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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Mariä Lichtmess: Als es noch keine Feuerversicherung gab
29.04.2017
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Darstellung des Herrn
Das Eichenholzrelief aus dem neugotischen Sieben-Schmerzen-Altar von Ferdinand Langenberg zeigt die Darbringung Jesu im Tempel. Der Altar vom Anfang des 20. Jahrhunderts steht heute im Euthymia-Zentrum in Münster.

Mariä Lichtmess (2. Februar):

Als es noch keine Feuerversicherung gab...

Wenn Blitze die dunkle Nacht erhellten und das folgende laute Donnergrollen einen geruhsamen Schlaf unmöglich machte, dann hatten die Menschen früherer Tage große Angst. Schlug ein Blitz etwa in einen Bauernhof ein, so vernichtete das Feuer Stroh, Ernte und nicht selten den Viehbestand.

Nackte Existenzangst löste solch ein Ungewitter aus in Zeiten, als es noch keine Feuerversicherung gab. Hilfe und Zuflucht suchten gläubige Katholiken im Gebet. Die Familie versammelte sich zum Beten des Rosenkranzes, wobei die Lichtmesskerzen angezündet wurden.

Einst Ende der Weihnachtszeit

Das Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar war somit in früheren Zeiten ein ganz besonderer Tag: Es bedeutete nach der alten Liturgieordnung das Ende der Weihnachtszeit. Heute ist dies bereits am Sonntag nach dem Dreikönigstag (6. Januar), aus Mariä Lichtmess wurde im Übrigen das "Fest der Darstellung des Herrn".

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst fand an Mariä Lichtmess diese 40-tägige Weihnachtsfestzeit ihren Abschluss. In der Messfeier wurden Kerzen gesegnet, die danach in einer Prozession mitgetragen wurden. Anschließend bewahrte man diese Lichtmesskerzen zuhause sorgfältig auf, um sie bei Unwettern oder auch am Sterbebett eines Angehörigen zu entzünden.

Jüdische Vorschriften

Am 2. Februar gedenken die Gläubigen damals wie heute des Ereignisses, von dem Lukas in seinem Evangelium erzählt: Bei den Juden galt entsprechend der alttestamentlichen Bestimmungen eine Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage als kultisch unrein und musste danach ein Opfer für ihre Reinigung darbringen. Der Erstgeborene wurde zudem als Eigentum Gottes angesehen und musste durch ein Opfer ausgelöst werden. Dieser Vorschrift entsprachen Maria und Josef im Tempel von Jerusalem.

An Mariä Lichtmess werden Kerzen gesegnet, die danach in einer Prozession mitgetragen werden.

Außerdem berichtet die Erzählung des Lukas von der Begegnung der Familie mit den greisen Simeon und Hanna. Simeon bezeichnet dabei Jesus als "Licht, das die Heiden erleuchtet". - In den Messfeiern an diesem Tag wird dies sinnfällig durch viele Kerzen dargestellt.

In der katholischen Kirche wird das Fest der Darstellung Jesu im Tempel bereits seit Mitte des 5. Jahrhunderts gefeiert. In Rom verband sich mit diesem Tag eine ursprünglich heidnische Lichter-Prozession. In Gallien ging dem Lichterumgang eine Kerzenweihe voraus. So entstand in Deutschland die Bezeichnung "Lichtmess". Seit 1969 lautet die offizielle Bezeichnung "Darstellung des Herrn".

Licht der Welt

Und was können die Lichtmesskerzen den Menschen heute bedeuten? Der Liturgiereferent im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, der Benediktinerpater Johannes Chrysostomus Ripplinger, zitiert ein Jesus-Wort aus dem Johannes-Evangelium: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben." Jesus sage aber auch: "Ihr seid das Licht der Welt."

Das Licht der Christen solle in die Finsternis der Welt hineinleuchten und Menschen auf den Weg zu Christus hinweisen. "Außerdem sind die brennenden Kerzen ein Zeugnis für unsere Wachsamkeit und Ausdruck des Gotteslobes, denn Gott ist der Quell und Ursprung allen Lichtes", so der Benediktiner aus der Abtei Gerleve.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
Januar 2003

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