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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Singende Könige ziehen durch die Straßen
19.01.2017
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Sternsinger
"Christus Mansionem Benedicat" – Christus segne dieses Haus – lautet der Segenswunsch, den die Sternsinger an die Haustüren schreiben.

Sternsingeraktion hilft Kindern

Singende Könige ziehen durch die Straßen

In den ersten Januartagen erwarten viele Menschen königlichen Besuch: Drei Majestäten ziehen von Haus zu Haus und bringen die Nachricht von der Geburt des Kindes Jesus in Bethlehem. Sie wünschen Gottes Segen für das neue Jahr.

Uralt ist dieser Brauch, und er gehört zur Weihnachtszeit wie Krippe und Christbaum. Doch ist er mehr als nur frommes Brauchtum, denn die Sternsingeraktion, an der sich 500.000 Kinder beteiligen, steht seit vielen Jahren unter dem Motto "Kinder helfen Kindern".

Der Ursprung des Dreikönigssingens findet sich im Matthäus-Evangelium: Dort wird im zweiten Kapitel vom Besuch der Weisen aus dem Morgenland an der Krippe in Bethlehem erzählt. Viel mehr ist nicht zu erfahren: Es wird nicht gesagt, wo genau sie herkommen, wie viele es waren, geschweige denn, dass es Könige waren.

Gold, Weihrauch und Myrrhe

Erst im 3. Jahrhundert hat Origines, ein griechischer Kirchenlehrer, die Zahl der Weisen auf drei festgelegt. Vermutlich weil Matthäus von den drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe spricht. Im 6. Jahrhundert werden dann aus den Weisen Könige. Vermutlich wieder wegen der wertvollen Gaben, die sie mitbrachten, und vielleicht, weil sie von König Herodes empfangen wurden.

Im 9. Jahrhundert kennt man dann sogar ihre Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Später tauchen in Mailand ihre Gebeine auf, die im 12. Jahrhundert nach Köln kommen. Dort werden sie bis heute im "Dreikönigsschrein" des Kölner Doms verehrt. Im Zusammenhang mit dieser Verehrung erfreuten sich Mysterienspiele zu den Drei Königen besonderer Beliebtheit.

Es gab viele Bräuche um den Dreikönigstag (6. Januar) im Laufe der Geschichte. Die drei Könige standen dabei symbolisch als Vertreter für verschiedene Erdteile. Daher rührt wohl auch der Brauch, dass einer von ihnen mit schwarzer Hautfarbe dargestellt wird.

Betteln von Schülern

Von den vielen Bräuchen des Mittelalters ist das Sternsingen der Kinder übrig geblieben. Als Könige verkleidet ziehen sie mit einem Stern von Haus zu Haus und bitten um Gaben für Bedürftige. In Italien wurde im Hochmittelalter der Dreikönigstag als Geschenktag begangen, an dem Schüler, vor allem an Bischofssitzen und Klöstern, zu den Häusern der Wohlhabenden zogen. Im 15. und 16. Jahrhundert breitete sich dieser Brauch bis in den Kölner Raum und nach Westfalen aus.

Im Laufe der Geschichte wurden aus den Weisen - wie sie im Matthäus-Evangelium genannt werden - die Heiligen Drei Könige.

Die Lateinschüler mussten ihr Schul- und Kostgeld als Almosen einsammeln. Dazu zogen sie am Tag vor den Hochfesten durch die Straßen und sangen vor den Häusern. Wer sich dadurch belästigt fühlte, konnte sich durch eine einmalige Zahlung an Neujahr oder Dreikönige loskaufen, wie Freiburger Quellen bezeugen. Das Einsammeln von Spenden gehörte von jeher zum Brauch und bestimmte ihn fortan bis in unsere Tage, wie sich aus literarischen Quellen belegen lässt. Der Brauch verbreitete sich und blieb besonders im Alpenraum lebendig.

Das Kindermissionswerk knüpfte hier bei seiner Initiative zur Aktion Dreikönigssingen an. Die Idee war, dem Brauch, dessen ursprünglicher Gehalt verloren gegangen war, einen neuen Sinn zu geben und zugleich wieder die Hilfe für Notleidende - und zwar Kindern in der so genannten Dritten Welt - in den Vordergrund zu stellen.

Sternsingeraktion seit 1959

An der ersten Aktion 1959 beteiligten sich Sternsinger in 100 deutschen Pfarrgemeinden und sammelten 90.000 Mark. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Aktion. Aus den bescheidenen Anfängen ist die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder gewachsen, an der sich derzeit jährlich rund 500 000 Kinder und Jugendliche und rund 100.000 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter in mehr als 90 Prozent der Pfarrgemeinden in der Bundesrepublik Deutschland beteiligen. In den ersten 40 Jahren ihres Bestehens wurden durch die Aktion mehr als 25.000 Projekte unterstützt und rund eine halbe Milliarde Mark gesammelt.

Darüber hinaus ist die Aktion Dreikönigssingen inzwischen eine europäische Bewegung: Österreich, Belgien, Schweiz, Slowenien, Frankreich und die Niederlande führen sie durch. Italien (ausgenommen Südtirol, wo es eine lebendige Aktion gibt), Spanien, Portugal und Luxemburg suchen nach Anknüpfungspunkten für die Aktion im Brauchtum ihrer Länder. Polen und die Slowakei haben erste Schritte gemacht.

Christus segne dieses Haus

So ziehen die Sternsingerinnen und Sternsinger von Haus zu Haus und verfolgen dabei zwei Ziele: Zum einen verkünden sie den Menschen die Botschaft von der Geburt Jesu Christi, dem Sohn Gottes, und tragen den Segen Gottes zu den Menschen. Dies verdeutlichen sie, wenn sie an die Haustüren umrahmt von der jeweiligen Jahreszahl den Segenswunsch "20+C+M+B+04" schreiben: "Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne dieses Haus. Zum anderen stellen sie ihre Aktion in den Dienst für Not leidende Kinder, wenn sie für Kinderprojekte auf der ganzen Welt sammeln. So ist das Dreikönigssingen die größte entwicklungspolitische Aktion von Kindern für Kinder.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
29.12.2003

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