Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  11. November: Martinstag - Verräter im Bräter
25.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Gans
Als letzten Festschmaus vor der vorweihnachtlichen Fastenzeit kamen früher schlachtreife Gänse auf den Tisch.

Am Martinstag verlieren die Gänse ihren Kopf

Verräter im Bräter

Puchheim. Treffen sich zwei Gänse. Fragt die eine: "Kennst du 'Spiel mir das Lied vom Tod?' - "Klar", sagt die andere: "Sankt Martin, Sankt Martin ...". Rund zehn Millionen Gänse landen in Deutschland jedes Jahr zwischen Kirchweih und Weihnachten knusprig gebraten auf den Festtagstellern. Sollte der heilige Martin von Tours aber wirklich schuld daran sein, dass zu seinem Namenstag Gänse geschlachtet werden?

Es ist einfach eine schöne Legende: Der barmherzige Martin teilt als Soldat seinen Mantel mit einem Bettler, lässt sich danach taufen und unterstützt fortan arme und kranke Menschen. Der Gründer des ersten französischen Klosters sollte nach dem Willen der Bürger von Tours ihr neuer Bischof werden.

Bescheiden wie er ist, so die Legende, will Martin diese Verantwortung nicht annehmen und versteckt sich in einem Gänsestall, um der Wahl zu entgehen. Doch das Geschnatter der Gänse verrät ihn: Im Jahr 371 wird der Widerstrebende zum Bischof geweiht.

Früher ausschließlich Namenstage gefeiert

"Sie haben Sankt Martin verraten, drum müssen sie jetzt braten", heißt es lakonisch im Volksmund über die Martinsgänse. Statt für ihre Geschwätzigkeit geehrt zu werden, geht es ihnen bis heute an den Kragen. Allerdings nicht mehr so oft: "Früher sind nicht die Geburtstage, sondern ausschließlich die Namenstage gefeiert worden", vermutet Margarete Meier, die auf ihrem Hof in Puchheim bei München um die 200 Gänse hält.

Weil es viele Martins gab, sei eher mal die eine oder andere Gans zum Namenstag geschlachtet worden. Und heute? Weil der Tag der Laternenumzüge meist unter der Woche ist, "verschieben die Leute ihren Gänsebraten auf Kirchweih oder auf Weihnachten".

Letzter Festschmaus vor der Fastenzeit

Seit dem frühen Mittelalter war der Martinstag hingegen zugleich Zinstag und Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Zum Ende des bäuerlichen Jahres wechselten die Mägde und Knechte ihre Arbeitsstellen und wurden von ihren Gutsherren oft mit einer Gans zum Abschied beschenkt.

Ihr Blut und Fett verfügte angeblich über heilende Kräfte bei Fieber und Gicht. Ebenso wurden mit den Vögeln Zinsen und Pacht bezahlt - schon um die Tiere im Winter nicht durchfüttern zu müssen. Als letzten Festschmaus vor der langen Fastenzeit kamen in vielen Familien die schlachtreifen Gänse auf den Tisch.

"Gänsereiterkönig"

Es gibt allerdings auch ziemlich gruselige Bräuche rund um die Martinsgans - zum Beispiel das in Nordrhein-Westfalen so beliebte wie umstrittene "Gänsereiten" oder auch "Gänseköppen". Bei dem über 400 Jahre alten Reiterspiel wird eine tote Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Die Reiter müssen versuchen, dem Vogel im Galopp den Kopf abzureißen. Wer es schafft, ist "Gänsereiterkönig".

Zwar werden seit einigen Jahren in immer mehr Orten Gänse-Attrappen verwendet - wegen des Tierschutzes und weil Gegner das gewaltverherrlichende Potenzial kritisieren. Noch bis 1806 waren bei dem Spiel lebende Gänse aufgehängt worden.

Bei dem Gedanken daran schaudert es Margarete Meier, die ihren Gänsen von Juli bis Weihnachten viel Auslauf auf der großen Wiese gönnt und sie beim Einfangen unterm Bauch packt statt grob an den Flügeln. Bei manchen Vögeln kommt es aber gar nicht so weit: Vom "Fuchs, du hast die Gans gestohlen", kann die Bäuerin wahrlich ein Lied singen.

Zwar verhalten sich die Gänse schlau, wenn Gefahr droht: Um den Feind zu verwirren, bilden sie ein dichtes Knäuel, der sich ständig im Kreis dreht. Diese Phalanx hilft allerdings eher gegen Greifvögel als gegen den roten Räuber: Der hält sich auch nicht ans Kinderlied und reißt statt einer gleich bis zu 25 Gänse auf einmal.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Durch das Jahr
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDurch das Jahr: St. Martin
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: St. Martin
  3. Öffnet externen Link in neuem Fensterkirchensite.de-Heiligenkalender: Heiliger Martin
  4. Öffnet externen Link in neuem FensterGotisches Altar-Relief im Xantener Dom
  5. Öffnet externen Link in neuem FensterHeiliger Martin: Den Bedürftigen geben
  6. Öffnet externen Link in neuem FensterSchon gewusst? - Martin und Karneval
  7. Öffnet externen Link in neuem FensterStolzer Reiter hoch zu Ross

Text: Carola Renzikowski, Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
10.11.2008

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Daniel Kotara.

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat.
Jean de la Bruyére

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand