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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Teil 1 Österliche Wurzeln im jüdischen Pessach
26.02.2017
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Torarolle
Ausschnitt einer Torarolle im Jüdischen Museum in Dorsten.

Österliche Wurzeln im jüdischen Pessach (Teil 1)

Ein Gott, der rettet

Seine tiefste Verankerung hat das christliche Osterfest in der biblischen Pessach-Feier der Israeliten. "Ohne Kenntnis der alttestamentarischen, jüdischen Wurzeln sind Sinn und Botschaft von Ostern überhaupt nicht nachvollziehbar", sagt Schwester Johanna Eichmann, Leiterin des Jüdischen Museums Dorsten.

Das Heilsgeschehen, das die Kirche in den Tagen von Gründonnerstag bis Ostern feiert, ist erst zu erfassen durch die Vergegenwärtigung der Eckdaten der Heilsgeschichte Israels. Das sind: Die Befreiung des Volkes Israel aus dem Sklavendienst und die Errettung vor den ägyptischen Verfolgern beim Zug durchs Rote Meer (Exodus 12 und 14). Diese beiden Ereignisse, Auszug und Errettung, feiern die Juden in der Pessach-Nacht.

Frohlockt ihr Chöre der Engel

Genau davon singt auch zu Beginn der katholischen Osternachtsfeier der Diakon, wenn er das Osterlob, das Exsultet (zu Deutsch: Frohlocket), anstimmt, während die Gläubigen stehend ihre an der Osterkerze entzündeten Kerzen in Händen halten. "Frohlocket, ihr Chöre der Engel... Dies ist die Nacht, die unsere Väter, die Söhne Israels, aus Ägypten befreit und auf trockenem Pfad durch die Fluten des Roten Meeres geführt hat."

Am Gründonnerstag erinnert die Kirche an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Sie feierten Pessach nach biblischem Ritus, wie es die jüdischen Familien noch heute am Seder-Abend tun – alljährlich am Tag des ersten Frühlingsvollmondes. "Pessach" ist hebräisch und bedeutet soviel wie "vorbeigehen, verschonen". Der Name erinnert an die zehnte Plage Gottes unmittelbar vor dem Auszug aus Ägypten: In jener Nacht starben alle Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Verschont wurden nur die Israeliten, die ihre Türpfosten mit dem Blut der Opferlämmer bestrichen hatten. (Exodus 12,12-13).

Übrigens: Viele Exegeten deuten die „gottgesandten“ zehn Plagen heute so, dass ihnen Erfahrungen von Naturkatastrophen zugrunde liegen, die in der Frühzeit häufig als göttliche Strafen gedeutet wurden.- Die aramäisch-griechische Form des Wortes "Pessach" lautet "Pascha". Daher spricht man auch oft vom Paschafest oder Paschamahl.

Errettung aus Todesbedrohung

Beim letzten Abendmahl an Pessach teilt Jesus mit seinen Jüngern nach jüdischer Tradition Brot und Wein. Doch zugleich erneuert er den göttlichen Bundesschluss des Alten Testamentes: "Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis, dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden" (Matthäus 26,26-28).

Damit ist aus der jüdischen Tradition heraus der Bogen geschlagen zum christlichen Ostern und zur Eucharistie-Feier: Im Alten Testament errettete Gott das Volk Israel aus der Todesbedrohung durch die Ägypter. Im Neuen Testament errettet Christus alle Menschen aus der Todesbedrohung überhaupt, indem er ewiges Leben verheißt. Als Christen glauben wir, dass Gottes alttestamentarische Bundeszusage durch Christus bestätigt ist und dass sie durch das "Blut des Bundes" auch denen gilt, die ursprünglich nicht zu "seinem Volk" gehörten.

Die Heilstat Jesu gipfelt in Kreuz und Auferstehung, in dem Durchzug durch das Meer des Leidens hin in die Herrlichkeit beim Vater. Dadurch werden die Gläubigen in Christus dem Tod entrissen. Entsprechend sagt Jesus: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt" (Johannes 11,25).

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Text: Karin Wollschläger | Foto: Karin Wollschläger
07.04.2004

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