens zur von Gott gewollten Menschlichkeit.

So ist das Zeichen der unüberbietbaren Liebe Jesu sein Herz. In diesem Herzen, also in der tiefen Menschenliebe Jesu, hat die Kirche ihren Grund, denn "Blut" und "Wasser" stehen ja wiederum gleichnishaft für die beiden Grundsakramente Taufe und Eucharistie, die "ökumenischen", denn auch unsere getrennten Brüder und Schwestern haben diese beiden Sakramente. Die Kirche lebt also aus den Sakramenten der Christ-Werdung und des Christ-Bleibens; aber das ist nicht das Ergebnis theologischer Spekulation oder institutioneller Verordnung, sondern das Selbstverständnis einer Kirche, die sich auf die einzigartige Menschenliebe Jesu zurück führen darf, auf seinen Kreuzestod.

Und so, wie das Fronleichnamsfest die feiernde Verlängerung jenes Augenblicks zwischen dem deutenden Wort Jesu und der Austeilung seines Lebensbrotes beim letzten Abendmahl ist, so ist das alljährliche Herz-Jesu-Fest die verlängerte Feier jenes Augenblicks, als die Kirche zu leben begann. Die Kirche weiß sich in der konsequenten Liebe Jesu im Tod am Kreuz verankert und erfährt diese Liebe in den Sakramenten, die im Kreuz ihren Ursprung haben.

Mehr zum Thema in kirchensite.de

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Herz-Jesu-Verehrung
  2. undefinedkirchensite.de-Heiligenkalender: Margareta Maria Alacoque
  3. Öffnet externen Link in neuem FensterMeditation: Sehnsucht nach Liebe
  4. Öffnet externen Link in neuem FensterGebet: Herz der Liebe

Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
Öffnet externen Link in neuem FensterDieses Buch bestellen...

Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Michael Bönte
Februar 2009

Kirche von A bis Z

Lexikon in kirchensite.de.

Glaubens-ABC

Engel: Gottes Bote.

Mit der Bibel leben

Psalm 1: Die beiden Wege

Fastenzeit

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist".

Heiligenlexikon

26. Februar: Seliger Adalbert und Seliger Ottokar von Tegernsee.

Reden über Gott und Welt

Am Mittwoch (15.02.2012) ist aus organisatorischen Gründen kein Gesprächspartner aus dem Haus der Seelsorge im Chat.

Das aktuelle VIDEO...

Der Pastoralplan im VIDEO: Vertrauen schafft Vertrauen.

Neue Kirche in Schillig

Es ist kein Zufall, dass in einer Zeit von Kirchenschließungen genau hier eine neue Kirche entstanden ist: Der Neubau von St. Marien in Schillig an der Nordseeküste.

Altbischof Kamphaus 80 Jahre

Als "Widersacher Roms", als frommer oder gar einsamer "Rebell" hat sich Franz Kamphaus nie gefühlt.

Impuls von Pater Kollig

Gottes Sehnsucht nach den Menschen (7): "Von Gott überzeugt."

Jugendkirchen im Bistum

Als erste Jugendkirche im Bistum Münster wurde am 7. Dezember 2002 die Jugendkirche "effata!" in Münster eröffnet.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Glaubenswissen

Berufung: Angenommen, Jesus würde heute durch die Straßen ihrer Stadt, ihres Ortes gehen und zu Ihnen sagen "Komm, folge mir nach!" - wie würden Sie reagieren?

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Dossier Familie

Bei allen Schwierigkeiten der heutigen Zeit: Ehe und Familie sind keine Auslaufmodelle. Kirche macht sich an vielen Stellen dafür stark, ihre Rahmenbedingungen zu verbessern.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Einfalt und Unschuld, reines menschliches Gefühl für Dank und Liebe ist Quelle des Glaubens.
Johann Heinrich Pestalozzi

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im Februar:
Diakon Werner Fusenig

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Werner Fusenig
  fusenigkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand