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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Kreuzweg: Gemeinschaft mit dem leidenden Jesus
18.12.2017
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Wegkreuz
Wegkreuz bei Sendenhorst.

Kreuzweg

Mitfühlen mit dem leidenden Jesus

"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Der Überlieferung nach waren es fromme Jerusalem-Pilger im Mittelalter, die dieses Jesus-Wort aus dem Markusevangelium wortwörtlich nahmen. Sie hatten den Wunsch, den Kreuzweg Jesu vom Haus des Pilatus bis zum Hinrichtungsort Golgota zu gehen.

Noch heute sieht man Pilger in Jerusalem die "Via dolorosa", den Schmerzensweg mit den Stationen des Leidens Jesu, mit einem Kreuz auf den Schultern nachgehen. Sie sind ergriffen, berührt von dem Gedanken, Jesus auf seinem letzten Weg zu folgen. Dies war auch wohl die Motivation, warum ab dem 14. Jahrhundert die Andachtsform und die Darstellung des Kreuzweges in der Christenheit immer stärkere Verbreitung fand.

Mittelalterliche Passionsmystik

Beförderte wurde dies durch die mittelalterliche Passionsmystik: Nachdem man in früheren Jahrhunderten Christus vor allem als den strahlenden Herrn und König der Kirche und der gesamten Menschheit gesehen hatte, wurde nun Jesus in Kunst und Frömmigkeit in seinem Leiden gezeigt und geistlich betrachtet.

Neben den in den Evangelien benannten Stationen des Leidensweges gesellten sich weitere hinzu – etwa die legendäre Begegnung des Kreuz tragenden Christus mit Veronika, die Jesus mit einem Tuch den Schweiß abwischte. Die fromme Legende erzählt, dass sich auf dem Tuch das Antlitz Christi abbildete.

Zahl der Stationen

Zunächst variierte die Zahl der Kreuzwegstationen: In Deutschland gedachten Gläubige bis ins 18. Jahrhundert hinein der "sieben Fälle" Jesu. Andernorts hatte man zwölf Stationen. Die genaue Beschreibung des Originalschauplatzes in Jerusalem und vor allem der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio verschafften im 18. Jahrhundert dem Kreuzweg mit 14 Stationen weltweite Geltung; 1731 legte Papst Clemens XII. diese Zahl fest. Doch die Zahl der Stationen blieb nicht unumstritten: So wollte die Aufklärung nur die biblisch belegten Stationen gelten lassen. Heute gibt es vielerorts eine 15. Station, die die Auferweckung Jesu von den Toten zeigt und damit die Einheit von Leiden, Tod und Auferstehung verdeutlichen soll.

Der Kreuzweg will zur geistlichen Auseinandersetzung mit Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu anregen.

Die Kreuzwegandacht wurde seit dem 18. Jahrhundert durch die Verbreitung von Andachts-Büchlein gefördert. In vielen Kirchen fanden seit dem Mittelalter bildliche Darstellungen des Kreuzweges Einzug, im Freien wurden Stationswege errichtet. Auch die Kirchemusik nahm sich des Themas an: Franz Liszt komponierte etwa 1879 die 14-teilige "Via Crucis" für Andachtszwecke. Hinzu kamen in den Jahrhunderten liturgische Gesänge, Hymnen und Akklamation

"Sein Tod soll mich prägen"

Der betende Nachvollzug des Leidensweges Jesu in der Kreuzwegandacht ist eine volksnahe Erinnerung der Passion Jesu und eine Einladung zur Nachfolge Christi, wie es das Lexikon für Theologie und Kirche schreibt. Doch die geistliche Auseinandersetzung mit Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu, wozu der Kreuzweg anregt, ist schon in der Urkirche belegt. So schreibt Paulus im Philipperbrief: "Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen.So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen."

Der Theologe Guido Fuchs (Paderborn/Würzburg) erläutert, dass es verschiedene Weisen gibt, den Kreuzweg zu gehen. Zum einen gebe es die biblisch-historische Betrachtung, die möglichst nahe an das "wirkliche" Geschehen vor rund 2000 Jahren gehen möchte. Die andere, moralische Betrachtungsweise stellt nach Darstellung von Fuchs die Frage: "Inwieweit bin ich nicht nur ergriffener Betrachter des Leidens und Sterbens Jesu, sondern selbst involviert, ja schuld an diesem Geschehen?" Eine weitere Form sieht im Kreuzweg Jesu etwas Typologisches: Das Leiden Jesu bildet ab, was viele andere gerechte Menschen ebenso früher und heute erleiden mussten und müssen.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
16.02.2005

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