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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Terminprobleme: Das Schaukelfest Ostern
11.02.2012
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Konzil von Nicäa
Die jetzige Festsetzung des Ostertermins wurde 325 vom Konzil von Nicäa beschlossen.

Terminprobleme…

Das "Schaukelfest" Ostern

Bistum. Wann ist Ostern? Irgendwann zwischen dem 22. März und dem 25. April. Dann feiern die Christen ihr wichtigstes Glaubensgeheimnis: die Auferstehung Jesu von den Toten. Es ist ein so genanntes "bewegliches" Fest wie andere von ihm abhängige im Kirchenjahr, die schon Martin Luther abfällig als "Schaukelfeste" bezeichnete und der für einen festen Termin votierte.

Schon die junge Kirche stritt um den besten Ostertermin. Der Liturgiereferent im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, Pater Johannes Chrysostomus Ripplinger, spricht sich für einen festen Termin aus: Er verweist auf eine Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils aus dem Jahr 1963 und macht deutlich, dass es darum gehen müsse, die einheitliche Festlegung in Gemeinschaft mit den übrigen christlichen Kirchen zu verwirklichen.

Gut für Ökumene

"Es täte der Ökumene gut und dem Auftreten der Christenheit insgesamt, wenn wir einen einheitlichen, festen Termin für das Osterfest hätten", so Ripplinger. Dadurch könne noch stärker ins Bewusstsein der Menschen dringen, dass es sich für die Christen bei Kreuzestod und Auferstehung Christi um geschichtliche Ereignisse und nicht um fromme Legenden handele.

"Gerade in Zeiten, in denen Wissenschaftler wie etwa Professor Lüdemann die Auferstehung abstreiten, ist es wichtig, eine solche Festsetzung zu schaffen", so der Benediktiner aus der Abtei Gerleve. Er legt allerdings großen Wert darauf, dass eine Festsetzung des Ostertermins im Einvernehmen mit den anderen christlichen Kirchen geschieht.

Konzil von Nicäa

Die jetzige Festsetzung des Ostertermins wird seit dem Jahr 325 praktiziert, erläutert Pater Johannes Chrysostomus. "Damals legte das Konzil von Nicäa fest, dass Ostern jeweils am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert wird." Die ersten Christen hatten das Osterfest zunächst noch am jüdischen Paschafest gefeiert.

In der Osternacht entzündet der Priester an dem gerade entfachten Feuer eine Kerze.

Die Ursache für die Schwankungsbreite von fünf Wochen liegt darin, dass man sich bei dieser Festlegung nach dem Mondkalender und nicht wie sonst üblich nach dem Sonnenkalender richtet. Die Unterschiede zwischen dem Ostertermin der orthodoxen Kirchen und dem der übrigen rühren daher, dass die Ostkirchen die Gregorianische Kalenderreform von 1582 bezüglich des Ostertermins nicht mit vollzogen und Ostern noch immer nach dem Julianischen Kalender feiern, wodurch neben der Schwankungsbreite auch noch unterschiedliche Termine auftreten.

Unbewegliche Ostern

Der Benediktiner verweist darauf, dass Quellen belegen, dass trotz der Entscheidung des Konzils von Nicäa in Gallien noch verschiedene Bischöfe Ostern als unbewegliches Fest am 25. März feierten. 1923 machte der Fünfte Panorthodoxe Kongress die Aussage, dass er sich einer Festlegung des Ostertermins nicht widersetzen werde, wenngleich es nach dem Kongress Widerstand gegen die Übernahme des Gregorianischen Kalenders gab.

1931 regte der Völkerbund an, Ostern am Sonntag nach dem zweiten Samstag im April zu begehen. Und auch Papst Paul VI. schlug vor, Ostern ab 1977, als alle christlichen Osterfeste zeitlich zusammenfielen, auf den Sonntag nach dem zweiten Samstag im April zu legen.

Eine Vereinheitlichung und feste Terminierung hätte nicht nur für die Kirchen, sondern auch für Firmen, Schulen und die Verwaltung Vorteile. "Aus unserer Sicht könnte ein fester Termin helfen, dass sich das Osterfest und dessen Inhalt noch mehr ins Bewusstsein der Menschen einprägen", verdeutlicht Ripplinger.

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Text: Norbert Göckener | Fotos: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
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