
- Die österliche Bußzeit erinnert an die Taufe.
Österliche Bußzeit:
Tauferinnerung gehört zum Kern der Fastenzeit
Bistum. Mit der 40-tägigen österlichen Bußzeit, die am Aschermittwoch beginnt, bereiten sich die Christen auf Ostern vor, das höchste christliche Fest. Einer der Höhepunkte der Osternachtfeier ist alljährlich die Taufe eines Gläubigen und die Erneuerung des Taufversprechens der Gemeinde. Dementsprechend ist die Erinnerung an die Taufe einer der Kernpunkte der inhaltlichen Vorbereitung auf Ostern in der Fastenzeit. "Werke der Buße" und eben das Fasten sollen den Gläubigen ins Gedächtnis rufen, was Taufe bedeutet.
In der Taufe wird ein Mensch Christ. Hierzulande ist die Kindertaufe üblich, so dass Eltern die Entscheidung für die Kinder treffen. Allerdings bitten auch zusehends Erwachsene um die Spendung dieses Sakramentes. Gerade dann wird deutlich, dass es einer persönlichen Entscheidung bedarf, Christ zu werden - heute mehr denn je. Daran will die österliche Vorbereitungszeit erinnern.
Gedanken "über das Wesentliche"
In den gut sechs Wochen sind sie daher aufgerufen, sich Gedanken "über das Wesentliche" zu machen, wie es etwa am Aschermittwoch heißt, wenn der Priester den Gläubigen mit Asche ein Kreuz auf die Stirn zeichnet und spricht: "Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst." Die Alternativformel drückt es anders aus: "Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium." Seit dem 11. Jahrhundert wird diese Form des Fastenbeginns bezeugt; die österliche Bußzeit bereits seit mehr als 1.500 Jahren begangen.
Das Motiv "Taufe" durchzieht Fastenzeit und Osterzeit: Die Vorbereitungszeit war in der jungen Kirche die letzte Phase der Vorbereitung der Taufbewerber auf den Empfang dieses Sakramentes; die Gemeindemitglieder erinnerten sich an ihre eigene Taufe. In der Osternacht, einst der einzige Tauftermin im ganzen Kirchenjahr, war die Taufe ein Höhepunkt. Der "Weiße Sonntag" hat diese Bezeichnung, weil dann die Neugetauften die weißen Taufgewänder ablegten, nachdem die Osterwoche quasi als achttägiges Fest begangen worden war.
Kernpunkte des Glaubens
Die Verbindung von Taufe und Osterfest liegt nahe: Zum Ende der Fastenzeit stehen die Kernpunkte des christlichen Glaubens in gedrängter Form auf der Tagesordnung des kirchlichen Lebens - Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu von den Toten. In der Taufe wird der Mensch auf den gestorbenen und auferstandenen Christus getauft - und dadurch Christ.
"Die eigentliche Symbolik der Taufe in der alten Kirche verdeutlicht: Das Untertauchen beziehungsweise das Übergießen mit Wasser soll das Sterben des Menschen veranschaulichen, der dann aber mit Christus als neuer Mensch aufersteht", erläutert der frühere münstersche Weihbischof und jetzige Bischof von Limburg Prof. Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg).
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Text: Norbert Göckener | Fotos: Michael Bönte, Archiv
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