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26.09.2016
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Auferstehung und Höllenfahrt Christi.
Ausschnitt aus einer russischen Ikone: Auferstehung und Höllenfahrt Christi.

Staub zu Staub?

Auferstehung des Leibes

Mancher Christ mag beim Mitsprechen des Glaubensbekenntnisses an die Bilder mittelalterlicher Maler denken, wie die Toten die Deckel ihrer Gräber von unten hochheben und wiederbelebt aus den Gräbern steigen, so als wären sie nie richtig tot gewesen, aber Tod, das heißt doch immer noch Verwesung, Vernichtung und "Asche zu Asche", "Staub zu Staub", wie unsere evangelischen Brüder und Schwestern beim Begräbnis eines Menschen beten. Ist denn die Auferstehung nicht etwas anderes, als die Wiederbelebung eines Leichnams? Und ist sie nicht auch viel mehr als nur die "Unsterblichkeit der Seele"?.

Zum ersten Mal habe ich vor vielen Jahren bei dem unvergessenen Professor Hermann Volk, später Kardinal in Mainz, in seiner Vorlesung einen wichtigen Hinweis gehört: Man dürfe "Leib" und "Körper" nicht miteinander verwechseln, wenn man verstehen wolle, was die Auferstehung meint. Wenn die Bibel vom "Leib" und "Seele" spricht, meint sie immer den ganzen ungeteilten Menschen.

Beides gehört ja zusammen: "Seele" meint das Persönlichste und Prägendste, das im Menschen ist, die Körperzellen verwandeln sich im Laufe kurzer Zeit, aber es bleibt bei aller Veränderung etwas im Menschen, das ihm seine Identität durch sein ganzes Leben hindurch gibt; die Seele. Sie möchte, dass der Mensch durch alle Verwandlungen und Veränderungen hindurch immer derselbe bleibt. "Leib" aber ist dasjenige im Menschen, das ihn über seine eigenen Grenzen hinausblicken lässt, was ihm Begegnung mit anderen ermöglicht, was ihn "kommunikativ" macht, was ihn ein Gemeinschaftswesen sein lässt, und vieles mehr.

Die Seele also, die den Menschen ganz "Ich Selber" und der Leib, der ihn "Mit Mensch" sein lässt, machen zusammen den ganzen Menschen aus. Wo einer aber in einer materiellen Welt lebt, geht es nicht ohne die körperliche, materielle Gestalt seines Leibes, aber alles Materielle wird einmal verwandelt "verklärt" werden.

Wir werden einmal in Gottes endgültiger Welt unseren Leib brauchen, ja wir werden Leib und Seele zugleich sein; und unser Körper wird "verklärt" werden. Der Apostel Paulus (1 Kor 15) nennt die Auferstehungsgestalt einen "Geistleib". Das sieht auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aus, auf den zweiten aber nicht. Wir werden nicht mehr in einem Körper Leib (und auch nicht, wie die Esoteriker sagen, in einem "einstofflichen Leib"), sondern in einem Geist-Leib vollendet werden, wenn es einmal einen neuen Himmel und eine neue Erde geben wird. Gott wird uns auferwecken zur leibseelischen, aber menschlichen Vollendung.

Es geht bei der Auferstehung der Toten nicht bloß um die Vollendung des Einzelnen, sondern um die Vollendung aller Wirklichkeit. Alle Welt und Geschichte wird am Ende der Zeit vom Geist Gottes erfüllt sein. (Katholischer Erwachsenen Katechismus Band 1, S. 413)

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Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
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Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH
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