
- Gesegnete Kräutersträuße sollen gegen Krankheiten helfen.
Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt
Hilfe bei Krankheit – und Schutz vor Gefahren
Sie sollen bei Krankheiten helfen und die Besitzer vor Gefahren schützen. Eng verknüpft mit dem Fest Mariä Himmelfahrt ist die so genannte Kräuterweihe. Woher diese Verbindung kommt, darüber lässt sich nur spekulieren. Eher unwahrscheinlich ist, dass der Ursprung in den Marienlegenden liegt.
Nach der "Legenda aurea", einer aus dem 13. Jahrhundert stammende, sich am Kirchenjahr orientierende Sammlung von Heiligenlegenden, wurde auf Weisung eines Engels dem Leichnam Mariens eine Palme vorausgetragen. Als Christus selbst drei Tage nach dem Tod seiner Mutter auf Erden erschien, um sie auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten, heißt es dort weiter, habe sich ein unaussprechlicher Duft verbreitet. Eine jüngere Legende erzählt, als man das Grab Mariens später geöffnet habe, seien nur Rosen vorgefunden worden.
Maria - "Blume des Feldes und Lilie in den Tälern"
Näher liegt die These, wie der Theologe und Journalist Manfred Becker-Huberti in seinen Büchern über Bräuche und Feste schreibt, dass die jahreszeitlich bedingte Getreidereife und die blühende Natur daran erinnerten, dass Maria traditionell als "Blume des Feldes und Lilie in den Tälern" (Hoheslied 2,1) verehrt wird.
Um sicher zu gehen, dass die gesammelten Kräuter auch möglichst viel Segen "mitbekamen", wurden sie vor der Kräutermesse teilweise unter das Altartuch gelegt, bis dies verboten wurde und Kräuter nur noch neben dem Altar postiert werden durften. Die Symbolhandlung - mit Gottes Hilfe die Kräfte der Natur zu Gunsten von Mensch und Tier einzusetzen - bezog auch die Anzahl und die Auswahl der Kräuter ein.
Tee gegen verschiedene Krankheiten
Kräuter, die dabei Verwendung fanden, waren oder sind: Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Scharfgarbe, Königskerze, Tausendgüldenkraut, Eisenkraut, und gelegentlich Wiesenknopf, Kamille, Thymian, Baldrian, Odermennig, Alant, Klee und die verschiedenen Getreidearten. Die geweihten Kräuter wurden in Haus und Stall meist an der Wand („Herrgottswinkel") angebracht.
Man benutzte sie aber auch, um aus ihnen einen Tee zuzubereiten, der gegen verschiedene Krankheiten helfen sollte. Krankem Vieh wurden geweihte Kräuter ins Futter gerührt, geweihtes Getreide dem neuen Saatgut zugemischt. Bei Gewitter warf man die Kräuter ins offene Feuer, um Schutz gegen Blitz und Seuchen zu erlangen. Den Toten legte man in den Sarg ein Kreuz aus geweihten Kräutern.
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Literaturtipps:
Becker-Huberti, Manfred:
Lexikon der Bräuche und Feste
Freiburg 2000
Becker-Huberti, Manfred:
Feiern, Feste, Jahreszeiten
Freiburg 1998
Mehr zum Thema im Internet:
Text: Klara Seite | Foto: Almud Schricke
13.08.02
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