
- Als schönster Monat des Jahres ist der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht.
Ein besonderer Marienmonat
"Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen"
"Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen. O segne ihn mit holdem Sinn und uns zu deinen Füßen. Maria, dir empfehlen wir, was grünt und blüht auf Erden. Lass uns in dieser Pracht und Zier das Werk des Schöpfers ehren", so ein Marienlied, das in diesen Wochen mancherorts noch gesungen wird.
Als schönster Monat des Jahres sollte der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition. Man vermutet, dass die ersten Maiandachten Ende des 18. Jahrhunderts in Italien stattfanden. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich diese Frömmigkeitsform. In den 1840er Jahren kam sie auch im Bistum Münster auf.
Andachten an Bildstöcken
Maiandachten werden zum Teil noch immer privat gepflegt: Vor einem mit frischen Blumen reich geschmückten Marienbild trifft sich die Familie, singt Marienlieder, spricht Gebete zur Muttergottes oder betet den Rosenkranz als marianische Christusmeditation. Auch in Kirchen finden Marienandachten statt – manchmal in Verbindung mit dem sakramentalen Segen. In Bauerschaften treffen sich Nachbarn an Kapellen und Bildstöcken, um Maiandachten zu feiern.
Papst Paul VI. empfahl in seiner Enzyklika "Mense maio" vom 1. Mai 1965 die Verehrung Mariens im Monat Mai. Er bezeichnete es als "eine teure Gewohnheit Unserer Vorgänger, diesen Marienmonat zu wählen, um das christliche Volk zu öffentlichem Gebet einzuladen, sooft die Nöte der Kirche oder eine drohende Weltgefahr dies verlangten".
Weltliches Mai-Brauchtum
Der Monatsname Mai wurde im Deutschen nach dem lateinischen "maius" gebildet, wie der Theologe und Volkskundler Manfred Becker-Huberti erläutert. Im weltlichen Brauchtum spielt der Maianfang eine besondere Rolle: Der 1. Mai galt in früheren Zeiten als offizieller Sommerauftakt. Nur natürlich war es deshalb, dass sich der Vortag, der 30. April, als Winterabschied kräftig gefeiert wurde und wie dies zum Teil noch heute mit dem traditionellen "Tanz in den Mai" geschieht.
In der heidnisch geprägten "Walpurgisnacht" muss Lärm gemacht werden, um Hexen und Dämonen zu vertreiben; Tanz, Essen und Trinken bieten hierzu ausreichend Gelegenheit. Vielerorts wird der mit Kranz, Fahnen oder Bändern geschmückte "Maibaum" aufgestellt. Am 1. Mai ziehen Nachbarschaften und Freundeskreise "feuchtfröhlich" los oder machen eine "Maifahrt" mit grünen Zweigen geschmückten Fahrrädern.
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