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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Advent 2 in den orthodoxen Kirchen
23.10.2017
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Krippendarstellung
Der Lebensbaum entspross in der Höhle aus der Jungfrau.

Advent in den orthodoxen Kirchen (Teil 2):

Maria als Muster des Glaubens

Die besondere Stellung Mariens im Heilsplan Gottes macht das orthodoxe Kirchenjahr deutlich. Es beginnt nämlich nicht wie im Westen mit dem ersten Advent, sondern Anfang September.

Dann nämlich wird im Osten wie im Westen das Fest der Geburt Mariens (8. September) gefeiert. "In Mariens Geburt liegt der Beginn des ganzen Heils und der Ausblick auf seine Vollendung", erklärt Heiser. Ihr Leben von der Geburt bis zu ihrem Ende bildet den Rahmen des Kirchenjahres und soll damit verdeutlichen, wie für die Menschen die Begegnung mit Gott und das Einlassen auf ihn verlaufen kann:

Am 15. August feiern die Kirchen des Westens wie des Ostens den Heimgang Mariens zu ihrem Sohn. Maria wird somit zum Prototypen, zum Muster des Glaubens, zum Vorbild für die Christen. Bischof Reinhard Lettmann hat es einmal so umschrieben: "Maria steht mit uns in der Reihe der Glaubenden."

Ein neues Herz

Die Gesamtsicht auf den göttlichen Plan zur Rettung seiner Schöpfung wird im Advent der Ostkirche deutlich. Auch die klassische Weihnachts-ikone will mehr geistlich dieses Mysterium beleuchten, als historisch erklären. Sie zeigt eine Steinwüste, die keineswegs eine Idylle ist. Sie birgt eine geistliche Aussage: Gott wird Mensch inmitten einer Höhle aus Stein, in der ein schwarzes Loch klafft.

Beim Propheten Ezechiel (36,26) heißt es: "Ich nehme das Herz aus Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz aus Fleisch." Die Kirchenlied-Dichterin Marie Luise Thurmair hat geschrieben: "Gott hat ein Herz für den Menschen: Jesus ist dieses Herz" (Gotteslob 552). Das Kind ist übrigens gewickelt wie ein Leichnam und es liegt nicht in einer Krippe, sondern wie auf einem Altar – die Ikone macht deutlich: "Christ, der Retter ist da", wie es im Lied "Stille Nacht" heißt.

Der staunende Josef

Übergroß dargestellt ist auf den Weihnachtsikonen die Gottesmutter Maria. "Mariens 'Größe' ist ihre Erwählung durch Gott", erläutert Pfarrer Heiser. Auf einigen Darstellungen ist sie nicht dem Neugeborenen zugewandt, sondern liegt abgewandt und lädt den Betrachter mit einer Geste ein, Teil zu haben am heilsgeschichtlichen Geschehen der Weihnacht.

Der staunende Josef sitzt abseits; manchmal ist er dargestellt mit einer Prophetengestalt, die ihn belehrt und ihm die alttestamentlichen Verheißungen erläutert. Vom Staunen über das Geschehen von Betlehem singt die orthodoxe Kirche: "Unzugänglich ist das heute in Betlehem geschehene Mysterium: der Unsichtbare ist zu sehen, der Fleischlose nimmt Fleisch an, das Wort geht über in die Tat, und der Seiende wird, was er nicht gewesen, die Jungfrau gebiert in der Höhle den Bildner der Natur als kleines Knäblein, die Krippe wandelt sich zum himmlischen Thron, die Tiere stellen dar den Kreis der Cherubim, die Hirten staunen, die Magier bringen Geschenke dar, die Engel lobsingen."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen Fenster1. Teil: "Bereite dich, Betlehem"
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Durch das Jahr
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterAdventliche Ikone: Muttergottes des Zeichens
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Advent und Weihnachten

Text: Norbert Göckener | Foto: Archiv
05.12.2007

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