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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  19. März: Heiliger Josef
04.02.2012
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Josef
Der heilige Josef - Darstellung aus der St.-Antonius-Kirche in Rheine.

19. März - Heiliger Josef

Der Mann ohne Worte

Die Kirche nennt Josef "Bräutigam der Gottesmutter Maria" und "Nährvater Jesu". Von Beruf Zimmermann war er mit Maria, der Mutter Jesu, verlobt; dies war nach jüdischem Verständnis eine so reale Verbindung, dass der Verlobte bereits "ihr Mann" genannt wurde.

Doch "noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes", wie es Matthäus (Mt 1) in seinem Evangelium beschreibt. In den Evangelien wird geschildert, wie Josef sich um seine Verlobte und ihr Kind kümmert, mit ihnen nach Ägypten flieht und sich schließlich in Nazaret mit seiner Familie niederlässt.

Obgleich im Neuen Testament von Josef kein von ihm gesprochenes Wort überliefert ist, kommt ihm dennoch bei Matthäus eine ehrenvolle Darstellung zu: Er nennt ihn gerecht und beschreibt ihn, wie er jeweils im Traum erfahrene Aufträge Gottes ohne Zögern erfüllt.

Von Josef, von dem nur in den Kindheitserzählungen Jesu berichtet wird, erlernt dieser wohl in Nazaret das Zimmermanns-Handwerk, so dass er "der Sohn des Zimmermanns" (Mt 13,55) und auch selber "Zimmermann" (Mk 6,3) genannt wird.

Beim Evangelisten Markus wird überdies von Jesu Brüder und Schwestern erzählt. Dies führte zu der Auffassung, dass Josef bei seiner Verlobung mit Maria bereits älter und Witwer gewesen sei und aus einer früheren Ehe diese Kinder stammten. Diese Deutung stammt aus außerbiblischen Quellen (sog. Apokryphen) und hat eher legendären Charakter.

Die Verehrung des heiligen Josef setzt erst spät ein: Erste Spuren finden sich im 8./9. Jahrhundert in koptischen Kalendarien. Vor allem die Franziskaner förderten seit dem 14. Jahrhundert die Verehrung. 1479 wurde der 19. März als Fest des heiligen Josef für die ganze Kirche eingeführt. Papst Pius IX. erklärte Josef 1870 zum Schutzpatron der Kirche. Ein weiteres Fest wurde durch Pius XII. 1955 für den 1. Mai, dem Welttag der Arbeit, festgelegt; seither wird an diesem Tag Josef als Arbeiter und Patron der Arbeiter gefeiert.

Volkstümlich wird Josef als Schutzpatron für eine gute Sterbestunde verehrt, da er der Legende nach im Beisein von Maria und Jesus gestorben sein soll. Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen erklärte Josef 1662 zum zweiten Patron des Bistums Münster.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
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