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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Karfreitag: Kreuzigung eine der brutalsten Hinrichtungsarten
17.10.2017
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Geißelung
Darstellung der Geißelung Jesu in der Marienbasilika in Lourdes.

Kreuzigung:

Eine der brutalsten Hinrichtungsarten

Bistum. Das Kreuz wird millionenfach in der Kunst dargestellt und ist Symbol für das Christentum - darüber wird schnell vergessen, dass das Kreuz für eine der brutalsten Hinrichtungsformen steht, die sich Menschen je erdachten. Die Karwoche lädt ein, sich mit dem Kreuz und dem Gekreuzigten auseinander zu setzen.

Einige Bibelwissenschaftler gehen davon aus, dass die Kreuzigung Jesu am 7. April des Jahres 30 bei Jerusalem stattfand. Nach schwierigem Prozessverlauf und trotz Falschaussagen wurde Jesus durch den römischen Statthalter Pontius Pilatus zum Tod verurteilt. Grund: Jesus habe sich als König ausgegeben - ein politischer Rebell. Die am Kreuz befestigte mehrsprachige "Schuldaufschrift" weist darauf hin: "Jesus von Nazaret - der König der Juden".

Leiderpeitschen mit spitzen Knochen

Vor der Hinrichtung stand die Geißelung, die nicht selten bereits zum Tod führte. Der zu Geißelnde wurde nackt auf die Erde geworfen oder an eine Säule gebunden. Als Folterwerkzeuge dienten Lederpeitschen, in deren Riemen spitze Knochen oder Metallteile eingearbeitet waren, die schon nach wenigen Schlägen die Haut aufrissen. Der Geißelung, so erzählen die Evangelien, folgte eine Verhöhnung: Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen, die sie dem Verurteilten aufsetzten, um ihm so als König "zu huldigen".

Vor den Stadtmauern lag der Hinrichtungsort. "Und sie kreuzigten ihn" heißt es lapidar in den Evangelien, da die damaligen Leser das Geschehen vor Augen hatten. Konkret bedeutete dies: Das Hinrichtungsopfer musste sich auf dem Querbalken ausstrecken, damit die Henker Nägel durch seine Handgelenke treiben konnten. So befestigt wurde der Balken an einem Pfahl hochgezogen und die Füße angenagelt.

Tod hinauszögern

Realistisch und professionell dargestellt: Der Kreuzweg beim Weltjugendtag in Sydney.

Um den Tod hinauszuzögern und damit die Qualen zu verlängern, gibt man dem Hingerichteten in der Mitte des Kreuzbalkens einen Sitzpflock als Stütze, so Ergebnisse der Bibelwissenschaft. Wurde der Sitz entfernt oder dem Gekreuzigten die Schienbeine zerschlagen, sank der Körper zusammen, und der Gekreuzigte starb einen Erstickungstod.

Den Gekreuzigten quälten Durst, rasende Kopfschmerzen und hohes Fieber. Durch die schweren Verletzungen und den starken Blutverlustes bei der Geißelung kam es zu Schockzuständen, der Kreislauf schwankte hin und her und drohte zusammenzubrechen. Die Hängelage führte zu Atemnot, die wiederum dazu zwang, sich immer wieder unter unsäglichen Qualen hochzuziehen und aufzurichten.

Er geht Glied für Glied zugrunde

Nach einem Wort des römischen Philosophen Seneca geht der Gekreuzigte 'Glied für Glied' zugrunde. Für den römischen Geschichtsschreiber Tacitus ist der Tod am Kreuz eine sklavische Todesstrafe, für seinen jüdischen Kollegen Josephus die erbärmlichste aller Todesarten.

Obwohl Folterwerkzeug, wird das Kreuz von einigen Zeitgenossen verspottet. Aber schon unter dem Kreuz Jesu standen Menschen, die sich über das Geschehen amüsierten. So heißt es in den Evangelien: "Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf. Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben."

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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte, Anselm Thissen
12.04.2003

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