Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Vierzigstündiges Gebet zur Fastnacht: Gegenoffensive auf Knien
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Anbetung
Vereinzelt wird noch heute an den "tollen Tagen" das Gebet der 40 Stunden vor dem "Allerheiligsten" gehalten. Vielfach ist es verlegt worden, nicht selten auf die Tage vor dem ersten Fastensonntag als Einstimmung auf die Österliche Bußzeit.

Vierzigstündiges Gebet zur Fastnacht:

Gegenoffensive auf Knien

Bistum. Lange Zeit hatte die Kirche still gehalten und Milde walten lassen, doch zur Mitte des 19. Jahrhunderts war ihre Geduld zu Ende. "Mutter Kirche" ging zum Gegenangriff gegen die karnevalistischen "Lustbarkeiten" und Ausschweifungen der Narren über. Ihre erfolgreiche Waffe: das Vierzigstündige Gebet.

"Die so genannten Fastnachtstage waren seit langen Zeiten an vielen Orten Saufgelage erster Klasse. Wer würde es geglaubt haben, wenn man vor 20 Jahren jemanden gesagt hätte: Diese Tage werden bald die ersten Bettage werden", notierte 1854 der Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul in Nienborg (heute Heek, Kreis Borken) in sein Dienstjournal.

Alkohol-Exzesse, Tanz-Veranstaltungen und "der vertrauliche Umgang mit dem anderen Geschlecht", sieht der Volkskundler Dr. Peter Höher von der Volkskundlichen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe als Gründe für das Gegensteuern der Kirche. Für ihn eine "Kampfansage": himmlische Freuden oder ewige Verdammnis.

Bistum Münster erfolgreich

Vor allem im Bistum Münster nutzte man das schon seit dem 16. Jahrhundert bekannte Vierzigstündige Gebet, um so die Menschen weg vom Laster und hin zur Tugend zu führen. Ursprünglich erinnerte das Gebet an die Grabesruhe Christi, die der Legende nach 40 Stunden gedauert haben soll. Gehalten wurde die Gebetswache zu Anfang in der Karwoche. Später wurde diese Frömmigkeitsform auch eingesetzt in Kriegs- und Notzeiten.

Im Bistum Münster nutzte man das schon seit dem 16. Jahrhundert bekannte Vierzigstündige Gebet, um so die Menschen weg vom Laster des Karnevals und hin zur Tugend zu führen.

Nun war es im 19. Jahrhundert eine Sühneandacht geworden – und das sehr erfolgreich, so dass den ersten Pfarrern, die es in 1840er Jahren eingeführt hatten, sehr schnell weitere folgten und begeistert von Erfolgen berichteten. Endlich sei die Bereitschaft vorhanden, "den so fest eingewurzelten und verwachsenen Unfug, wie der tolle Fastnachtstrubel ist", aufzugeben, wie das "Sonntagsblatt für katholische Christen" 1855 schrieb.

Bauerschaften, Schulen und fromme Vereine wie die Sodalitäten wechselten sich ab in der Anbetung des "Allerheiligsten" in der Monstranz. "Die Beichtstühle waren bis tief in die Nacht umlagert, und einen eigenthümlichen Eindruck gewährte es, jetzt heilige Lieder und laute Gebete … auf den Straßen erschallen zu hören, wo früher ganz andere Gesänge ertönten", heißt es in einem Bericht aus dem westmünsterländischen Rhede.

Gewitzte Narren

Doch in einigen Orten hatte die Geistlichkeit die Rechnung ohne die gewitzten Narren (und Gastwirte) gemacht: Diese legten einfach die Fastnacht vor, so dass noch heute in einigen Orten des Münsterlandes der Karneval früher gefeiert wird, wie etwa der große Ziegenbocksmontag-Umzug im münsterschen Stadtteil Wolbeck eine Woche vor dem Rosenmontag.

Was ist davon geblieben? Bis weit ins 20. Jahrhundert hielt sich diese Tradition, konnte aber letztlich (doch) nichts gegen das Karnevalstreiben dauerhaft ausrichten. Vereinzelt wird noch heute an den "tollen Tagen" das Gebet der 40 Stunden gehalten. Vielfach ist es verlegt worden, nicht selten auf die Tage vor dem ersten Fastensonntag als Einstimmung auf die Österliche Bußzeit.

Zitat:

Anbetung ist ein Akt des inneren Einverständnisses mit Gott. In der Anbetung bringen wir zum Ausdruck, dass wir im Geheimnis Gottes geborgen sind. - Abraham Joshua Heschel, jüdischer Schriftgelehrter und Religionsphilosoph

In Zeiten und Stunden der Anbetung erinnern wir uns an die Liebesgeschichte Gottes mit uns. - Bischof em. Reinhard Lettmann

Es gehört zum christ-katholischen Glauben, dass Jesus Christus mit Gottheit und Menschheit unter den eucharistischen Gestalten wahrhaft gegenwärtig ist. Gewiss ist diese Gegenwart unter den Symbolen menschlicher Nahrung ausgerichtet auf den wirklichen Empfang und Genuss dieser eucharistischen Speise. Aber das ändert nichts daran, dass in dieser Speise Jesus Christus mit Gottheit und Menschheit nicht nur gegenwärtig ist, indem er empfangen wird, sondern zuvor gegenwärtig ist, damit er leibhaftig empfangen werden könne. Und darum kann der katholische Christ Jesus, das göttliche Unterpfand seines Heiles, unter diesen eucharistischen Zeichen anbeten. Solche Anbetung ist im Vergleich zum wirklichen Empfang des himmlischen Brotes zwar nicht der Höhepunkt des sakramentalen Geschehens, wohl aber eine legitime Konsequenz aus dem katholischen Glauben an die wahre Gegenwart des Herrn im Sakrament. Diese Verehrung Jesu im Sakrament dürfte also nicht untergehen. - Karl Rahner, Jesuit und katholischer Theologe

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Durch das Jahr
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDurch das Jahr: Karneval
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Vierzigstündiges Gebet

Text: Norbert Göckener | Fotos: Norbert Göckener, Michaela Töns
20.02.2004

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Daniel Kotara.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand