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25.05.2012
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Herz-Jesu-Verehrung.
"Wenn wir sagen, dass etwas von Herzen kommt, dann meinen wir damit, dass dies absolut ehrlich gemeint ist"

"Wovon lasse ich mich anrühren?"

Pater Manfred Kollig über die Herz-Jesu-Verehrung

Bistum. Ob als Schmuckstück oder als Dekorationsgegenstand: Das Herz steht hoch im Kurs. "Das Herz steht als Symbol für das, was uns anzieht", erklärt Pater Manfred Kollig. Der Ordensmann ist Mitglied der "Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes". Mit dem Herz-Jesu-Fest, das am zweiten Freitag nach Fronleichnam gefeiert wird, rückt die katholische Kirche alles das, was mit dem Herzen verbunden wird, in den Fokus. Und dem kann Pater Manfred eine Menge abgewinnen.

Das Herz stehe quasi für den Motor, der den menschlichen Organismus antreibe. Zugleich werde es doch mehr als nur als ein reines Organ gesehen. "Wenn wir sagen, dass etwas von Herzen kommt, dann meinen wir damit, dass dies absolut ehrlich gemeint ist", erläutert Kollig, der auch Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat in Münster ist. Habe jemand ein "gutes Herz" so meine man damit, dass er ein "guter Mensch" sei. Umgekehrt zeige die Rede vom "verstockten Herzen", dass jemand keine rechte Wahrnehmung besitze. Das Bild vom Herzen richte sich nicht gegen den Verstand, sondern meine beides und damit den ganzen Menschen.

"Offen für alle"

"Die Rede vom durchbohrten Herzen Jesu, wie sie uns der Evangelist Johannes überliefert, zeigt, dass selbst durch den Tod Jesu noch Gutes entsteht: Es fließt Leben aus ihm."

All das ist nach den Worten von Pater Manfred der Hintergrund der Rede vom Herzen Jesu. "Wenn die Kirche betet, dass Jesu Herz offen für alle sei und daraus die Sakramente der Kirche entspringen, dann meint sie damit, dass aus seiner Liebe die Kirche lebt", erläutert der Geistliche. Aber es werde damit noch mehr gesagt: "Die Rede vom durchbohrten Herzen Jesu, wie sie uns der Evangelist Johannes überliefert, zeigt, dass selbst durch den Tod Jesu noch Gutes entsteht: Es fließt Leben aus ihm."

Das Herz Jesu zu verehren bedeutet für Kollig, sich auch der Frage auszusetzen, "was geschieht, wenn ich angekratzt werde und mir Schweres widerfährt". Der Priester konkretisiert dies: "Ende ich in Sarkasmus oder Fatalismus oder bin ich auch in schweren Stunden in der Lage, Liebe und Barmherzigkeit zu schenken?" Dies nehme der Herz-Jesu-Verehrung die süßlich-kitschige Note, die ihr anhafte und weshalb sie für "aufgeklärte Zeitgenossen" nicht akzeptabel sei.

Ungewöhnliche Darstellung

Ein besonderes Kunstwerk bringt Pater Manfreds in Verbindung mit dem Herzen Jesu: die Honigpumpe von Joseph Beuys. Sie wurde 1977 auf der "Documenta" in Kassel präsentiert. Dabei handelte es sich um eine über mehrere Räume verteilte technische Anordnung, die 150 Kilogramm Honig durch ein umlaufendes Schlauchsystem pumpte.

"Die Honigpumpe stellt mir die Frage, was floss in Jesus Christus und was fließt in mir und hält mich lebendig", deutet Kollig dies als Darstellung für das Herz Jesu.

Wechselvolle Geschichte

Die Herz-Jesu-Verehrung hat in der katholischen Kirche eine lange, wechselvolle Geschichte. Schon die mittelalterliche Frömmigkeit und Mystik betrachtete das Herz Jesu als das Sinnbild der Liebe Christi. Es waren aber wohl die Visionen der heiligen Maria Margareta Alacoque (gestorben 1690), die zu einer maßgeblichen Förderung der Herz-Jesu-Verehrung führten.

Besonders die Jesuiten sorgten dann für ihre Verbreitung. Es entstanden Andachten, unter anderem im Juni, der als Herz-Jesu-Monat begangen wurde, und an den ersten Freitagen in jedem Monat, den so genannten Herz-Jesu-Freitagen. Pius IX. führte 1856 ein Herz-Jesu-Fest für die ganze Kirche ein, das am zweiten Freitag nach Fronleichnam begangen wird. Leo XIII. weihte 1899 die Welt dem Herzen Jesu. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Verehrung ihren Höhepunkt.

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Zitat:

Gott sagt nicht: Gib mir ein Herz wie das der Engel, sondern: Schenk mir dein Herz. Es ist dein eigenes Herz, das er verlangt; schenk es ihm, so wie es ist. Er will nichts, als was wir sind und was wir haben.
Heiliger Franz von Sales (1567-1622)

Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Ortmanns, Michael Bönte
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