Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Glaubens-ABC  >  Dogma
09.02.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Aufnahme Mariens in den Himmel
1950 wurde das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verkündet.

Lehre der Kirche

Dogma

Unter einem "Dogma" versteht man, jedenfalls im kirchlichen Sprachgebrauch, einen Glaubenssatz, der ausdrücklich als Lehre der Kirche formuliert und als geoffenbarte göttliche Wahrheit von der Kirche verkündet wird. Das war zuletzt am 1. November 1950 bei der Verkündigung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens so, als ein schon lange geglaubter und seit dem 5. Jahrhundert liturgisch gefeierter Glaubeninhalt feierlich und offiziell "dogmatisiert" wurde; das Beispiel zeigt übrigens, dass solche feierlichen Dogmatisierungen heute sehr selten vorkommen. Dass übrigens Privatoffenbarungen in keiner Weise unter den Begriff einer dogmatisch formulierten und deshalb zu glaubenden kirchlichen Lehre fallen, ist selbstverständlich. An der Berechtigung eines kirchlichen Dogmas als einer formulierten Glaubenswahrheit kann es ernsthaft keinen Zweifel geben.

Alle Glaubensbekenntnisse sind ja formulierte Glaubenswahrheiten, schon im Neuen Testament. Das ist wichtig und nötig, weil man ja sagen können muss, was die kirchliche Gemeinschaft, zu der jemand gehört, als Grundlage ihrer Glaubens-Identität formuliert hat. Das Konzil hat allerdings auch darauf hingewiesen, dass es eine "Dogmen-Entwicklung" gibt: Ein formulierter Glaubenssatz fällt ja nicht einfach vom Himmel, sondern steht am Ende eines langen ernsthaften gläubigen Nachdenkens über das, was Christen als ihren gemeinsamen Glauben aussprechen können. Viel schwieriger ist die Tatsache, dass Worte, Sätze und Formulierungen ihre Bedeutung ändern können; darüber denken wir ja in diesen kurzen theologischen Impulsen ständig nach. Solche Veränderungen gelten natürlich auch für die Formulierungen eines Dogmas.

Das Problem ist mit besonderer Schärfe zutage getreten, als im Umfeld der Synode der deutschen Bistümer in Würzburg vor einigen Jahrzehnten die beiden großen Theologen Kardinal Höffner und Professor Karl Rahner in einem Briefwechsel die Frage nach der formulierten Glaubensaussage von der Gottessohnschaft stellten; andere Theologen wie Hans Küng haben in den Disput eingegriffen. Es ging dabei um die Frage: Genügt es letztlich zu bekennen, dass Jesus Gottes Sohn ist, "wahrer Gott vom wahren Gott" (Höffner), oder muss nicht immer auch erklärt werden, was mit dem vieldeutigen Begriff "Sohn Gottes" gemeint ist (Rahner) angesichts der Tatsache, dass sich die Könige Israels als Gottessöhne bezeichneten, auch das Volk Israel als Ganzes, und dass es in der griechischen Mythologie von Göttersöhnen geradezu wimmelte.

Das Dogma muss gegen viele Missverständnisse geschützt werden, was "Gottessohn" meint, wenn wir bekennen: "Jesus ist Gottessohn". Nicht, dass auch Jesus neben vielen anderen als Gottessohn geglaubt und bekannt wird, ist der Inhalt des Dogmas, sondern dass gerade Jesus in einem unverwechselbaren Sinn, ganz anders als die anderen, zu recht Gottessohn genannt werden muss. Deshalb ist immer neu zu klären, ob der unveränderliche Wortlaut eines Dogmas auch heute noch aussagt, war er vom Glauben her tatsächlich und unmissverständlich meint.

Mehr zum Thema in kirchensite.de

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Dogma

Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
Öffnet externen Link in neuem FensterDieses Buch bestellen...

Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH
Februar 2009

Kirche von A bis Z

Lexikon in kirchensite.de.

Geistlicher Impuls

Das fünfte Evangelium: Erfahrungen im Heiligen Land.

Mit der Bibel leben

Psalm 1: Die beiden Wege

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Februar: Klarissen-Kloster in Kevelaer.

Fastenzeit

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist".

Reden über Gott und Welt

Am Mittwoch (15.02.2012) ist aus organisatorischen Gründen kein Gesprächspartner aus dem Haus der Seelsorge im Chat.

Das aktuelle VIDEO...

Der Pastoralplan im VIDEO: Finderlohn.

Neue Kirche in Schillig

Es ist kein Zufall, dass in einer Zeit von Kirchenschließungen genau hier eine neue Kirche entstanden ist: Der Neubau von St. Marien in Schillig an der Nordseeküste.

Altbischof Kamphaus 80 Jahre

Als "Widersacher Roms", als frommer oder gar einsamer "Rebell" hat sich Franz Kamphaus nie gefühlt.

Impuls von Pater Kollig

Gottes Sehnsucht nach den Menschen (7): "Von Gott überzeugt."

Jugendkirchen im Bistum

Als erste Jugendkirche im Bistum Münster wurde am 7. Dezember 2002 die Jugendkirche "effata!" in Münster eröffnet.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Glaubenswissen

Berufung: Angenommen, Jesus würde heute durch die Straßen ihrer Stadt, ihres Ortes gehen und zu Ihnen sagen "Komm, folge mir nach!" - wie würden Sie reagieren?

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Dossier Familie

Bei allen Schwierigkeiten der heutigen Zeit: Ehe und Familie sind keine Auslaufmodelle. Kirche macht sich an vielen Stellen dafür stark, ihre Rahmenbedingungen zu verbessern.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.
Johann Wolfgang von Goethe

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im Februar:
Diakon Werner Fusenig

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Werner Fusenig
  fusenigkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand