Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Kein Scherz: Päpstliche Steuer für den Karneval
10.02.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Karneval
Verkleidungen und Kostüme gehören für viele Menschen zum Karneval.

Kein Scherz:

Päpstliche Steuer für den Karneval

Die Steuer würde sicher auch heute begrüßt: Papst Sixtus IV. (1471-1484) ließ die Gehälter der Universitäts-Lektoren mit drei Prozent besteuern, um Karnevalsfeiern zu finanzieren. Die "längere Zeit gesteigerten Lebensgenusses" vor der strengen vorösterlichen Fastenzeit hatte und hat ihre Befürworter und Mitfeiernden in der katholischen Kirche. So lehnte es etwa auch Benedikt XIV. (1740-1758) ab, den Karneval zu verbieten. Und dies, obwohl die protestantische Praxis bewiesen hatte, dass es durchaus möglich war.

Die Reformatoren hatten das vorösterliche Fasten abgeschafft und wollten daher auch nicht das vorangehende "äußerst unfromme Spektakel" dulden, wie Martin Luther es bezeichnete. Die Katholiken hingegen hielten an der inneren Verbindung zwischen Fastnacht und Christentum fest. Das zeigen noch heute auch zahlreiche Feiern im Bistum Münster: Da empfängt der Bischof die Narren, da steigt der Kaplan beim Kolping-Karneval in die Bütt, und die Pfarrjugend beteiligt sich an närrischen Umzügen in der "fünften Jahreszeit".

Variantenreich ist die Herleitung des Wortes Karneval: "Domenica ante carnes tollendas" nannte die Kirche früher den "Sonntag vor der Fleischenthaltung". Die italienische Kurzfassung davon ist "carne vale" und bedeutet "Fleisch lebe wohl". Das Lateinische "carrus navalis" meint übersetzt einen Schiffskarren: Nach alten Sagen fährt die Frühlingsgöttin durch die Lüfte und auf dem Wasser und lässt den Frühling beginnen.

Mit öffentlichen Feiern, mit Tanz, Spiel, Verkleidungen und Umzügen setzt der Narr in der Karnevalszeit die bestehende Ordnung außer Kraft und verspottet sie.

Gastmähler, Trinkgelage, Reiterspiele und Tänzereien gehörten im 13. und 14. Jahrhundert zu den Fastnachtsbräuchen. Im Spätmittelalter kamen Maskenumzüge hinzu. Bedeutend für die Entwicklung des närrischen Treibens war, dass die Kirche selbst - besonders in Klöstern - das "carnelevamen", die "Fleischwegnahme", zuvor mit Festmählern und Unterhaltungen beging. Die Geistlichkeit billigte so den Wunsch der Laien nach "leiblichen Genüssen" vor der harten Fastenzeit und unterstützte die Entfaltung des Festes.

Einfluss übte auch der venezianische Karneval aus: In der Barockzeit fanden an den Fürstenhöfen prunkvolle Kostümfeste statt. Aus dem Italienischen wurde schließlich im 17. Jahrhundert die Bezeichnung "Karneval" übernommen.

Mit öffentlichen Feiern, mit Tanz, Spiel, Verkleidungen und Umzügen setzt der Narr in der Karnevalszeit die bestehende Ordnung außer Kraft und verspottet sie. Darauf deuten der Elferrat als "Gegenregierung" und die Übergabe der Rathausschlüssel. In satirischen Formen leisteten seit jeher die Karnevalisten Widerstand oder nahmen den Alltag "des kleinen Mannes von der Straße" aufs Korn.

Im 15. Jahrhundert richtete sich etwa der Spott gegen kirchliche Institutionen, und die Bürger verlachten die Bauern. Im 19. Jahrhundert verhöhnten die Jecken die französischen Besatzer im Westen Deutschlands. Und so gehören noch heute zeitkritische Elemente zu Prunksitzungen und Rosenmontagsumzügen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Durch das Jahr
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDurch das Jahr: "Wüstes und unsittliches Fastnachtstreiben"
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDurch das Jahr: Vierzigstündiges Gebet zur Fastenzeit
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Karneval

Text: Norbert Göckener | Fotos: Norbert Ortmanns, Archiv
Februar 2003

Geistlicher Impuls

Das fünfte Evangelium: Erfahrungen im Heiligen Land.

Mit der Bibel leben

Psalm 1: Die beiden Wege

Glaubens-ABC

Engel: Gottes Bote.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Februar: Klarissen-Kloster in Kevelaer.

Fastenzeit

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist".

Heiligenlexikon

26. Februar: Seliger Adalbert und Seliger Ottokar von Tegernsee.

Kirche von A bis Z

Vergänglichkeit allen Lebens: "Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst."

Glaubenswissen

Berufung: Angenommen, Jesus würde heute durch die Straßen ihrer Stadt, ihres Ortes gehen und zu Ihnen sagen "Komm, folge mir nach!" - wie würden Sie reagieren?

Reden über Gott und Welt

Am Mittwoch (15.02.2012) ist aus organisatorischen Gründen kein Gesprächspartner aus dem Haus der Seelsorge im Chat.

Neue Kirche in Schillig

Es ist kein Zufall, dass in einer Zeit von Kirchenschließungen genau hier eine neue Kirche entstanden ist: Der Neubau von St. Marien in Schillig an der Nordseeküste.

Das aktuelle VIDEO...

Der Pastoralplan im VIDEO: Vertrauen schafft Vertrauen.

Dossier Familie

Bei allen Schwierigkeiten der heutigen Zeit: Ehe und Familie sind keine Auslaufmodelle. Kirche macht sich an vielen Stellen dafür stark, ihre Rahmenbedingungen zu verbessern.

Heiligenkalender

9. Februar: Selige Anna Katharina Emmerick.

Altbischof Kamphaus 80 Jahre

Als "Widersacher Roms", als frommer oder gar einsamer "Rebell" hat sich Franz Kamphaus nie gefühlt.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Jugendkirchen im Bistum

Als erste Jugendkirche im Bistum Münster wurde am 7. Dezember 2002 die Jugendkirche "effata!" in Münster eröffnet.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Einfalt und Unschuld, reines menschliches Gefühl für Dank und Liebe ist Quelle des Glaubens.
Johann Heinrich Pestalozzi

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im Februar:
Diakon Werner Fusenig

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Werner Fusenig
  fusenigkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand