
- Der Osterhase als Sinnbild für Wachsamkeit bringt die Ostereier, die als Symbol des Lebens gelten.
Osterbräuche:
Von Kerzen und Feuern, Hasen und Eiern
Bistum. Gesucht wird: das Ei. Nicht irgendeins, kein gewöhnliches, sondern ein einmaliges und auffälliges Ei - das Osterei. Tausende Kinder durchstöbern an den Osterfeiertagen Wohnung oder Garten in neugieriger Suche. Dieser Brauch ist wohl am stärksten mit dem christlichen Osterfest verbunden.
Während es noch vor 50 Jahren "echte" Hühner- oder Gänseeier waren, steht derzeit das Schokoladenei auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Doch das Ei und die Suche nach ihm haben auch mit dem eigentlichen Sinn des Festes zu tun, wie auch viele andere Bräuche dieser Zeit.
In vielen Kulturen ist das Ei ein Symbol für das Leben. Immer wieder löste es - zumindest früher - Erstaunen aus, dass aus dem scheinbar toten Körper ein lebendiges Küken entstehen konnte. So wurde das Ei zum Zeichen für die biblische Erzählung von der Auferweckung Christi: Er, der tot im steinernen Grab liegt, kommt als Lebender hervor. Im vierten Jahrhundert formulierte der Kirchenlehrer Ephraim das Auferstehungsgeschehen so: "Gleich einem Ei springt das Grab auf."
Wachsam und fruchtbar
Und wer bringt die Eier? Natürlich der "Osterhase". Auch er ist ein Sinnbild für Auferstehung und Wachsamkeit, da man früher meinte, der Hase schlafe nicht. Die naturwissenschaftliche Erklärung: Der Hase hat keine Augenlider, sondern schiebt zum Schlaf die Pupillen nach oben. Die alte Kirche erwartete wachend in der Nacht von Karsamstag zum Sonntag die Auferstehung, die sie "in heiligen Zeichen" feierte.
Doch der Hase ist Zeichen für noch mehr: Fruchtbarkeit, Zeugungskraft und Lebensgier verbinden sich mit ihm. Die Alten verbanden daher mit dem Hasen auch den Wunsch, die Osterbotschaft möge sich - wie Meister Lampe - verbreiten und vermehren. Der Hase gehört so zu Ostern - aus Schokolade, als Brot oder Kuchen in Hasenform.
Funke aus toten Steinen
Sinnfälliges Zeichen für das Geschehen der Osternacht sind die Osterfeuer. Während der feierlichen Osternachtsmesse wird vor der Kirche ein Feuer entzündet. Vor Jahren wurde dies noch mit zwei Feuersteinen gemacht: Aus den toten Steinen sprang der lebendige Funke und setzte das Holz in Brand - Sinnbild für die Auferstehung. In vielen Gemeinden werden dann am Abend des Ostersonntags oder -montags nochmals (meist größere) Osterfeuer abgebrannt; mancherorts werden dann die alten Osterlieder gesungen.
In der Osternacht entzündet der Priester an dem gerade entfachten Feuer eine Kerze. Liturgisch gesehen gilt dies als symbolischer Moment der Auferweckung. Die Osterkerze ist reich geschmückt: mit einem Kreuz, der Jahreszahl, dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets - Alpha und Omega.
Der Priester spricht, während er über diese Symbole streicht: "Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Macht und Herrlichkeit in alle Ewigkeit." Fünf Weihrauchkörner stehen zudem für die Wunden Jesu.
Besungene Kerze
Mit dieser gesegneten Kerze zieht die Gemeinde in der Osternacht in die dunkle Kirche und feiert damit Christus als das Licht. In einem Lobgesang, dem "Exsultet", wird dies besungen: "Siehe, geschwunden ist überall das Dunkel, denn dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: Die Nacht wird hell wie der Tag, wie strahlendes Licht. Sie vertreibt den Hass, sie einigt die Herzen und beugt die Gewalten."
Die Kerze wird somit zum Sinnbild für Christus. Viele Katholiken nehmen Kerzen als Erinnerung an diese feierlichste Messe im ganzen Jahr mit in ihre Wohnungen. Viele Familien schmücken in den Tagen zuvor eigens eine Kerze für das Fest. Der Ostermorgen beginnt für viele mit einem reichlichen Frühstück zur Feier des Tages. Auf dem Programm stehen - soweit es das Wetter zulässt - ein Osterspaziergang und natürlich für die Kleinen die Suche nach den begehrten Eiern.
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